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Vorwürfe von Rassismus und Transphobie

Brüssel: Ralf Königs Wandbild beschmiert

Unbekannte beschmierten Ralf Königs 2015 errichtetes Fassadenbild mit den Worten "Rassismus" und "Transphobie". Der Comiczeichner versteht die Vorwürfe nicht und kritisiert "Kunstvandalismus".


Ralf König veröffentlichte ein Foto des beschmierten Wandbildes in Brüssel (Bild: Facebook / Ralf König)

Auf das acht mal vier Meter große Brüsseler Comic-Fassadenbild des Kölner Zeichners Ralf König haben unbekannte Sprayer die Worte "Transphobia" und "Racism" angebracht – über Zeichungen einer Dragqueen und einer schwarzen offenbar lesbischen Frau im typischen König-Look. Der Zeichner hat am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite irritiert auf den "Kunstvandalismus" reagiert. "Ich kapiere die Verbitterung und Humorlosigkeit der politisch allzu Korrekten ja schon eine Weile nicht mehr, vor allem ihre hemmungslose Selbstgerechtigkeit", schrieb der 57-Jährige.

Auf den Vorwurf von Rassismus und Transphobie reagierte er ironisch mit den Worten: "Da sind dicke Lippen bei der einen wie bei der anderen! Lippophobie! Was ist mit Frauen- und Lesbenfeindlichkeit, weil die Zweite von links Kugelmöpse hat, und auch noch schiefe? Religiöse Intoleranz nicht zu vergessen, die Nonne ist doch ein Zerrbild einer Frau des Glaubens? Fällt noch jemandem was ein? Zu viel Farbe, das diskriminiert die Farbenblinden?" Derartige Aktionen würden viel über die "Intoleranz der selbsternannten Zensurbeauftragten" aussagen, so König weiter. Jede Ironie oder satirische Übertreibung werde als Angriff interpretiert.

König: "Ich mache weiter wie bisher"

"Mich schaudert bei dem Gedanken, in so einer Gesellschaft zu leben: Verbissen, aggressiv, immer einen Grund suchend, sich selbst und sein Weltbild zum Alleingültigen zu erklären", so König. Er werde sich aber gegen diese Entwicklung zur Wehr setzen: "Ich zucke mit den Schultern und mache weiter wie bisher."

Auf Facebook erhielt König viel Unterstützung für seine Position: "Das ist die richtige Einstellung Ralf König, es gibt scheinbar immer Menschen die an allem und jedem was Störendes finden!", hieß es in einem von über 300 Kommentaren. "Die political correctness treibt Blüten! Jeder fühlt sich irgendwie diskriminiert", beklagte ein anderer. Es gab aber auch etwas Kritik: "Die Darstellung der schwarzen Frau finde ich mehr als grenzwertig, was Rassismus angeht", schrieb eine Facebook-Nutzerin.


Das Wandbild befindet sich in der Rue de la Chaufferette in Brüssel

Die Ralf-König-Fassade war 2015 in der comicverliebten Stadt eingeweiht worden (queer.de berichtete). Sie ist Teil der Comic-Strip-Route in Brüssel, die 1991 ins Leben gerufen wurde und inzwischen aus über 50 großformatigen Wandgemälden besteht, meist von französischen oder belgischen Werken wie "Tim und Struppi", Asterix und Obelix" oder "Lucky Luke".

König hatte sich 2017 im Bundestagswahlkampf gegen rechtes Gedankengut engagiert: Er machte bei der Social-Media-Kampagne "Vielfalt gegen rechte Einfalt" der Deutschen Aids-Hilfe mit (queer.de berichtete). (dk)



#1 Patroklos
  • 03.08.2018, 12:52h
  • Hoffentlich werden diese Kunstbanausen und auch Schmierfinken bald gefaßt werden!
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#2 Rosa SoliAnonym
#3 niccinicciAnonym
  • 03.08.2018, 14:41h
  • linke spinner beschädigen gerne, was ihnen nicht gehört. schwamm, wasser, seife und dabeistehen, bis alle schmiererein weg sind.
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#4 ficcificciAnonym
#5 ursus
  • 03.08.2018, 16:13h
  • Antwort auf #4 von ficcificci
  • die fragen vorher artig nach, wie sich das für gesetzesliebende menschen gehört.

