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Uganda

Präsident Museveni: Westen will Afrika Homosexualität "aufzwingen"

Der homophobe Staatschef Ugandas hat sich in einer neuen Tirade über die Lage von Homosexuellen in seinem Land lustig gemacht.


Präsident Yoweri Museveni macht bereits seit Jahren Stimmung gegen sexuelle Minderheiten (Bild: Foreign and Commonwealth Office / flickr)

Ugandas langjähriger Präsident Yoweri Museveni hat am vergangenen Donnerstag bei der "Global Peace Leadership"-Konferenz in Kampala westliche Staaten dafür kritisiert, dass sie afrikanischen Ländern Homosexualität "aufzwingen" wollten. Er warf Ländern außerhalb Afrikas vor, die Identität und Werte Afrikas nicht zu respektieren: "Toleranz ist etwas, das ich im Nahen Osten und sogar in Europa vermisse. Bei jedem Thema wollen sie ihre Ansichten anderen Leuten aufzwingen, etwa beim Thema Homosexualität", so Museveni.

"Wir Afrikaner hier kennen Menschen, von denen es Gerüchte gibt, sie seien homosexuell", so der sichtlich gut gelaunte 73-Jährige unter hämischem Gelächter der Zuhörer. "Sogar in unserer Geschichte gibt es Gerüchte über Leute, aber man kann nicht hier aufstehen und sagen: 'Ich bin homosexuell'. Menschen hier mögen das nicht." In Richtung westlicher Staaten fuhr der Staatspräsident fort: "Wenn wir mit unseren Partnern aus anderen Teilen der Welt sprechen und ihnen sagen, dass es sich dabei um eine Privatangelegenheit handelt, sagen sie: 'Nein'. Sie wollen uns das aufzwingen, und ich soll aufstehen und sagen: Olé, Homosexuelle, olé." Museveni machte in seiner Rede noch einen Rundumschlag gegen "gierige" westliche Länder, die er für die Übel der Welt verantwortlich machte.

Museveni erhält Friedenspreis

Bei der Konferenz, die von der christlich-religiös motivierten US-Organisation Global Peace Foundation veranstaltet wurde, erhielt der mehrfach der Wahlfälschung beschuldigte Autokrat einen Friedenspreis. Die 2009 gegründete Organisation verfolgt eigenen Angaben zufolge das Ziel, "werteorientierte" Wege zur Friedenssicherung zu finden.

Direktlink | Bericht in den ugandischen Nachrichten

LGBTI-Aktivisten kritisierten die Auszeichnung für Museveni scharf. "Es ist eine Schande, einen Präsidenten zuzuhören, wie er LGBTI niedermacht, während er einen globalen Friedenspreis gewinnt", erklärte Edwin Sesange, der Chef der in London ansässigen African Equality Foundation. "Ich weiß nicht, welche Kriterien von dieser Global Peace Foundation angewandt wurden, aber ich nehme mal an, dass Frieden für diese Leute nicht bedeutet, dass es Gerechtigkeit, Nichtdiskriminierung und eine faire Behandlung von LGBTI gibt."

Gleichgeschlechtliche Handlungen können im größtenteils christlichen Uganda nach einem Gesetz aus britischer Kolonialzeit mit bis zu lebenslanger Haft bestraft werden, seit dem Jahr 2000 betrifft das auch Handlungen unter Frauen. Führende Politiker machen immer wieder mit homophober Rhetorik Stimmung gegen Homosexuelle. Vor wenigen Jahren sorgte etwa eine Gesetzesinitiative zur Einführung der Todesstrafe für Homosexualität international für Aufregung (queer.de berichtete). Trotz der offenen Staatshomophobie im Land hat Uganda alleine von der deutschen Bundesregierung in den letzten beiden Jahren 75 Millionen Euro Entwicklungshilfe erhalten und wird vom Bundesentwicklungsministerium wegen der Aufnahme vieler Flüchtlinge als "stabilisierende Kraft in Ostafrika" bezeichnet. (dk)



