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Polizeibericht

Homophober Angriff beim CSD Berlin: Frau mit Flasche ins Gesicht geschlagen

Nach Abbruch der Abschlusskundgebung wurde eine 28-Jährige am S-Bahnhof Brandenburger Tor von einer Unbekannten beleidigt, angegriffen und verletzt.


Der Vorfall ereignete sich am Eingang zum S-Bahnhof Brandenburger Tor (Bild: Lukas Plewnia / flickr)

Zu Update springen: Weitere schwulenfeindliche Bedrohung am Sonntag (20h)

Am Samstagabend zeigte eine Frau in Berlin-Mitte eine gefährliche Körperverletzung, Beleidigung und eine Sachbeschädigung mit homophoben Hintergrund an. Dies meldete die Berliner Polizei am Sonntag.

Die 28-Jährige befand sich gegen 19.40 Uhr am Eingang zum S-Bahnhof Brandenburger Tor – in unmittelbarer Nähe war kurz zuvor die CSD-Abschlusskundgebung wegen einer Unwetterwarnung vorzeitig beendet worden (queer.de berichtete). Laut Polizeibericht trat eine Unbekannte an die Frau heran und beleidigte sie zunächst homophob. Dann zog sie am Revers der Beschimpften, wobei das Oberteil zerriss, und schlug ihr eine Flasche ins Gesicht.

Die Angreiferin konnte unerkannt flüchten

Anschließend flüchtete die Angreiferin über den Pariser Platz in Richtung Brandenburger Tor. Zuvor hatte die Unbekannte den S-Bahnhof Brandenburger Tor mit einer größeren Gruppe, bestehend aus Frauen und Männern, verlassen. Nähere Angaben zu den Personen machte die Polizei wie bei Erstmeldungen üblich zunächst nicht.

Die Attackierte erlitt Kopfverletzungen, die ambulant behandelt wurden. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat die Ermittlungen übernommen.

CSD-Teilnehmer angepöbelt und rassistisch beleidigt

Laut einer weiteren Meldung der Polizei hatte sich bereits während der Parade eine 21-jährige CSD-Teilnehmerin an der Straße des 17. Juni Ecke Yitzhak-Rabin-Straße an dort eingesetzte Beamte gewandt, nachdem sie ein Mann rassistisch beleidigt haben soll. Er hatte nach Auskunft der Frau Teilnehmer des CSD geschubst und angepöbelt. Als sie ihn darauf ansprach, habe er mit Beschimpfungen reagiert. Nachdem der Mann auch einen der herbeigerufenen Polizisten angriff, wurde er von den Beamten zu Boden gebracht. Der 21-Jährige wurde in Handschellen zu einer Gefangenensammelstelle gebracht, wo seine Identität festgestellt und eine Blutentnahme vorgenommen wurde – eine bei ihm durchgeführte Kontrolle des Alkohols im Atem ergab einen Wert von rund 1,7 Promille. Der Mann wurde nach der Behandlung zunächst entlassen; die weiteren Ermittlungen hat der Staatsschutz übernommen.

Wie im Artikel zum CSD-Abbruch näher vermerkt, hatte die Polizei am Samstag zudem mehrere mutmaßliche Taschendiebe festgenommen, die es offenbar auf CSD-Besucher am Nollendorfplatz abgesehen hatten. Während des Pride brach zudem ein 33-Jähriger in der Nähe des Brandenburger Tors zusammen und konnte nicht wiederbelebt werden.

Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI. (cw/pm)


 Update  20h: 19-Jähriger am Sonntag aus Auto heraus bedroht

Nach einer weiteren Meldung der Polizei kam es offenbar auch am Sonntag zu einem schwulenfeindlich motivierten Vorfall. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat demnach die Ermittlungen zu einer "Bedrohung mit homophoben Hintergrund" aufgenommen. Ein 19-Jähriger wurde gegen 10.50 Uhr an der Freiherr-vom-Stein-Straße Ecke Innsbrucker Straße in Schöneberg aus einem Auto heraus von einem Mann bedroht. Der Unbekannte soll allein in dem Wagen gewesen sein und habe sich anschließend entfernt. Die Ermittlungen dauern an.



#1 sanscapote
  • 29.07.2018, 20:34h
  • Wieso koennen jene homophob agierenden Personen ihre Probleme nicht psychologisch bearbeiten, anstatt ihre Unausgewogenheut an Unschuldigen auszulassen?
    In jedem Fall ist es stets auch fuer die Betroffenen selbst wichtig, lautstark auf die Angreifer aufmerksam zu machen und Vorsorge mit "schuss"-bereiten Smartphone-Photos zu treffen.
    Dass nichts passieren kann, damit kann selbst hier niemand rechnen.
    Wir haben unsere Kamera stets gezueckt.
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#2 LillyComptonAnonym
  • 29.07.2018, 22:35h
  • Antwort auf #1 von sanscapote
  • Die schwierigkeit bei handy Photos vom Täter besteht darin dass sie nicht beweisfähig sind.

    Schutz der Persönlichkeitsrechte welche durch das GG votgegeben werden.

    Natürlich darf sich die Polizei das Photo ansehen und daraufhin wissen wen sie greifen müssen.

    Nur muss die Person dann in der Vernehmung gestehen oder es muss noch andere Beweismittel welche vor Gericht verwendbar sind existieren außer deinem Foto.

    Verlass dich nicht darauf das dass juristisch zum Erfolg führt.
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#3 TheDadProfil
#4 Homonklin44Profil
  • 29.07.2018, 23:51hTauroa Point
  • Antwort auf #1 von sanscapote
  • ""Wieso koennen jene homophob agierenden Personen ihre Probleme nicht psychologisch bearbeiten, anstatt ihre Unausgewogenheut an Unschuldigen auszulassen?""

