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Nach Veröffentlichung von Grenell-Bild

Litwinschuh entschuldigt sich

Der Chef der Hirschfeld-Stiftung bedauert nach scharfer Kritik sein Kumpelfoto mit dem rechtspopulistischen US-Botschafter.


Jörg Litwinschuh sagt "sorry" für Schnappschuss mit Trump-Botschafter (Bild: BMH / Sabine Hauf)

Jörg Litwinschuh, der geschäftsführende Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, hat sich am späten Sonntagabend auf Facebook für ein Foto entschuldigt, in dem er eng umschlungen mit Richard Grenell, dem offen schwulen US-Botschafter in Berlin, zu sehen ist. Das kumpelhaft wirkende Foto, das am Samstag zum Berliner CSD in der Botschafter-Villa entstanden ist, führte zu einiger Kritik in der Community; neben queer.de-Geschäftsführer Micha Schulze kritisierten auch Dirk Ludigs in der "Siegessäule", Johannes Kram im "Nollendorfblog" und Rainer Hörmann in seinem Blog die Nähe Litwinschuhs zu dem "Trump-Botschafter".

In einer Reaktion auf Schulzes Kommentar mit der Überschrift "Litwinschuh macht den Özil" schrieb der kritisierte Vorstandschef: "Ich beobachte und bewundere Mesut Özils Weltkarriere seit Jahren; sein langes Schweigen zu seinem Foto mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan fand ich befremdlich." Sein eigenes Foto sei aus "persönlicher Eitelkeit" entstanden und habe sein "eigentliches Anliegen konterkariert, mit dem US-Botschafter Richard Grenell in einen kritischen und selbstbewussten Dialog eintreten zu wollen".

Diese Umstände bedaure er, wolle aber den Dialog mit Grenell und "weiteren konservativen Kräften" fortsetzen. "Es liegt mir fern, meine eigene jahrzehntelange Arbeit und die vieler Aktivist_innen für LSBTTIQ-Menschenrechte zu desavouieren. Dafür möchte ich mich entschuldigen", so Litwinschuh.

Grenell ist ein ideologischer Haudegen

Grenell ist die bislang höchstrangige von Präsident Donald Trump ernannte offen homosexuelle Amtsperson. Der 51-jährige Diplomat eckte gleich nach seinem Einzug in die Botschaft im Mai dieses Jahres mit aggressiven Warnungen gegen deutsche Unternehmen, die mit dem Iran Handel betreiben, an. Anders als die meisten Botschafter kommentiert er die deutsche oder europäische Tagespolitik und sieht sich als ideologischen Kämpfer: In einem Interview mit dem rechtspopulistischen "Breitbart News Network" gab er offen zu, auf dem europäischen Kontinent "konservative Kräfte" stärken zu wollen – also Kräfte, die unter anderem der LGBTI-Gleichbehandlung meist negativ gegenüber stehen.

LGBTI-Aktivisten kritisieren außerdem, dass der Trump-Anhänger der ersten Stunde die teils homo- und transsexuellenfeindliche Politik des US-Präsidenten unterstützt. Grenell nahm am Samstag vor den Pride-Empfängen in der US-Botschaft sowie seiner Villa für kurze Zeit an der CSD-Demonstration in Berlin teil – gegen die vorab angekündigte Teilnahme des Rechtspopulisten hatte es Proteste gegeben (queer.de berichtete). (dk)

Ich beobachte und bewundere Mesut Özils? Weltkarriere seit Jahren; sein langes Schweigen zu seinem Foto mit dem…

Gepostet von Jörg Litwinschuh am Sonntag, 29. Juli 2018
Facebook / Jörg Litwinschuh | Die gesamte Entschuldigung Litwinschuhs auf Facebook



#1 PierreAnonym
  • 30.07.2018, 11:14h
  • Die Entschuldigung kam schnell und ist akzeptiert.

    Aber ihm muss klar sein, dass er jetzt "angezählt" ist und dass er sich noch so einen Fauxpas nicht erlauben darf.

    In seiner Position kann man nicht einfach Leute hofieren, nur weil sie selbst schwul sind, die aber letztlich die Unterdrückung von LGBTI unterstützen.
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#2 MatainaAnonym
  • 30.07.2018, 11:24h
  • Die Entschuldigung war notwendig und es spricht für Jörg Litwinschuh, dass er damit zeitnah um die Ecke gekommen ist. Der Dialog mit Grenell als politischem Gegenpart ist wichtig, genauso wie der Dialog generell wichtig ist. Wenn wir aufhören miteinander zu reden, dann bleibt nur noch Gewalt. Das kann keiner wollen. Doch das Foto war wirklich keine Glanzleistung. Man sollte ein wenig Vorsicht walten lassen wenn man sich in elitären Zirkeln bewegt, wohin der Normalsterbliche keinen Zutritt hat. Das Gefühl ausgeschlossen zu sein bzw. das da hinter verschlossenen Türen gemauschelt wird ist doch heute überall gegenwärtig. Wenn dann noch so eine offene Kumpanei zu Tage getragen wird, kommt das bei vielen gar nicht gut an. Er hätte besser ein wenig Sicherheitsabstand zu Grenell einnehmen sollen oder zumindestens einen "HUMANITY FIRST"-Button (in Anspielung auf Trumps unsägliches AMERICA FIRST) tragen sollen. Oder meinetwegen auch mal ein paar Fotos der Inneneinrichtung der Botschafter-Residenz leaken sollen (würde mich mal interessieren, was für Kunstwerke Grenell so an den Wänden hat).
    Aber so ist da Kapitel dann für mich auch abgeschlossen. Litwinschuh macht ja sonst einen guten Job und dieser Faux-pas wird ihm eine Lehre sein.
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#3 Patroklos
#4 kaweAnonym
  • 30.07.2018, 11:55h
  • @ 1 , aber auch 2

    Wie leicht und einfach es doch gehen kann! Da wird mir angst und bang! Ich möchte darum Dirk Ludigs Beitrag in der Siegessäule als Lektüre empfehlen!
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#5 TatataAnonym
  • 30.07.2018, 12:51h
  • Antwort auf #3 von Patroklos
  • Und du hättest nicht kommentieren und schreiben müssen. Unnötig und dämlich. Bleib so und wenn es noch mehr von deiner Sorte gibt, dann brauchen Homo-Transphobe Heteros uns nicht mehr zu bekämpfen.

