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Konservativer Hollywood-Schauspieler
James Woods rückt Homosexualität in die Nähe von Kindesmissbrauch
Eine Kampagne in sozialen Netzwerken will Homo- und Transsexualität mit Kindesmissbrauch gleichsetzen – unterstützt von einem Hollywood-Star.

Schauspielveteran James Woods scheint sich heute sehr viele Sorgen über Homo- und Transsexuelle zu machen (Bild: Toglenn / wikipedia)
- 3. August 2018, 13:54h 3 Min.
Die 71-jährige Hollywood-Ikone James Woods ("Videodrome", "Casino", "Contact", "White House Down") sorgt erneut mit einer LGBTI-feindlichen Stellungnahme in sozialen Netzwerken für Empörung: Der zwei Mal für einen Oscar nominierte Schauspieler teilte am Dienstag ein Bild, das ein Schattenbild eines männlichen Erwachsenen zeigt, der die Hand eines Kindes vor einer Regenbogenfahne hält. Darüber steht: "Pädophile sind auch nur Menschen". Woods schrieb dazu: "Und so beginnt es."

Twitter-Nutzer kritisierten den Schauspieler scharf dafür, Homo- oder Transsexualität mit Kindesmissbrauch gleichsetzen zu wollen. Das Poster war laut dem Lokalsender KATU ursprünglich in der Nähe einer Grundschule in Portland (Bundesstaat Oregon) aufgehängt und rasch wieder entfernt worden. Der Aktivist Cameron Whitten, der Chef der lokalen LGBTI-Organisation Q Center, sagte, damit wollten Gegner der Gleichbehandlung negative Klischees über queere Menschen verbreiten: "Diese Botschaft sollte LGBTQ stigmatisieren. In einer Zeit, in der wir es täglich mit Homo- und Transphobie zu tun haben, ist es nicht hilfreich, wenn solch schädliche Botschaften verbreitet werden."
Woods, der sich auf Twitter und Co. als konservativer Trump-Verehrer profiliert, ist bereits mehrfach mit homo- oder transphoben Botschaften aufgefallen. Im Juli letzten Jahres empörte sich etwa Schauspieler Neil Patrick Harris über einen Eintrag Woods, in dem er einen Vater und eine Mutter aus Südkalifornien dafür kritisierte, dass sie mit ihrem "geschlechterkreativen" Kind einen CSD besuchten (queer.de berichtete).
Woods skandalisierte den Film "Call Me By Your Name"
Im September sorgte Woods erneut für Empörung, als er vor der Premiere des Films "Call Me By Your Name" schrieb: "Wie sie langsam die letzten Barrieren des Anstandes entfernen." Dazu setzte er den Hashtag #NAMBLA – dabei handelt es sich um eine amerikanische Pädophilenorganisation, die sich für die Legalisierung von sexuellem Kindesmissbrauch einsetzt. "Call Me By Your Name" handelt von der gleichgeschlechtlichen Affäre eines 17-Jährigen mit einem 24-Jährigen in Italien, wo das Schutzalter bei 14 Jahren liegt.

"Call Me By Your Name"-Schauspieler Arnie Hammer reagierte damals mit einem Tweet an seinen konservativen Schauspielkollegen, in dem er sich über dessen Liebesleben lustig machte: "Bist du nicht mit einer 19-Jährigen ausgegangen, als du 60 warst?" Außerdem wurde Woods von Schauspielerin Amber Tamblyn beschuldigt, sie angemacht zu haben, als sie erst 16 Jahre alt war. Im Rahmen der startenden #MeToo-Bewegung warfen ihm außerdem die Schauspielerinnen Katie Aselton und Elizabeth Perkins sexuelle Übergriffe vor, die von Woods empört zurückgewiesen wurden.

In sozialen Netzwerken sind zuletzt vermehrt Bilder aufgetaucht, mit den sexuelle und geschlechtliche Minderheiten mit Kindesmissbrauch in Zusammenhang gebracht werden sollten. Manche Twitter-Nutzer gehen davon aus, dass es sich dabei um eine gezielte Kampagne rechter Netzwerke handle. Ein Beispiel ist ein in Amerika viel verbreitetes Bild, das die Buchstaben LGBTP und einen Regenbogen zeigt – das "P" soll dabei für "Pädosexualität" stehen. (dk)














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