#1 stephan
  • 07.08.2018, 21:23h
  • Tja Museveni - du homophober, zurückgebliebener Ignorant, ... mir haben die westlichen Werte zuerst aufgezwungen, Schwarze als Menschen zu akzeptieren ,,, echt schlimm ... IRONIE off
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#2 WieBitteAnonym
  • 07.08.2018, 23:03h
  • Antwort auf #1 von stephan
  • Schwarze Menschen.. eine interessante Kategoriesierung, hab noch nie einen gesehen... oder meint man damit etwa diejenigen Menschen die jährlich zu Hunderten im Mittelmeer verrecken? Man sollte Intoleranz mit Intoleranz bekämpfen, denn schon alten Testament heißt es ja :Auge um Auge,...
    Ironieoff
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#3 Gerlinde24Profil
  • 08.08.2018, 06:42hBerlin
  • Der Witz bei der ganzen Sache ist, dass vor der Kolonialisierung Afrikas, in weiten Teilen des Kontinents Homosexualität akzeptiert oder toleriert wurde, und erst die Eroberer die Homophobie nach Afrika brachten.
    In diesem und dem letzten Jahrhundert waren es vor allem fundamentalistische "christliche" Missionare, die Homophobie verbreiteten. Und, wenn Europa auf die Einhaltung grundlegender Menschenrechte pocht, und dieses mit den Zahlungen verknüpft (die meist nicht der Bevölkerung, sondern den "Freunden" und Familien der Machthaber zukommen), dann ist das keine Einmischung oder Zwang, sondern nur eine Forderung, die sie erfüllen können, oder nicht. Alles hat seine Konsequenzen!
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#4 EternalAlmanAnonym
  • 08.08.2018, 07:18h
  • Antwort auf #3 von Gerlinde24
  • Hatten wir alles schon hier besprochen, nein, Homosexualität wie wir sie heuet definieren gab es im prekolonialen Afrika nicht. Es gab sie aber Weltweit nicht, weil sie eine Erfindung von westlichen Wissenschaftlern um die Jahrhundertwende um 1900 ist.

    Es gab schon immer irgendwie Sex zwischen Kriegern, ältere Männer die zu initiatorischen Zwecken Sex mit jüngeren Männern hatten, außerehelichen Sex von Männern neben ihrer Beziehung zu ihrer Frau oder ihren Frauen, Sex mit Menschen die du heute als Transsexuelle defineiren würdest, die aber eher als drittes Geschelcht von sich selbst und andere gesehen wurden, Sex zwischen den Frauen eines Mannes, alles das gab es in Afrika, nur eben keine Menschen die sich ausschließlich und exklusiv als Homosexuell definierten und versuchten von dem Rest der Gesellschaft druch eine spezielle Identität abzugrenzen, wie das bei uns stattfindet.

    Hier ein Artikel darüber:
    www.theguardian.com/commentisfree/2014/mar/08/african-homose
    xuality-colonial-import-myth


    Das letzet was man tun sollte, ist eben die damaligen Traditionen dieser Menschen nun zu missbrauchen, und für uns nützlich umzudeuten, um unsere Agenda dort zu verbreiten.
    Was damals war und unsere westlichen Vorstellungen von Homosexualität, sind nicht das Selbe.
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#5 Homonklin44Profil
  • 08.08.2018, 10:56hTauroa Point
  • Antwort auf #4 von EternalAlman
  • Aber Leute, die sich in Angehörige desselben Geschlechts verlieben, oder nur mit solchen Sex und Partnerschaft genießen können, gab und gibt es früher wie heute.

    Welche Bezeichnung man dafür auswählt oder prägt, ändert doch nichts an der Faktenlage.

    Elefanten waren auch schon da Elefanten, als es das Wort und den Artbegriff Loxodonta noch nicht gab.
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#6 la_passanteAnonym
  • 08.08.2018, 13:17h
  • Es ist genau umgekehrt: Der Schwulenhaß vieler afrikanischer Regierungen, insbesondere der postkolonialen Tyrannen, ist ein westlicher/weißer, Import, insbesondere durch evangelikale Hetzer und Hasser.
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#7 von_hinten_genommenAnonym
  • 08.08.2018, 14:15h
  • Ich sehe es etwas anders:

    www.tagesspiegel.de/weltspiegel/homosexualitaet-in-afrika-vo
    n-duldung-zu-leidenschaftlicher-ablehnung/9569520.html


    Willkommen oder akzeptiert war Homosexualität etc. nirgendwo, weltweit nicht. Geduldet wurde es ausschließlich, wenn es nicht geoutet war. Auch in Afrika mussten es diejenigen geheim halten.
    Der Ursprung allerdings für die Ablehnung gegenüber Homosexualität kommt tatsächlich von Religionen, in Afrika von der anglikanischen Kirche.
    Importiert wurde Homophobie nicht, sondern der Umgang mit LSBTTIQ wurde im Laufe der Zeit offener und weltweit gibt es einen Aufbruch von LSBTTIQ, die sich immer mehr zeigen und sich outen. Das ist das, womit die meisten Schwierigkeiten haben: dass Homosexualität nun nicht mehr geheim gehalten wird, sondern immer mehr Homosexuelle sich outen und ihre Identität nicht länger verbergen wollen und auch nicht können.
    Der eigene Umgang damit ist zum Glück toleranter geworden, nur können viele damit nicht umgehen und wollen die LSBTTIQ sozusagen wieder dazu bringen, ihre Identität zu verschweigen - zur Not mit den bekannten unmenschlichen Gesetzen, die es noch in einigen Ländern gibt.