    Dat übernehmen wir dann selbst.
    Grenell und Konsorten = Opfer der internalisierten Homophobie
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#6 Alexander VogtAnonym
  • 30.07.2018, 14:17h
  • Danke an Jörg Litwinschuh für die Klarstellung!

    Ich fand Zeitpunkt (parallel zum CSD) und Art des Bildes mehr als unpassend. Das hat Jörg eingesehen. Ich halte jemanden, der einen Fehler macht und daraus lernt jedoch für bedeutend zuverlässiger und vertrauenswürdiger als jemanden, der es nur besser weiß.

    Unpassend fand ich aber auch den Özil-Vergleich. Stimmen wir in der Community auch zum überwiegenden Teil nicht mit der Politik unter Trump überein (jedenfalls hoffe ich das sehr), halte ich es ebenso für einen Fehlgriff, durch diesen Vergleich den Botschafter eines demokratischen Staates, mag er (der Botschafter) auch politisch deutlich rechts der Mitte zu verorten sein,
    mit einem Despoten wie Herrn Erdogan auf eine Stufe zu stellen. Also mal tief durchatmen und vom Empörungssockel etwas herunterkommen.

    Es ist, da stimme ich Jörg Litwinschuh uneingeschränkt zu, wichtig im Gespräch zu bleiben. Dies trifft besonders dann zu, wenn die Regierung einer befreundeten Nation so offensichtlich viele unserer Ziele auf einmal nicht mehr unterstützt.
    Dafür gibt es aber ohne Frage geeignetere Gelegenheiten und Darstellungsformate.

    Mit Jörgs Klarstellung ist die Angelegenheit für mich jedenfalls erledigt. Und als angezählt betrachte ich ihn schon gar nicht. Zumal Jörg in der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld wirklich hervorragende Arbeit leistet. Das sollen andere erst einmal leisten.

    Alexander Vogt
    Bundesvorsitzender
    Lesben und Schwule in der Union
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#7 SchlitterschuhAnonym
  • 30.07.2018, 15:57h
  • Entschuldigung hin oder her, ich finde es beunruhigend, dass der Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld offenbar dermaßen gedankenlos, geschichtsvergessen, selbstverliebt und gesellschaftlich wie politisch einfältig agiert. Das wirft meines Erachtens ein sehr schlechtes Licht auf die intellektuelle Grundausstattung der Stiftung.
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#8 kaweAnonym
  • 30.07.2018, 16:45h
  • Antwort auf #6 von Alexander Vogt
  • @ #6

    Die Kritik an Litwinschuh fällt im Vergleich zur Kritik an Ludigs deutlich knapper und weniger heftig aus. Glauben sie nun, Herrn Litwinschuh und seiner Entschuldigung mit ihrem unnötigen, fast schon verbitterten Fingerzeig auf Leute andrer Couleur mehr Gerechtigkeit widerfahren gelassen zu haben?
    Aus meiner Sicht bleibt die Aktion unsäglich. Zumal Herr L.kein freier Journalist ist, sondern der geschäftsführende Vorstand einer Bundesstiftung, deren Ziele unvereinbar mit denen des Gastgebers sind. Er bereut es ja auch, dass sein persönliche Eitelkeit mit ihm durchgegangen ist.
    Nun ja, der Arm des Botschafters einer Weltmacht auf den zarten Schultern, das muss wohl was haben! War's das?
    Mit Speck fängt man Mäuse!
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#9 SchwulerMannAnonym
  • 30.07.2018, 18:41h
  • Antwort auf #6 von Alexander Vogt
  • Sie äußern ein sehr entlarvendes Verständnis dafür wer in diesem Land etwas sagen darf und wer nicht.
    Es dürfen also nur Leute sich kritisch äußern, die soviel geleistet haben wie Herr Litwinschuh......
    Herr Vogt, was haben sie den bisher geleistet in der LS-Union?
    Ich sage es ihnen, gar nichts. Ihr Verein ist noch immer so reaktionär und schwulenfeindlich wie er es seit 1949 war.
    Herr Grenell vertritt einen homophoben Präsidenten und sie unterstützen eine homophobe Kanzlerin und eine homophobe Generalsekretärin.
    Und sie wollen allen Ernstes anderen den Mund verbieten?
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#10 vully70Profil
  • 30.07.2018, 21:37hNeuhausen
  • Antwort auf #6 von Alexander Vogt
  • Natürlich ist Mr. Grenell kein skrupelloser Diktator, der um seines eigenen Machterhalts Willen einen Bürgerkrieg vom Zaun gebrochen hat.

    Nichtsdestotrotz ist er aber eine Person, die man als Mensch mit einem Mindestmaß an Selbstachtung meiden sollte - ein angeblicher Diplomat, der seine erklärte Aufgabe darin sieht, die Regierung seines (angeblich befreundeten!) Gastlandes zu stürzen!

    Mit so etwas diskutiert man nicht, gegen so etwas demonstriert man.

    Und hätte unsere Regierung nur einen Funken Selbstachtung, hätte man den Kerl nach einer Woche als unerwünschte Person ausgewiesen!

    Lieber keinen Botschafter als so einen.
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