    "schönen guten tag, wir würden gern eine charmante parole an ihre synagoge malen, um die menschen vor dem einen oder anderen paranoiden weltuntergangsszenario in panik zu versetzen und gegen minderheiten wie Sie zu gewalt aufzurufen. darunter vielleicht noch ein dekoratives kreuzsymbol. wäre das in ordnung?"
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#6 Gerlinde24Profil
  • 03.08.2018, 18:01hBerlin
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • Sind es wirklich Kunstbanausen, oder vielleicht nicht eher Menschen, die sich durch das Bild persönlich beleidigt und angegriffen fühlten, und darum so reagierten? Damit eill ich deren Tat nicht entschuldigen, nur die Frage aufwerfen, welche Motive dahinter stecken könnten?
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#7 Gerlinde24Profil
#8 SarahAnonym
  • 03.08.2018, 19:31h
  • Tja, so was Dummes aber auch. Brüssel liegt leider nicht im rückständigen Deutschland, wo man sich weigert, Rassismus und Sexismus überhaupt gesellschaftlich zu diskutieren, sondern mit der Aussage "gibt es hier nicht" leugnet und unter den Tisch zurück wischt.

    In den U.S. oder hier in U.K. wären die Reaktionen gegen das Bild noch deutlicher ablehnend ausgefallen. Das wäre hier gar nicht durch gekommen. Es hätte zu einem breiten Medien-Echo und gesellschaftlicher Diskussion gegen Herrn König und sein Bild geführt.

    Hier in Deutschland ist man nicht einmal bereit, die Frage zuzulassen, warum sich Blacks und People of Color durch diese kolonial-demütigende Darstellung, die Rassismus immer weiter befördert, missbraucht und diskriminiert sehen. Auch Herr König weist alles einfach nur von sich, wie man lesen kann.

    Dabei ist es doch ganz einfach: Blacks und People of Color HABEN KEINE LIPPEN WIE EIN ROTES SCHLAUCHBOOT. Ich kenne keine schwarze Frau mit solchen Lippen. Meine sind auch nicht so.

    Wieso hören Weisse damit also nicht endlich einfach auf? Warum besteht man darauf, das weiterhin zu tun? Woraus leitet man das "Recht" darauf ab, uns so darzustellen? Und wenn man sich schon auf die Kunstfreiheit bezieht, wie wird es "künstlerisch" hergeleitet, warum man uns dikriminierend darstellen muss?
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#9 Alexander_FAnonym
  • 03.08.2018, 20:13h
  • Antwort auf #8 von Sarah
  • Es gibt auch keine Weißen, die Knollennasen oder in irgendeiner Weise so geartete Gesichtsformen haben, wie Ralf Königs Figuren. Wenn du gegen rassistische Windmühlen kämpfen willst, sei dir das ungenommen, aber wisse, dass das von außen betrachtet etwas lächerlich wirken kann.

    Ich möchte übrigens jede Wette eingehen, dass es sich bei den Sprühern nicht um "people of color" handelt, wie es im poststrukturalistischen Jargon so schön heißt, sondern um diejenigen, die diesen Jargon im Munde führen, sprich weiße, nicht-jüdische Mittelstandsheten.
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#10 GhyslainAnonym
  • 03.08.2018, 20:21h
  • Ich weiß, dass Ralf König nicht rassistisch ist, aber ich kann auch gut verstehen, wenn Menschen diese klischeehafte Darstellung von Schwarzen mit dicken Lippen als rassistisch empfinden.

    Und an einer Stelle ist Ralf König völlig unglaubwürdig:

    Er stellt sich so hin, als ließe er sich nicht einschüchtern und würde weiterhin für die Freiheit der Kunst eintreten. An sich sehr lobenswert. Aber das macht er auch nur, solange es für ihn persönlich nicht zu brenzlig wird. Ich erinnere nur daran, dass er früher auch mal Cartoons mit Burka-Trägerinnen gemacht hat und nach den Morddrohungen gegen den dänischen Karikaturisten der Jyllands Posten hat Ralf König ganz kleinlaut damit aufgehört. Da war nichts mehr mit "Verteidigung der Kunstfreiheit".

    Insofern muss man sagen, dass seine diesbezüglichen Aussagen absolut unglaubwürdig sind, weil er das auch nur solange tut, bis es gefährlich für ihn wird. Nicht, dass ich das nicht verstehen könnte. Aber dann braucht man sich auch nicht so als Kämpfer für Freiheit hinzustellen.
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