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"Lächerlich und durchschaubar"

CSD Hamburg kritisiert "rassistische Agenda" der AfD

Wer AfD wählt, schützt den CSD. Diese Botschaft der Rechtspopulisten stößt den Pride-Organisatoren in Hamburg sauer auf.


Die AfD war auch beim Rosenmontagsumzug in Düsseldorf ein Thema

Die Organisatoren des Hamburg Pride haben wenige Tage vor der Parade die AfD kritisiert, weil sich diese als "Schutzmacht des CSD" aufspiele, um Hass gegen Muslime zu schüren. Konkret ging es um Aussagen des Bürgerschaftsabgeordneten Harald Feineis im Magazin "AfD-Kompakt", in der der evangelische Pastor am Montag erklärte, dass seine Partei als einzige den "Mut" habe, "die Ursachen für die zahlreichen Übergriffe auf Homosexuelle zu benennen", nämlich den "massenhaften und weitgehend unkontrollierten Zuzug von fanatischen Muslimen aus patriarchalisch geprägten Clan-Gesellschaften mit stark homophober Tendenz".

Sein Resümee: "Wenn sich die AfD gegen eine unverantwortliche Politik der offenen Grenzen einsetzt, dann sorgt sie auch dafür, dass ein Christopher Street Day in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ebenso unbeschwert stattfinden kann wie heute."


Harald Feineis behauptet, Homo-Paare gegen Ausländer schützen zu müssen und zu wollen

CSD: AfD versucht, Minderheiten gegeneinander auszuspielen

"Dass sich die als AfD Schutzmacht des CSD und der dort demonstrierenden Menschen geriert, ist lächerlich und durchschaubar", erklärte hingegen der Hamburger CSD-Chef Stefan Mielchen. "Die Partei versucht, Minderheiten gezielt gegeneinander auszuspielen und Schuld einseitig zuzuweisen. Ihr geht es nicht darum, die Ursachen homo- und trans*feindlicher Übergriffe zu bekämpfen, sondern ihre rassistische Agenda zu bedienen."

Ausgrenzung und Gewalterfahrungen prägten den Alltag queerer Menschen in Deutschland seit vielen Generationen – diese Diskriminierungen und Übergriffe ließen sich aber nicht auf eine Gruppe von Menschen reduzieren. "Über die Täter*innen und die Ursachen von Gewalt muss ohne Tabu geredet werden", so Mielchen. "Die AfD aber instrumentalisiert potenzielle oder tatsächliche Opfer, weil es ihr beim Schüren von Hass gegenüber Muslimen nützlich erscheint. Das ist nicht mutig, sondern erbärmlich." Schließlich stelle die AfD die "Akzeptanz von Homosexualität und die Rechte sexueller Minderheiten immer wieder öffentlich in Frage" und sei daher "nicht unser Freund, sondern der politische Gegner der Pride-Bewegung".

Die AfD hat bereits zuvor unter Verweis auf angeblich homophobe Ausländer um Stimmen in der LGBTI-Community geworben, etwa bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin 2016. Damals zeigte die Partei im Nollendorfkiez ein Plakat mit der Aufschrift: "Mein Partner und ich legen keinen Wert auf die Bekanntschaft mit muslimischen Einwanderern, für die unsere Liebe eine Todsünde ist" (queer.de berichtete). Später setzte sich die Partei freilich im Parlament nicht für LGBTI-Rechte – ganz im Gegenteil (queer.de berichtete).

"BSE scheint wieder auf dem Vormarsch zu sein..."

Auch in anderen Bundesländern zeigt sich die AfD LGBTI-feindlich und kritisiert dabei auch den CSD. Emil Sänze, der baden-württembergische Vizefraktionschef, rückte Homosexualität etwa am Wochenende in die Nähe des Rinderwahnsinns, als er zum Ende der CSD-Saison in Stuttgart einen Satireartikel verlinkte, der von einer angeblichen Initiative zur Abschaffung von Schwarz-Rot-Gold und der Einführung der Regenbogenfahne als Nationalflagge handelt. Der 67-Jährige nahm den Artikel offenbar für bare Münze und erklärte: "BSE scheint wieder auf dem Vormarsch zu sein…".



