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Offener Brief

Trans-Aktivisten fordern Fairness von Hollywood

Die Traumfabrik Hollywood solle keine Klischees über Transpersonen mehr verbreiten, um die gesellschaftliche Akzeptanz dieser diskriminierten Gruppe zu stärken.


Das Magazin Variety zeigt auf seinem Titelseite die drei Trans-Schauspieler Chaz Bono, Laverne Cox und Alexandra Billings (Bild: Variety)

In einem im Branchenmagazin "Variety" veröffentlichten Offenen Brief fordern Transpersonen und ihre Alliierten aus vier Dutzend Organisationen, Firmen und Gewerkschaften die Entscheidungsträger in Hollywood auf, Geschichten rund um Transpersonen künftig besser und authentischer zu erzählen. "Dann wird man uns auch in der realen Welt besser behandeln", heißt es in dem Brief. "Lasst uns gemeinsam eine schöne, diverse und offene Welt schaffen, in der Transpersonen als gleichberechtigte Menschen akzeptiert werden"

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Mitarbeiter von großen Filmproduktionsfirmen wie Working Title, Berlanti Productions und Sony Pictures Classics. Anlass des Briefes ist der Streit um die Star-Schauspielerin Scarlett Johansson, die zunächst im Film "Rub & Tug" die Rolle eines transsexuellen Mannes übernehmen wollte, sich aber nach Protesten von Trans-Aktivisten, die eine Cis-Frau für ungeeignet hielten, vom Projekt zurückzog (queer.de berichtete). Jetzt ist unklar, ob der Film über den transsexuellen Bordellbesitzer Dante Gill überhaupt produziert wird.

Transpersonen als "tragische Opfer, psychotische Killer oder eindimensionale Klischees"

In dem Brief wird beklagt, dass Transpersonen in vielen Hollywood-Streifen als Witzfiguren dargestellt worden oder gar nicht aufgetaucht seien. "Wir wurden mit Dragqueens verwechselt, unsere Geschichte wurde ausradiert und wir wurden verhöhnt für Ausdrucksweisen des Geschlechts, die nicht gesellschaftlichen Normen folgen", heißt es. Zwar wache Hollywood bereits auf, in der Vergangenheit habe die Traumfabrik Transpersonen aber "fast ausschließlich als tragische Opfer, psychotische Killer oder eindimensionale Klischees" gezeigt. Dabei seien Transpersonen im echten Leben Diskriminierungen ausgesetzt, was unter anderem zu einer weit höheren Rate an Selbstmordversuchen in dieser Gruppe führe.

Als positives Beispiel, wie Hollywood die gesellschaftliche Akzeptanz stärken könne, wird die Darstellung Homosexueller in den letzten Jahren genannt. "Wir wissen, dass Projekte wie 'Ellen', 'Will & Grace', 'Brokeback Mountain', 'Milk', und 'Moonlight' geholfen haben, Klischees über Schwule und Lesben aufzulösen. Ohne das hätte es womöglich keine Ehe für alle gegeben."

Die LGBTI-Organisation GLAAD und die Gruppe 5050by2020, die für Gleichbehandlung in Hollywood kämpft, haben dazu gemeinsame Richtlinien erstellt. Darin wird etwa empfohlen, bei der Adaption einer Trans-Geschichte Transpersonen in die Umsetzung einzubeziehen, von der Arbeit am Drehbuch bis hin zur Besetzung der Rollen.

Direktlink | Bei "Variety" diskutieren Trans-Schauspieler darüber, wann es einen Trans-Superheldenfilm geben wird

Im Jahr 2015 hatte die Hollywood-Produktion "Stonewall" des schwulen deutschen Starregisseurs Roland Emmerich für Irritationen gesorgt, weil laut Aktivisten in dem Film unter anderem Trans-Frauen an den Rand gedrängt worden seien, obgleich diese zentral für den historischen Stonewall-Aufstand gewesen sind (queer.de berichtete). Der Film floppte an den Kinokassen. (dk)



#1 Gerlinde24Profil
  • 09.08.2018, 19:33hBerlin
  • Als Drehbuchautorin mit transsexueller Vergangenheit (nach der Personenstandänderung ist man nicht mehr transsexuell, auch, wenn es umgangssprachlich noch so gesehen wird), unterstütze ich dieses Vorhaben 100%.
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#2 Fake NewsAnonym
  • 09.08.2018, 20:01h
  • Antwort auf #1 von Gerlinde24
  • Sorry, wenn ich jetzt Deine Blase zerstechen muss, aber dieses Unfugsnarrativ von "ehemals transsexuell" ist nach internationaler Definition Unfug.

    Alle Definitionen beziehen sich auf "assigned at birth", also auf "bei Geburt zugewiesen" und nicht darauf, was im Ausweis steht.

    So etwas wie ein reiner Verwaltungsakt kann also ein "T" nicht einfach aus der "T"-Ecke katapultieren.

    Diese Behauptung ist nichts anderes als eine von einer Sorte der "wahren Transsexuellen" in die Welt gesetzte Fabel, wodurch sie sich von anderen abgrenzen wollen, die entweder eine solche Änderung nicht anstreben oder wegen irgendwelcher restriktiver Maßnahmen nicht können wie Verweigerung der Begutachung" (noch) nicht durchgeführte GaOP, usw.

