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Einzelkommentar zu:
Bistum Speyer macht Angebot für Lesben und Schwule


#25 KetzerAnonym
  • 13.08.2018, 21:49h
  • Antwort auf #23 von Lars
  • "Glauben in sozialer Gemeinschaft als krankhaft abgetan":

    Also ich sage nicht, dass das krankhaft ist. Ich sage aber sehr wohl, dass es töricht ist.

    Wenn ich Heil in einer sozialen Gemeinschaft suche, die mein Sosein aus tiefster Überzeugung ablehnt, muss ich eben an bestimmten Stellen mein Hirn ausschalten. Immer dann, wenn sie mich wieder mal verteufeln und verurteilen, muss ich "glauben". Glauben, dass das dennoch die richtige Gemeinschaft für mich ist, die mich hält und unterstützt. Würde ich an diesen Stellen mein Hirn einsetzen und denken, wäre mir sehr schnell klar, dass das so nicht funktionieren kann und dass ich dort nur akzeptiert sein kann, wenn ich mich irgendwelchen hirnrissigen (und ich verwende dieses Wort jetzt ganz bewusst) Dogmen unterordne, die letztendlich nicht nur mein Hirn zerreißen, weil es natürlich merkt, dass da eigentlich was falsch läuft, sondern mir auch meine Möglichkeiten nehmen, mich als klar denkender Mensch zu meiner eigenen Freiheit zu entwickeln - und zwar Freiheit von Menschen und deren Glaubenssätzen, die mich nur tatsächlich akzeptieren, wenn ich mein eigentliches Ich verbiege und zerstöre. Oder zumindest so knallhart verstecke, dass meine Fassade mit mir selbst so gut wie nichts mehr zu tun hat.

    Eine solche Situation ist belastend, kräftezehrend, krankmachend. Kognitive Dissonanz mag als Mittel dienen, dies teilweise auszublenden, allerdings bleibt das System mit seinen grundsätzlichen Wirkmechanismen aufrecht und zehrt und zerrt an den Nerven.

    Sich freiwillig dauerhaft einer solchen Situation auszusetzen, nenne ich deshalb schlicht töricht.
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