Zudem versuchen AfD-Politiker unter dem Stichwort "Gender-Ideologie", sämtliche Anliegen für LGBTI-Rechte zu torpedieren – und den Begriff "Gender" in praktisch jedem Zusammenhang zu nennen. Erst am Dienstagmorgen machte sich etwa Vizefraktionschefin Beatrix von Storch mit dem Begriff über die Grünen als "Klimanazis" lustig: "Auch wenn wir alle zu Fuß gehen, statt Autos zu bauen[,] nun alle Gendergagaisten werden [und] nur noch Brokkoli essen: [D]er Sonne ist das egal." (dk)



#1 JasperAnonym
  • 31.07.2018, 11:27h
  • Der hier abgebildete Tweet von Frau Storch zeigt ja wieder mal, wie die AfD simple Thesen bringt, in der Hoffnung, simple Gemüter mögen darauf reinfallen. Und das ganze noch garniert mit dem jovialen Lächerlichmachen wissenschaftlicher Erkenntnisse, um auch bei den Stammtischen zu punkten.

    Natürlich ist es der Sonne egal, ob wir Auto fahren oder nicht und ob wir Brokkoli essen oder nicht. Die Sonne scheint so oder so. Aber der Klimawandel kommt eben nicht von der Sonne, sondern vom Treibhauseffekt, der durch Auto- und Industrieabgase, Kohle- und Gasverstromung, industrielle Massentierhaltung, Abholzung von Wald, etc. verursacht und beschleunigt wird.

    Und genauso macht die AfD es beim angeblichen Schutz von LGBTI vor Migranten. Da werden zwei gesellschaftliche Gruppen (die für die AfD beide Feinde sind) gegeneinander ausgespielt, um sie dann leichter jede für sich getrennt bekämpfen zu können.

    Die Rechten lernen halt auch dazu und sind heute taktisch viel raffinierter als noch vor einigen Jahren.
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#2 krakalaAnonym
  • 31.07.2018, 12:00h
  • Macht doch eine Karikatur daraus: Beatrix von Storch, die lachend in (deutschen!) Wäldern, ihren (braunen) Müll abwirft und schreit: "Mir doch scheiss egal! Klimawandel ist doch nur erfunden!!"
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#3 MatsAnonym
  • 31.07.2018, 12:47h
  • ---------------------------------------------------------
    "Wenn sich die AfD gegen eine unverantwortliche Politik der offenen Grenzen einsetzt, dann sorgt sie auch dafür, dass ein Christopher Street Day in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ebenso unbeschwert stattfinden kann wie heute."
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    Sagt die Partei, die ständig gegen den CSD hetzt.

    Für wie dumm halten die uns eigentlich?
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#4 JadugharProfil
#5 MariposaAnonym
  • 31.07.2018, 15:34h
  • Mir kommt gerade das Essen hoch, ich könnte kotzen bei dieser Lügenpropaganda....

    Nach Vorstellungen der AfD ist also in Deutschland alles eitel Sonnenschein für Lesben, Schwule und Transleute, es gibt keine Diskriminierung von den Landsleuten. Wenn da nur nicht die bösen Moslems wären.... Leider ist diese perfide Taktik bereits zur Bundestagswahl aufgegangen. Jetzt hilft nur aufklären !!!!
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#6 MariposaAnonym
  • 31.07.2018, 15:36h
  • Und die Schreckschraube von Storch spricht von "Klimanazis".... Das Niveau wird ja immer übler !
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#7 MariposaAnonym
  • 31.07.2018, 15:39h
  • Wir müssen jeden Tag gegen diese Brut kämpfen. Es geht erst noch so richtig los !
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#8 WolfgangProfil
#9 Miguel53deProfil
  • 31.07.2018, 17:23hOttawa
  • Antwort auf #3 von Mats
  • Dumm genug sind wir ja. Dumm genug, eine Truppe der Schwulen in der AfD zu unterhalten. Dumm genug, diese Partei zu wählen. Dumm genug, dass auch hier in Kommentaren in der Sprache der AfD sämtliche Muslime als Feinde bezeichnet werden.

    Dumm genug auch, dass amerikanische Schwule einen Trump unterstützen. Bis hin, seinen Botschafter in Berlin zu geben.
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#10 Miguel53deProfil
  • 31.07.2018, 17:28hOttawa
  • Antwort auf #8 von Wolfgang
  • Und Alice Weidel-Röhm ist da besonders perfide. Wenn es hart auf hart kommt und es ihr an den lesbischen Kragen gehen könnte, setzt sie sich einfach in ihre schweizerische Heimat ab. Dort lebt sie dann mit ihrer dunkelhäutigen Partnerin und alles ist gut.

    Nach ihr die Sintflut eben.
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