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Homophobie

Katholischer Bischof: Schwule und Lesben haben eine "seelische Behinderung"

In einem Kommentar auf einem deutschsprachigen Katholikenportal empört sich Weihbischof Athanasius Schneider, dass der "totalitäre" CSD den öffentlichen Raum erobern wolle – und wirbt für die "Heilung" von Homosexualität.


Bischof Athanasius Schneider bei einer Messe in Estland (Bild: Marko Tervaportti / wikipedia)

Millionen von Menschen haben in diesem Jahr bereits an CSDs teilgenommen – für Athanasius Schneider, den katholischen Weihbischof von Astana in Kasachstan, kämpfen all diese Teilnehmer für den "Totalitarismus der Ideologie der Homosexualität bzw. der Gendertheorie". Das schreibt der deutschstämmige 58-Jährige in einem am Donnerstagmorgen im Portal kath.net veröffentlichten Kommentar. Der christliche Würdenträger empört sich über die "politisch-ideologische Militanz" von CSDs, die zum Ziel hätten, die katholische Kirche als "letzte Widerstandbastion" zu "erobern". Die "totalitären" Pride-Veranstaltungen wollten mit "propagandistischer Werbung" der "Gesellschaft eine bestimmte Ideologie" aufzwingen.

Bedauernd stellt Schneider fest, dass auch Repräsentanten der katholischen Kirche zunehmend Unterstützung für CSDs zeigten – dabei handle es sich bei dieser "Ideologie" um "eine direkte Beleidigung Gottes und eine Beleidigung der Würde des Menschen […], der nach dem Bild und Gleichnis Gottes und der als Mann und Frau geschaffen wurde".

Schneider: Homosexuelle verlieren ewiges Seelenheil

Der Bischof erklärt weiter, die "homosexuellen bzw. lesbischen Akte" seien "schwer sündhaft" und entweihten den "männlichen und weiblichen Leib, der ein Tempel Gottes ist". Schneider spricht dabei von der "antigöttlichen und antimenschlichen Ideologie und Praktik der Homosexualität". Als Antwort bietet er Homosexuellen an, die "Befreiung und Heilung ihrer seelischen Behinderung" zu erhalten. an. Die Kirche müsse darauf hinweisen, dass "praktizierende und unbußfertige Homosexuelle" ihr "ewige[s] Seelenheil" verlieren würden.

Schneider macht sich in dem Text offenbar auch ernsthaft Sorgen, dass katholische Gläubige wegen LGBTI-Rechten in Kürze den Löwen zum Fraß vorgeworfen werden könnten: "Es ist nicht auszuschließen, dass sich die katholische Kirche in nicht allzu ferner Zukunft in einer Situation befinden wird, die der Verfolgung durch das Römische Reich in den ersten drei Jahrhunderten ähneln wird, als damals die Annahme der totalitären Ideologie des Götzendienstes auch für die Christen verpflichtend war", so Schneider. Katholiken sollten sich daher mit "Zivilcourage" gegen CSDs wehren und für das "Seelenheil der bemitleidenswerten Personen, die Homosexualität praktizieren", beten.

2006 hatte Schneider die Bischofsweihe von Papst Benedikt XVI. erhalten. Er hat sich bereits mehrfach homophob geäußert. Erst im Mai sagte er, dass homosexuelle Handlungen den "geistlichen Tod" verursachten (queer.de berichtete). Der ehemalige Autor des inzwischen eingestellten Hassportals kreuz.net ist auch ein gern gesehener Gast unter konservativen deutschen Katholiken. So nahm er erst vor rund zwei Wochen am Kongress "Freude am Glauben" des Forums Deutscher Katholiken in Fulda teil – also jenem jährlichen Treffen, bei dem ein schweizerischer Bischof 2015 erklärt hatte, dass die Bibel die Todesstrafe für Homosexuelle fordere (queer.de berichtete). (dk)