    Entweder intellektuell oder vom Zustand/Substanzmissbrauch her gar nicht in der Lage, oder sie fühlen sich aus ihrer eigenen Sicht im Recht.
    Wer weiß, was dür andere der Grund sein mag. Fußballspiel ging schlecht aus ... im TV läuft grade nix Vernünftiges ... Langeweile ...you name it.
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#5 GronkelAnonym
  • 30.07.2018, 06:27h
  • Antwort auf #1 von sanscapote
  • Wieso koennen jene homophob agierenden Personen ihre Probleme nicht psychologisch bearbeiten, anstatt ihre Unausgewogenheut an Unschuldigen auszulassen?

    Weil es immer einfacher ist anderen die Schuld für etwas zu geben als an sich selbst zu arbeiten. Hier an der Stelle müsste der Staat für Durchsetzung oder zumindest für Schutz der Angegriffenen sorgen. Doch das wird niemals klappen, wenn für alles aber nicht für staatliche Aufgaben Geld bereit steht. Gerade in Berlin gehen die Überstunden der Polizei in die Millionen und es fehlen tausende Polizisten. Die Justiz ist heillos überlastet.
    Doch wenn heute überhaupt noch eine Strafe angedacht ist, soll diese direkt wieder entwertet werden, weil Straftäter bei harmlosen Straftaten direkt mit Amnestie überschüttet werden sollen:

    berliner-express.com/2018/06/ueberfuellte-gefaengnisse-barle
    y-will-breite-amnestie-fuer-straftaeter/


    Darunter wird wohl alles fallen, was im Artikel aufgeführt wird. Aus Kostengründen werden einfach die Staatsaufgaben gestrichen.
    Und schon sind wir beim Thema: wer wählt sowas?
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#6 GronkelAnonym
#7 JasperAnonym
  • 30.07.2018, 11:05h
  • Nicht mal mehr auf CSDs ist man sicher.

    Die Politik muss endlich aufhören, die Augen weiterhin zu verschließen und sie muss endlich aktiv werden.

    Was wir dringend brauchen:

    - einen nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie
    (inkl. entsprechender Werbekampagnen, so wie bei HIV und AIDS, was die Krankheit aus der Schmuddelecke geholt hat)

    - mehr Aufklärung an Schulen
    (denn in der Jugend werden die Grundlagen für das weitere Leben gelegt)

    - volle rechtliche Gleichstellung, inkl. Art. 3 GG
    (Wie wollen wir gesellschaftliche Akzeptanz erwarten, wenn nicht mal die Politik mit gutem Beispiel vorangeht? Natürlich bringt rechtliche Gleichstellung nicht von heute auf morgen gesellschaftliche Akzeptanz, aber sie ist die Voraussetzung, dass entsprechende Prozesse überhaupt starten können.)

    An diesen Dingen wird sich jede Partei, die noch unsere Stimmen bekommen will, messen lassen müssen...
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#8 PierreAnonym
  • 30.07.2018, 11:11h
  • Antwort auf #1 von sanscapote
  • "Wieso koennen jene homophob agierenden Personen ihre Probleme nicht psychologisch bearbeiten, anstatt ihre Unausgewogenheut an Unschuldigen auszulassen?"

    Das ist der Abschaum der Gesellschaft, die Leute suchen, die vermeintlich noch unter ihnen stehen und an denen sie dann ihren Frust auslassen können.

    Aber auch wenn das eigentlich arme Würstchen sind, macht das deren Gewalt natürlich nicht besser und das muss mit aller Härte bestraft werden.

    Und wenn der Staat uns nicht schützen kann oder will, müssen wir uns eben selbst schützen...
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#9 Alex AndersAnonym
  • 30.07.2018, 11:25h
  • Antwort auf #1 von sanscapote
  • >>Wieso koennen jene homophob agierenden Personen ihre Probleme nicht psychologisch bearbeiten

    Weil in aller Regel deren Religion ihnen das Gehirn vernebelt hat und sie nicht erkennen, dass sie professionelle Hilfe nötig haben.
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#10 JasperAnonym
  • 30.07.2018, 11:45h
  • Antwort auf #1 von sanscapote
  • "In jedem Fall ist es stets auch fuer die Betroffenen selbst wichtig, lautstark auf die Angreifer aufmerksam zu machen"

    Genau das ist auf jeden Fall wichtig!

    Bei einem (verbalen und/oder körperlichen) Angriff sind viele natürlich erst mal geschockt, was verständlich ist. Dazu kommen noch die teils über Jahrzehnte indoktrinierten Schuldgefühle und Minderwertigkeitsgefühle, die viele dann dazu bringen, sowas möglichst schnell und ohne viel Aufmerksamkeit zu beenden.

    Und dann haben später sogar viele Scham oder gar Angst, solche Vorfälle zur Anzeige zu bringen.

    Dabei ist das genau das falsche, was die Situation noch verschärft und die Täter noch bestärkt. Wir müssen bei solchen Überfällen für viel Öffentlichkeit sorgen - sowohl beim Überfall selbst, z.B. indem wir laut und immer wieder "Hilfe" rufen, aber auch danach, indem wir Anzeige erstatten, uns an Medien wenden (die sowas auch anonym behandeln, wenn man das wünscht), etc.

    Und natürlich brauchen wir auch genug Zivilcourage, nicht wegzusehen, wenn sowas anderen passiert, denn genauso hätte es auch jeden anderen von uns selbst treffen können.
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