    Die Homosexualität ist also hier nicht das Problem. Das Problem ist immer noch die Intoleranz von vielen. Und diese Intoleranz hat es auch schon immer überall gegeben. Die Religionen haben dabei ihren Hauptanteil, das ist auch klar. Und nun, seit die LSBTTIQ offener mit ihrer Identität umgeht, wird die Intoleranz eben sichtbarer und spürbarer.

    Den Homosexuellen aber nun einen "Strick" zu drehen, halte ich für falsch. Dass es Begriffe für verschiedene Identitäten gibt, sehe ich ebenfalls nicht als problematisch. Der Begriff Hetero wird auch nicht ausschließlich und explizit als Abgrenzung verwendet, sondern es gibt Menschen, die Hetero sind. Es kommt nur darauf an wie Heteros damit umgehen: diejenigen, die intolerant sind, grenze sich damit ab und nutzen es uns gegenüber negativ, aber zum Glück tun das nicht alle.
    Und dasselbe auch innerhalb der LSBTTIQ Community: manche grenzen sich mit ihrer Identität ab und manche nicht.

    Das ist dasselbe wie mit der Augenfarbe: ich fühle mich von denen, die braune Augen haben, nicht abgegrenzt. Es ist doch erlaubt zu sagen, welche Augenfarbe eine/r hat. Und genauso ist es auch in Ordnung zu sagen, welche Identität man selbst hat. Die Identität an sich ist natürlich. Sonst müsste man konsequenterweise auch sagen, dass sich die roten Blumen von den blauen Blumen abgrenzen. Diversity ist diverse, und Vielfalt ist vielfältig.

    Aus meiner Sicht ist die Intoleranz und die mangelnde Aufgeschlossenheit das Problem. Das wurde hauptsächlich durch Religion verursacht, und die Ursache geht heute immer noch weiter, gestoppt ist das noch längst nicht :-(
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#8 ursus
#9 EternalAlmanAnonym
  • 08.08.2018, 14:45h
  • Antwort auf #7 von von_hinten_genommen
  • Das ist dein ewiges Problem, die intellektuelle Wunde die du hier ständig zur schau stellst: Du kannst nicht zwischen Handlungen und Identität trennen, auch bei dir selbst nicht.

    Mal als Beispiel:
    In Indien gelten Männer die mit anderen Männern außerehelichen Sex haben, nicht als schwul oder bisexuell.

    In den meisten Kulturen gab es nichtmal ein Wort, was solche Handlungen beschreibt, weil es einfach keine Rolle spielte und irgendwann einfach alle Leute verheiratet wurden, das hatte nichts mit Verliebt sein zu tun, sondern ökonomsichen Gründen wie Stammesallianzen und das der Clan Erben brauchte.
    So etwas wie Heterosexualität, war auch niemandem bekannt, so etwas spielte einfach keine Rolle, weil die Gesellschaften anders funktionierten, eher auf Ökonomie udn Überleben und weniger auf Moral eingestellt waren.

    Wenn es sinnvoll ist das junge Krieger sexuellen Kontakt zu älteren unterhalten, um das Ausbildungsverhältnis zu verbessern, dann war das so, das hatte nichts mit irgendeiner Vorstellung von Homosexualität zu tun. Später mussten sie eh ein Mädchen heiraten, egal was sie vorher getan haben.

    Du beschriebst dich ja auch als Lesbe, obwohl du mit Männern geschlafen hast, lehnst auch den Begriff Pansexualität ab, obwohl du mit Transsexuellen schläfst.

    Schau, du bist genau so von deinen kulturellen Normen und Vorstellungen geprägt, wie andere Menschen auch.

    Aber dem Westler fällt es eben besonders schwer, seine hirschfeldsche Glaubenswelt die er für Wissen hält, einmal aufzugeben und andere Perspektiven anzunehmen.
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#10 PierreAnonym
  • 08.08.2018, 14:56h
  • Komisch, die 75 Millionen Euro "Entwicklungshilfe", die sie alleine in den letzten 2 Jahren nur schon aus Deutschland bekommen haben, lassen sie sich gerne vom Westen "aufzwingen"...

    Meiner Meinung sollten alle Zahlungen (egal wie man sie nennt und die letztlich nur das jeweilige Regime an der Macht halten) an die Achtung von Menschenrechten gekoppelt sein.

    Die Achtung von Menschenrechten ist ja wohl nicht zu viel verlangt. Und wer das dennoch nicht will, wird nicht dazu gezwungen, sollte dann aber auch kein Geld mehr erhalten.
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