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Antwort auf Kleine Anfrage

Bundesregierung: Bis zu 10.000 Menschen an PrEP interessiert

Nach einer Schätzung des Gesundheitsministeriums nehmen bereits jetzt 6.000 Personen in Deutschland die Prä-Expositionsprophylaxe ein.


Die PrEP verhindert bei richtiger Einnahme, dass sich HIV-Negative mit dem Virus infizieren können

Die Bundesregierung rechnet damit, dass bis zu 10.000 Menschen in Deutschland "an einer PrEP interessiert sein könnten". Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor (PDF). Zwar könne die Zahl der möglichen Nutzer der HIV-Prophylaxe nicht genau geschätzt werden, "da die Inanspruchnahme der PrEP von individuellen Faktoren bestimmt wird". Man beziehe sich aber auf Erfahrungswerte aus Frankreich, das die PrEP als erstes EU-Land bereits vor der Zulassung im Sommer 2016 getestet hatte. Derzeit würden bereits 6.000 Menschen in Deutschland die PrEP auf eigene Kosten einnehmen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vergangenen Monat eine Initiative angekündigt, mit der die Kosten für die PrEP bei "Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko" von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden sollen (queer.de berichtete). Aus der Antwort seines Ministeriums geht hervor, dass die Bundesregierung die jährlichen Kosten des Arzneimittels pro Person auf rund 600 Euro schätzt. Hinzu kämen Ausgaben "für Diagnostik, ärztliche Beratung und Therapiebegleitung", die bei rund 170 Euro pro Jahr liegen würden.

Die Regierung weist zugleich darauf hin, dass durch die PrEP die Zahl der HIV-Infektionen gesenkt werden könne und "dadurch der prognostizierte Anstieg der Gesamtbehandlungskosten für HIV-Patienten erheblich verringert werden kann". 2015 hätten die "direkten Krankheitskosten" für die Behandlung HIV-positiver Menschen in Deutschland bei 278 Millionen Euro gelegen.

Regierung erhofft Rückgang der HIV-Neuinfektionen durch die PrEP

Auf die Frage der FDP-Fraktion, welche "Kosten-Nutzen-Bewertung" die PrEP habe, antwortete das Gesundheitsministerium kühl: "Das deutsche Recht sieht für Arzneimittel keine regelhafte Kosten-Nutzen-Bewertung vor." Man verweise aber auf den britischen Landesteil England, in dem laut aktuellen Zahlen "die Anzahl der HIV-Neuinfektionen in einzelnen Regionen bzw. der Metropole London um bis zu 40 Prozent zurück gegangen ist." Die englische Gesundheitsbehörde vermute, "dass hierfür neben der Ausweitung von Testangeboten auch die PrEP ursächlich war".

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts hatte es 2016 in Deutschland 3.100 HIV-Neuinfektionen gegeben – und damit 100 weniger als im Vorjahr. Insgesamt lebten 88.400 Personen mit HIV, rund zwei Drittel seien Männer, die sich beim Sex mit Männern angesteckt hätten (queer.de berichtete). (dk)



#1 JasperAnonym
  • 02.08.2018, 10:31h
  • -----------------------
    Auf die Frage der FDP-Fraktion, welche "Kosten-Nutzen-Bewertung" die PrEP habe
    -----------------------

    Hallo? Hier geht es um Menschenleben...

    Die FDP immer mit ihrer Kosten-Nutzen-Analyse. Können diese Schlipsträger sich nicht mal bei Menschenleben mit ihrem neoliberalen Geschwafel zurückhalten?
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#2 DominikAnonym
  • 02.08.2018, 11:18h
  • Antwort auf #1 von Jasper
  • Na ja, so was nennt man einfach Realitätssinn oder auch Rationalität. Bei einer Strategie (gegen HIV/Aids) nach deren Effektivität zu fragen, halte ich für legitim und nachvollziehbar. Global gesehen werden Aufklärung und Kondome sicher das wesentlich effektivere Mittel in der HIV/Aids-Bekämpfung sein, denn in vielen Ländern gibt es überhaupt keine mit uns auch nur annähernd vergleichbare Gesundheitsversorgung. Und ausgerechnet dort ist HIV/Aids auch ein vielfach größeres Problem als bei uns.
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#3 Rosa SoliAnonym
  • 02.08.2018, 11:27h
  • Antwort auf #1 von Jasper
  • Ich bin kein Freund der FDP, aber wenn ich das richtig verfolgt haben, dann begrüßen die Liberalen die PrEP als kassenärztliche Leistung für Menschen mit einem hohen Risiko. Der Aspekt "Kosten und Nutzen" wird von ihnen angeführt, weil sie damit argumentieren, dass eine Prophylaxe für die Beitragszahler billiger kommt als eine lebenslange Behandlung.

    Das ist nicht von der Hand zu weisen und macht deutlich, warum auch die Allgemeinheit ein Interesse daran haben sollte.

    Wenn man von einer (sexual-)moralischen Bewertung absieht, dann sprechen einfach alle sachlichen Argumente für die PrEP. Das haben wohl auch die Liberalen erkannt und sich für eine pragmatische Haltung entschieden. Das finde ich okay.
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#4 BEARAnonym
#5 TheDadProfil
  • 02.08.2018, 12:08hHannover
  • Antwort auf #2 von Dominik
  • ""Na ja, so was nennt man einfach Realitätssinn oder auch Rationalität. Bei einer Strategie (gegen HIV/Aids) nach deren Effektivität zu fragen, halte ich für legitim und nachvollziehbar.""..

    Was kaum wundert, stammt diese Nachfrage doch aus dem Kreis der FDP..

