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Dörfliche Hetzjagd

Armenien: Mob attackiert LGBTI-Aktivisten

Rund 30 Menschen griffen Besucher eines bekannten queeren Aktivisten an – zwei Personen wurden durch Schläge und Steine schwer verletzt.


Einer der Verletzten des Angriffs vom Freitag (Bild: Gay And Lesbian Armenian Society / facebook)

In der armenischen Gemeinde Shurnukh ist es am Freitagabend Medien- und Aktivistenberichten zufolge zu einer Hetzjagd auf neun LGBTI-Aktivisten gekommen. Rund 30 Menschen, bei denen es sich wohl überwiegend oder gänzlich um Bewohner des Dorfes mit knapp über 200 Einwohnern handelte, attackierten die Aktivisten und verletzten zwei von ihnen schwer – sie wurden unter anderem mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die Aktivisten hatten Hayk Hakobyan, den Gründer der "Rainbow Armenia Initiative", in seinem Wohnhaus besucht. Berichten zufolge klingelte gegen acht Uhr ein ungebetener Gast, der schon vor einigen Monaten Hakobyan angegriffen haben soll, und wollte mit einem Kumpel in das Haus eindringen. "Er begann, uns zu bedrohen. Wir mussten das Haus sofort verlassen, denn sie versammelten Anwohner, um uns zu lynchen", sagte Hakobyan gegenüber armenischen Medien.

Zu einer Konfrontation mit rund 30 Menschen, darunter einem früheren Bürgermeister, kam es dennoch. "Am Anfang haben sie nur geschrien, dass Homosexuelle nicht in diesem Dorf willkommen seien, aber es wurde sehr schnell gewalttätig. Wir sind um unser Leben gerannt", so Hakobyan.

"Sie folgten uns und begannen, uns zu schlagen und Steine zu werfen. Wir wurden alle verletzt, aber zwei meiner Freunde sind schwer verletzt und mussten sofort ins Krankenhaus. Wir sind auf die Autobahn gelaufen, wo sie uns nicht mehr folgen konnten."

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"Wir dachten, dass wir das nicht überleben würden", sagte auch die Feministin und Aktivistin Elvira Meliksetyan in einem Interview. Die Polizei hatte zunächst nicht auf Notrufe reagiert und tauchte den Berichten zufolge erst gegen 21.30 Uhr vor Ort auf – rund 90 Minuten nach Beginn der Angriffe. Nach Aussagen als Zeugen auf einer Wache ließen sich auch die übrigen sieben Aktivisten in einem Krankenhaus behandeln, bevor sie teilweise von der Polizei in die Hauptstadt Jerewan gebracht wurden.

BREAKING: Today, on the 3rd of August, around 20:00, in Shurnukh village, Syunik region, more than 30 people attacked 9…

Gepostet von PINK Armenia am Freitag, 3. August 2018
Facebook / PINK Armenia

"Ich weiß nicht, ob ich mich traue, in das Dorf zurückzukehren", sagte Hakobyan am Samstag. "So viele Menschen tauchten auf und griffen uns an. Auf der anderen Seite sollten wir nicht den Ort verlassen, weil sie dann gesiegt hätten." Der Vater des Aktivisten hatte den früheren Bürgermeister wegen Korruption angezeigt, was mit zu dem Angriff geführt haben könnte.

Die landesweite Organisation Pink Armenia, die am Freitag mit mehreren Aktivisten und Vertretern des Menschenrechts-Beauftragten des Landes zur Polizeiwache geeilt war, hat den Übergriff inzwischen verurteilt und ein hartes Durchgreifen der Behörden gefordert. In Länderrankings zu den Rechten und Lebenssituationen von LGBTI schneidet das Land regelmäßig auf einen der letzten Plätze in Europa ab (queer.de berichtete).

Die örtliche Polizei bestätigte am Samstag in einer Pressemitteilung den Vorfall in Grundzügen samt dem Motiv: "Eine Gruppe von Bewohnern des Dorfes Shurnukh griff mehrere Personen an und verlangte, dass sie das Dorf verlassen, mit der Begründung, dass es sich um Homosexuelle handle". Man habe mehrere Personen festgenommen, Aussagen und die Verletzungen der Angegriffenen dokumentiert und Ermittlungen aufgenommen. Das Büro des Menschenrechts-Beauftragten will laut einer Ankündigung die Ermittlungen streng verfolgen.



#1 swimniAnonym
#2 Gerlinde24Profil
  • 05.08.2018, 06:55hBerlin
  • Wo der Hass und das Vorurteil regiert, können Vernunft und Mitgefühl keinen Platz finden.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 LotiAnonym