Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31681

Paris

Gay Games eröffnet – inklusive taiwanischer Flaggen

Trotz Druck aus China durften Taiwaner bei den Gay Games in der französischen Hauptstadt ihre Flaggen zeigen.


Taiwans Teilnehmer bei den Gay Games (Bild: Facebook / TGSGDMA)

  • 6. August 2018, 14:07h, noch kein Kommentar

Bei der Eröffnungsfeier der zehnten Gay Games sind am Samstag tausende Athleten aus insgesamt 91 Ländern ins Pariser Stade Jean-Bouin einmarschiert, darunter auch Athleten aus Taiwan mit ihrer eigenen Nationalflagge. Im Vorfeld der Veranstaltung hatten LGBTI-Aktivisten aus Taiwan noch befürchtet, dass sie auf Druck der Volksrepublik China, die das Nachbarland als abtrünnige Provinz betrachtet, Einschränkungen ausgesetzt seien (queer.de berichtete).

Die Athleten aus Taiwan trugen neben ihren Landesfahnen auch ein Transparent mit der Aufschrift "Taiwan – das erste asiatische Land, das die Ehe öffnet". Hintergrund ist ein historisches Urteil des Obersten Gerichtshofs vom Mai 2017, nach dem das Land Schwule und Lesben binnen zwei Jahren im Ehe-Recht gleichstellen muss (queer.de berichtete).

Solidarität für Taiwan aus anderen Ländern

Auch Teilnehmer anderer Länder schwenkten aus Solidarität bei der Eröffnungsfeier taiwanische Flaggen, darunter Sportler aus den USA, den Philippinen und dem Gastgeber Frankreich. Yang Chih-chun, der Chef des taiwanischen Teams, erklärte, man habe im Vorfeld mehrere Dutzend Fahnen verteilt.

Die Veranstalter der Gay Games hatten sich bislang nicht zu dem Konflikt geäußert. Der Name Taiwan war wenige Wochen vor dem Start der Veranstaltung im Juli zu "Taipei" (englisch für Taipeh, die Hauptstadt Taiwans) geändert worden. Der taiwanische LGBTI-Sportverband vermutete dahinter die lange Hand Chinas – auch bei anderen Sportevents wie den Olympischen Spielen dürfen Taiwaner nicht mit ihrer Nationalfahne teilnehmen und der Name ihres Landes ist ebenfalls tabu. Inzwischen scheinen die Veranstalter aber wieder lockerer mit den Namen umzugehen: In einer aktuellen Rangliste wird auf der Paris2018-Website das Land unter seinem englischen Namen "Taiwan, Republic of China" geführt, allerdings wird anders als bei anderen Nationen keine Flagge eingeblendet.



Insgesamt nehmen bei den diesjährigen Gay Games mehr als 12.000 Menschen aus 91 Ländern teil, darunter auch aus vielen homophoben Ländern – 58 Sportler kommen etwa aus Russland, wo öffentliche "Propaganda" für gleichgeschlechtliche Lebensweisen verboten ist. Ein Teilnehmer ist Saudi-Arabier; in seinem Heimatland droht Homosexuellen die Todesstrafe.

Die Gay Games gibt es seit 1982 als Veranstaltung ohne Teilnahmebeschränkungen oder Qualifikationshürden. Auch Heterosexuelle können am alle vier Jahre stattfindenden weltweit größten Breitensportevent teilnehmen, das von Kulturveranstaltungen und Partys begleitet wird. Das erste Mal wurden die Gay Games mit knapp über 1.000 Teilnehmern in San Francisco veranstaltet. 2010 fand die LGBTI-Olympiade in Köln statt und damit erstmals in Deutschland. 2022 sollen die nächsten Gay Games in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong ausgetragen werden. (dk)

Instagram / munki_chops | Gay-Games-Teilnehmer in Paris