    Daran ist aber weder etwas logisches, noch etwas nachvollziehbares, denn am Ende ist es egal ob man beispielsweise eine Milliarde für PrEP ausgibt, oder die gleiche Milliarde in Kondom-Werbung und Aufklärung gibt !

    Blöderweise hat die Form der Kampagnen für Aufklärung&Kondom-Werbung aber schon vor Jahren ihre Grenze der Effektivität erreicht, denn die Neu-Infektions-Zahlen sind seit Jahren durchweg stabil !

    Das heißt nichts anderes als, es müssen ZUSÄTZLICH zu den bekannten und bewährten Methodiken von Aufklärung&Kondom-Werbung NEUE Präventionsmaßnahmen her um einen Rückgang der Neu-Infektions-Zahlen zu erreichen !

    ""Global gesehen werden Aufklärung und Kondome sicher das wesentlich effektivere Mittel in der HIV/Aids-Bekämpfung sein, denn in vielen Ländern gibt es überhaupt keine mit uns auch nur annähernd vergleichbare Gesundheitsversorgung.""..

    Naja..
    Wie man aus der Erfahrung mit der HIV-Behandlung beispielsweise in Indien und Südafrika weiß, ist der Umgang mit Kondomen in anderen Gesellschaften ein völlig anderer, als in Europa oder der BRD..

    Das sich dann Indien und Südafrika gegen den Willen der Pharma-Lobby auch vor Gerichten damit durchgesetzt haben die teuren Medikamente als Generika herstellen zu dürfen, um überhaupt eine Behandlungsstrategie entwickeln zu können, die dann auch dort zu einem Rückgang der Neu-Infektionen beigetragen hat, sollte bekannt sein..

    Gummis über Dritte-Welt-Länder abwerfen ist damit dann auch immer noch keine wirkliche Lösung !

    Da müssen andere Lösungen her..
    Auch in afrikanischen Ländern, in denen die Verfehmung von Kondomen durch die RKK bisweilen ganze Arbeit geleistet hat..

    Interessant dann hier auch wieder die "Argumentations-Strategie" die Du anwendest, und die schon wieder nur über die "Kosten-Frage" arbeitet..

    Wenn es darum geht Menschenleben zu retten darf Geld keine Rolle spielen !
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#6 TheDadProfil
  • 02.08.2018, 12:10hHannover
  • Antwort auf #4 von BEAR
  • ""naja da an HIV keiner mehr sterben muss geht es nicht um Menschenleben.""..

    An HIV ist noch NIEMALS jemand gestorben !

    Nicht nur hier in der BRD sterben aber immer noch Menschen an AIDS !

    Weltweit sterben Menschen an AIDS !
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#7 DominikAnonym
  • 02.08.2018, 12:21h
  • Antwort auf #4 von BEAR
  • Das ist so nicht richtig. Es ist immer noch eine unheilbare und tödliche Krankheit. Eine HIV-Therapie kann nur lebensverlängernd und symptomlindernd sein. Außerdem sind die Nebenwirkungen einer dekadenlangen Medikamenten-Therapie nicht zu unterschätzen. Ein 20jähriger Mensch, der sich mit HIV infiziert, hat heute bei optimaler Versorgung sehr gute Chancen, auch die 50 zu erreichen. Er ist dann mit 50 aber keineswegs geheilt, sondern in seinem Körper wurden Resistenzen gebildet und organische Schäden hervorgerufen, die eine weitere Therapie immer aufwändiger und komplizierter machen. Das ist der Forschungsstand von heute. Lebensverlängernde Maßnahmen sind nicht mit Heilung zu verwechseln.
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#8 BEARAnonym
  • 02.08.2018, 12:57h
  • Antwort auf #6 von TheDad
  • Na und und jetzt.

    Es sterben viel viel mehr Maschen an Krebs und Lungen Erkrankungen.
    Noch mehr an Herz und Kreislauf Erkrankungen und ganz ganz ganz weit unten kommt dann AIDS.

    Willst du damit jetzt sagen die FDP darf nicht über die Wirkung pro Euro nachdenken?
    Sie sollte es sogar verdammt nochmal. evtl kommt es woanders viel mehr Menschen zugute.

    Und wir sind alle erwachsen und haben eine Verantwortung für uns, unseren Partnern und unserer Gesundheit. Da sollte mal die Handaufhaltmentalität irgendwo schon noch Grenzen haben. Und für HIV und AIDS wird nicht wenig gemacht im vergleich zu anderen nicht so emotional angesehenen Krankheiten.
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#9 Rosa SoliAnonym
  • 02.08.2018, 12:57h
  • Antwort auf #7 von Dominik
  • Sag mal, musst Du Dich mit solchen Horrorgeschichten, die mit den wissenschaftlichen Fakten und dem Leben mit HIV von heute nicht viel zu tun haben, selbst bei der Stange halten, um Dich nicht zu kondomlosen Sex hinreißen zu lassen?
    Anders also mit so einer individuellen Abwehrstrategie kann ich mir Deine Aussagen echt nicht erklären.

    Das ist hanebüchender Blödsinn, den Du da auf Kosten der Menschen mit HIV verbreitest. Du trägst damit zur weiteren Stigmatisierung bei.
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#10 DominikAnonym
  • 02.08.2018, 13:31h
  • Antwort auf #9 von Rosa Soli
  • Es sind keine Horrorgeschichten, sondern Fakten.

    Fakt Nr. 1: HIV/Aids ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Nichts anderes habe ich geschrieben.

    Fakt Nr. 2: Die LGBT-Szene eines westlichen Industrielandes hat mit der HIV/Aids-Problematik in Afrika und anderen Teilen der Welt herzlich wenig zu tun. Bisher gelang dir noch nicht, diese These zu entkräften.

    Bitte informiere dich erst einmal, das würde helfen. Danke.
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