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Studie

Ehe für alle verbessert gesundheitliche Situation schwuler Männer

Die gesetzliche Gleichbehandlung im Ehe-Recht wirkt sich auch in anderen Bereichen positiv aus: US-Forscher fanden jetzt heraus, dass die Ehe für alle Schwule dazu verführt, öfter einen Gesundheits-Check zu machen.


Nach der Öffnung der Ehe gehen schwule Männer eher zum Doktor (Bild: Jeff Eaton / flickr)

Die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe in den USA führte zu verbesserten gesundheitlichen Rahmenbedingungen für schwule Männer. Das ist das Ergebnis einer von der überparteilichen Forschungsorganisation "National Bureau of Economic Research" herausgebracht Studie. Die Forscher verglichen dabei Daten zur gesundheitlichen Situation homosexueller Paare aus den Jahren 2000 bis 2016 mit den regionalen Ehe-Gesetzen. Die USA haben die Ehe erst im Juni 2015 bundesweit geöffnet (queer.de berichtete).

Das Ergebnis: Der rechtliche Zugang zur Ehe erhöhe für schwule Männer in Zwei-Personen-Haushalten "den Zugang zum Gesundheitswesen signifikant", heißt es in dem Papier. So habe diese Gruppe in Regionen mit der Gleichstellung im Ehe-Recht eine 4,2 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit gehabt, eine Krankenversicherung zu besitzen. Außerdem bestand eine 7,3 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Männer in den vergangenen zwölf Monaten einem Gesundheitscheck unterzogen hätten.

Keine Verbesserungen bei Lesben

Allerdings konnten die Forscher bei lesbischen Frauen keinerlei Veränderungen nach der Öffnung der Ehe feststellen. "Wir hatten eigentlich gedacht, dass die gleichgeschlechtliche Ehe dazu führt, dass sowohl Männer als auch Frauen einen besseren Zugang zum Gesundheitswesen haben", erklärte Co-Autor Gilbert Gonzales gegenüber "NBC News". "Wir waren überrascht, dass es anders war."

Weiter erklärte Gonzales, dass zusätzliche gesundheitliche Verbesserungen nach der Ehe-Öffnung auch bei schwulen Männern nicht festgestellt werden konnten – etwa bei der Raucher-Rate oder der Rate von übermäßigem Alkoholkonsum, die laut vielen Studien in vielen Ländern unter Schwulen, Lesben, Bisexuellen und transgeschlechtlichen Menschen erheblich höher ist als unter Heterosexuellen (queer.de berichtete). Die Forscher führen diese erhöhten Raten meist auf "Minderheitenstress" zurück; dieses Konzept besagt konkret, dass Angehörige von Randgruppen ein höheres Maß an Belastungen haben, das sie beispielsweise durch Missbrauch von Rauschmitteln kompensieren wollen.

Der Autor wies auch noch auf eine zusätzliche Gefahr für queere US-Bürger hin. Die augenblickliche Regierung unter Präsident Donald Trump plane derzeit erhebliche Einschnitte für LGBTI, was die Gesundheitssituation in dieser Gruppe erheblich verschlechtern könnte, so Gonzales. Ein aktuelles Beispiel sei die Richtlinie des US-Gesundheitsministeriums vom Januar, nach der Ärzte, Krankenpfleger oder andere Mitarbeiter des Gesundheitswesens unter Berufung auf ihre Religion Homo- oder Transsexuelle diskriminieren dürfen (queer.de berichtete). (dk)



#1 Julian SAnonym
  • 31.07.2018, 19:06h
  • Ein weiteres Beispiel dafür, dass auch in zahlreichen anderen Bereichen die Eheöffnung Vorteile bringt.

    Übrigens auch für Heteros. Denn in diesem Beispiel werden die Gesundheitskassen entlastet, was der gesamten Gesellschaft, allen Beitragszahlern und der Wirtschaft, nutzt.

    Genau wie die Eheöffnung auch in zahlreichen anderen Bereichen der gesamten Gesellschaft und der Wirtschaft nutzt.

    Auch dafür wäre es wichtig, jetzt weitere Diskriminierung zu beenden und uns endlich zu 100% gleichzustellen - inkl. Art. 3 GG, AGG, Abstammungsrecht, rechtliche Situation Trans- und Intersexueller, Verbot von "Konversionstherapien", etc.
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#2 Rabauke76Anonym