Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31678

Bremen

Junge Schwule tyrannisiert: Mutmaßlicher Homo-Hasser angeklagt

Ein bislang in Deutschland einmaliger Fall von Hasskriminalität gegen Homosexuelle kommt in Bremen vor Gericht: Ein 30-Jähriger soll junge Schwule über soziale Netzwerke ausgespäht und dann tyrannisiert haben.


Der 30-jährige mutmaßliche Täter soll wegen Hasskriminalität vor Gericht kommen (Bild: Hans Splinter / flickr)

Die Staatsanwaltschaft in Bremen hat einen 30-jährigen Mann angeklagt, weil er aus Hass junge Schwule hauptsächlich über das Internet tyrannisiert haben soll. Das berichtete Radio Bremen am Montag. Der mutmaßliche Täter werde wegen Volksverhetzung sowie weiteren Vorwürfen wie Nachstellung, Bedrohung, Nötigung und versuchter Erpressung angeklagt; ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Der Angeklagte war bereits vor einem Jahr aufgeflogen; die Polizei warf ihm vor, in mindestens zehn Fällen mit gefälschten Profilen seinen Opfern über einen längeren Zeitraum nachgestellt, sie erpresst und bedroht zu haben (queer.de berichtete).

Trauerkranz an Schule eines jungen Schwulen geschickt

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft umfasst vier Fälle, darunter auch den eines zum Tatzeitpunkt 17-jährigen Schülers, den der Angeklagte innerhalb eines halben Jahres mehrere tausend Mal kontaktiert haben soll, etwa mit Facebook-Mitteilungen, Anrufen oder Whatsapp-Nachrichten. Der mutmaßliche Stalker soll sogar eine Todesanzeige mit dem Namen des Jungen aufgegeben und einen Trauerkranz an seine Schule geschickt haben.

Motivation des Täters soll Homophobie gewesen sein. Sein Ziel sei es stets gewesen, den jungen Schwulen Probleme zu bereiten und ihnen das Leben schwer zu machen. Einige seien beispielsweise über gefälschte Facebook-Konten geoutet worden.

Christian Linker vom Rat & Tat-Zentrum für queeres Leben in Bremen forderte gegenüber Radio Bremen, dass Lesben und Schwule sich öfter zur Wehr setzen sollten. "Oftmals werden solche Verbrechen gar nicht erst angezeigt, und dann ist es sehr, sehr schwierig, Beweise zu finden und zu Verurteilungen zu kommen. Und das Leid dieser Personen ist unendlich groß." Deswegen sei er froh, dass es zu einem Gerichtsverfahren komme. Noch gibt es allerdings keinen Termin für den Prozess. (cw)



#1 JasperAnonym
  • 06.08.2018, 12:05h
  • Das ist schwerster Psycho-Terror, der nicht ohne saftige Strafe bleiben darf.

    Das zeigt aber auch wieder mal, wie dringend sich etwas ändern muss in diesem Land und dass die Politik endlich aktiv werden muss.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Homonklin44Profil
  • 06.08.2018, 12:07hTauroa Point
  • Dass sowas grade junge Leute verängstigt und unter Druck setzt, dürfte klar sein.

    Wenn man so viele Hassnachrichten kriegt, greift es unter Umständen die Selbstwertebene an und führt zu weiter psychischer Verletzung.

    Man darf gespannt sein, ob, oder wie sowas geahndet wird. Hoffentlich bleibts nicht bei geringem Bußgeld und "Du-du-du".
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Patroklos
#4 Alexander_FAnonym
  • 06.08.2018, 15:13h
  • Es ist schon unfassbar, wozu manche Leute fähig sind. Das Schlimmste ist, dass die Aktionen wahrscheinlich seelische Narben hinterlassen werden, die durch nichts wiedergutzumachen sind.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TheDadProfil
  • 06.08.2018, 21:37hHannover
  • Antwort auf #3 von Patroklos
  • Du eskalierst schon wieder in Richtung "lebenslang für alle, und wenns nicht reicht die todesstrafe hinterher"..

    Strafen richten sich nach der Tat und den angerichteten Folgen..

    Dazu hat der Gesetzgeber einen Katalog erstellt aus denen sich die Richter*innen je nach Tat und Täter in jedem einzelnem Fall neu zu entscheiden haben..

    Das nennt sich dann "Richterliche Unabhängigkeit", und genau das ist dann auch gut so, denn "universal-urteile" für ganze Gruppen von Täter*innen haben mit einer freien und demokratischen, aber unabhängigen Justiz überhaupt nichts mehr zu tun !
  • Antworten » | Direktlink »
#6 schwarzerkaterEhemaliges Profil
  • 06.08.2018, 22:45h
  • " ... innerhalb eines halben Jahres mehrere tausend Mal kontaktiert haben soll, etwa mit Facebook-Mitteilungen, Anrufen oder Whatsapp-Nachrichten. ... "
    hat dieser schwulenhasser keine eigene beziehung? oder/und hat er keinen job?
    oder woran liegt es, dass jemand so viel zeit damit verbringt sich ungefragt in das leben anderer einzumischen?
  • Antworten » | Direktlink »