#1 GeorgB
  • 02.08.2018, 12:57h
  • Diese Hetze wird erst enden, wenn die Quellen, aus denen die Milliarden EUR an Zuwendungen und Mitgliederbeiträgen allein aus Deutschland sprudeln, versiegen. Wer diesen Verein finanziell oder durch seine Mitgliedschaft unterstützt, ist Mittäter und für das Leid von Millionen Menschen mitverantwortlich. Ihr seid die Täter, nicht die Opfer.
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#2 krakalaAnonym
#3 Roman BolligerAnonym
  • 02.08.2018, 13:03h
  • Dieses katholische Individuum ist mit seiner Meinung völlig jenseits der roten Linien. Fussballerisch ausgedrückt: die gelbe Karte reicht nicht, da braucht es eine rote Karte und ein Sperrung. Da aber vom Papst hier keine Hilfe zu erwarten ist, können wir nur hoffen, dass das derart vom Jenseits faszinierte Individuum (von Mensch zu sprechen wäre zu viel der Ehre) seinen Hass bald nur noch dort loswird.
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#4 maaaartinAnonym
  • 02.08.2018, 13:54h
  • laut dem duden heißt totalitär:

    "mit diktatorischen Methoden jegliche Demokratie unterdrückend, das gesamte politische, gesellschaftliche, kulturelle Leben [nach dem Führerprinzip] sich total unterwerfend, es mit Gewalt reglementierend"

    klingt nach einer zusammenfassung der geschichte der katholischen kirche...
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#5 TimonAnonym
  • 02.08.2018, 14:07h
  • Erfüllt das nicht den Straftatbestand der Volksverhetzung?

    Wieso wird dieser menschenverachtende, demokratiefeindliche Verein nicht vom Verfassungsschutz beobachtet?
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#6 TheoAnonym
  • 02.08.2018, 14:12h
  • Unglaublich, dass Leute, die so etwas verbreiten, ungeschoren davonkommen. Aber in seinen Kreisen ist diese Einstellung ja normal.

    Ich weiß nicht, warum der Herr Schneider nicht verstehen will, dass mehr Rechte für LGBTI* nicht bedeutet, dass alle sich mit einem oder mehreren dieser Buchstaben identifizieren muss...
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#7 ChnumhotepAnonym
  • 02.08.2018, 14:13h
  • Übrigens ist diese Person auf der "katholischen Nachrichtenseite" Kollege vom "grünen" OB Boris Palmer, welcher dort über Flüchtlinge herzieht.
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#8 Stop ReligionAnonym
  • 02.08.2018, 14:24h
  • Die Kinderschänder-Sekte versucht wieder mal verzweifelt, von ihren Verbrechen abzulenken, indem sie mit Schmutz auf andere wirft.

    Die Katholiban kann nichts anderes als hetzen...

    Dabei ist es doch offensichtlich, dass diese Hassprediger und deren Anhänger eine "seelische Behinderung" haben. Da wird gehetzt, bevormundet und unterdrückt, weil sich unglückliche Menschen besser führen lassen.

    www.kirchenaustritt.de/

    "Religion ist das Asyl der Dummen."
    (Spinoza)
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#9 AlbrechtAnonym
  • 02.08.2018, 14:32h
  • Antwort auf #1 von GeorgB
  • Volle Zustimmung!

    Religion ist das Krebsgeschwür der Menschheit, das die Hirne verdummt und die Herzen mit Hass erfüllt.

    Es muss endlich eine echte Trennung von Staat und Kirche geben, wo Religion Privatsache ist.

    - Abschaffung der Kirchensteuer
    - Abschaffung der Staatsleistungen (wo sogar Nichtmitglieder die mit ihren Steuern finanzieren)
    - statt Religionsunterricht ein allgemeiner Ethikunterricht an den Schulen
    - keine Theologie an staatlichen Unis
    - keine Sonderrechte und Ausnahmen für Kirchen (z.B. beim AGG)
    - etc. etc. etc.
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#10 goddamn liberalAnonym
  • 02.08.2018, 15:10h
  • Antwort auf #5 von Timon
  • Gute Frage.

    Das Ganze hat wohl Salzburg (Österreich) als Rechtstandort und wie man sich im Heimatland Adolf Hitlers zu NS-Traditionen stellt, beweist ja nicht nur die Vizekanzlerschaft von Wiking-Jugend-Strache, sondern auch die jüngsten Freisprüche gegenüber 'identitären' Gewalttätern: Positiv!

    Der kulturlose Mann, der hier gegen eine Opfergruppe des Totalitarismus Hitlers und Stalins hetzt, ist sicher in der östlichen Steppe, in der er haust, juristisch ohnehin nicht zu belangen.

    Vielleicht wird er mal wegen Kontakt zu sektenhaften Strukturen innerhalb (Engelwerk) oder außerhalb (Piusbrüder) des kath. Klerikalismus seines Amtes enthoben.
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