    Jemand, der das falsche Geschlecht nicht im Pass stehen hat, hat also einfach ein falsches Geschlecht im Pass stehen - je nach Absichten der Person also noch "in der Transition befindend". Viel treffender kann man also von pre-transitionär, in der Transition befindend oder post-transitionär sein, was auch präziserer und auch anerkannter Sprachgebrauch ist.

    Den Quatsch von "ehemals transsexuell" gibt's nur in immer den gleichen Phantasiekreisen.

    Der wirkliche Hintergrund dieser Fabel ist der, dass die Leute sich dafür schämen transsexuell zu sein, und das quasi per "Anerkennung durch den Staat" loswerden zu wollen.

    Und wenn man dann "stealth" lebt mit dem ganzen Krank "nichts mehr zu tun haben will", sondern "ganz normal sein". Kennen wir doch.

    Schwule sind nach der Heirat doch auch immer noch schwul, oder? Sind trotzdem normal und wozu muss man sich da schämen?

    Den Hirnfick bitte gleich begraben, ehe er Kinder bekommt.
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#3 fremdschämAnonym
  • 09.08.2018, 20:34h
  • "Als Drehbuchautorin mit transsexueller Vergangenheit (nach der Personenstandänderung ist man nicht mehr transsexuell, auch, wenn es umgangssprachlich noch so gesehen wird)"

    Ich frage mich langsam wirklich, warum diese sich für nichts erblödende Art der Verdrängung und Selbstleugnung immer nur in unserem Land gedeiht. Zum fremdschämen!
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#4 TheDadProfil
  • 09.08.2018, 23:11hHannover
  • ""Als positives Beispiel, wie Hollywood die gesellschaftliche Akzeptanz stärken könne, wird die Darstellung Homosexueller in den letzten Jahren genannt. "Wir wissen, dass Projekte wie 'Ellen', 'Will & Grace', 'Brokeback Mountain', 'Milk', und 'Moonlight' geholfen haben, Klischees über Schwule und Lesben aufzulösen.""..

    Hübsche Aufzählung..
    Welche der dortigen Rollen, von Hauptrollen will man schon beinahe nicht mehr reden, wurde von einer/m LGBT-Schauspielerin "authentisch" verkörpert ?
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#5 TheDadProfil
  • 09.08.2018, 23:17hHannover
  • Antwort auf #1 von Gerlinde24
  • ""(nach der Personenstandänderung ist man nicht mehr transsexuell, auch, wenn es umgangssprachlich noch so gesehen wird)""..

    Und wieder der Zaubertrick eines Verwaltungsaktes..

    Der inzwischen für viele Trans*-Menschen faktisch am Anfang des neuen Lebens steht..

    Magst Du wenigstens mal den Versuch unternehmen zu erklären wieso die Änderung eines Eintrages ins Geburtsregister und die Ausstellung neuer Personal-Dokumente eine "Transsexualität" "beenden" soll ?
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#6 Gerlinde24Profil
  • 10.08.2018, 02:14hBerlin
  • Antwort auf #2 von Fake News
  • I am, what i am, and what I am, needs no excuses.
    Bekannt?
    Juristisch betrachtet, bin ich eine Frau. Und werde meist auch als solche wahrgenommen. Früher, als ich noch an Liebesbeziehungen interessiert war (die letzte war vor 10 Jahren zu Ende gegangen) , sagte ich meinen potentiellen Partnern, dass ich früher trans war. Manche hatten damit kein Problem, die meisten schon. Auch in der LGBTI Gemeinschaft! Ein Beispiel:
    Ich lernte in einem Lesbencafé eine Frau kennen, die, wie ich, politisch engagiert war. Wir freundeten uns an, und mit der Zeit empfanden wir mehr als Freundschaft füreinander. Ich wusste, ich musste es ihr sagen. Im besagten Café trafen wir uns, und ich sagte es ihr. Zuerst glaubte sie, ich sei eine Frau, die ein Mann werden wollte, womit sie laut ihrem Bekunden keine großen Probleme hätte. Dann wurde ich deutlicher. Sie verstand. Wortlos stand sie auf, bezahlte ihre Rechnung, und ging.
    Wie Du siehst, schäme ich mich meiner Vergangenheit nicht, binde sie nur nicht jedem auf die Nase!
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#7 Gerlinde24Profil
  • 10.08.2018, 02:20hBerlin
  • Antwort auf #3 von fremdschäm
  • "Ich frage mich langsam wirklich, warum diese sich für nichts erblödende Art der Verdrängung und Selbstleugnung immer nur in unserem Land gedeiht. Zum fremdschämen!"

    Ich verdränge nicht, verleugne auch nichts (siehe meinen Beitrag davor), ich binde meine Vergangenheit nur nicht jedem auf die Nase!
    Und noch etwas, für die Lesben, Schwulen und bisexuellen Menschen, die keinen blassen Dunst davon haben, wie transsexuelle Menschen denken und fühlen:
    Unsere Vergangenheit ist, ob wir es wollen oder nicht, ein Teil unserer Biographie. Wir, und nur WIR, müssen damit umgehen, und haben das Recht, uns für uns persönlich, so zu definieren, wie wir uns fühlen. Das hat nichts mit verdrängen oder verleugnen zu tun, wohl aber etwas mit dem SELBSTBILD!
    Andere haben NICHT DAS RECHT, uns unsere Identität oder sexuelle Präferenz vorzuschreiben! Kapiert das endlich!!!
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#8 Gerlinde24Profil
  • 10.08.2018, 02:26hBerlin
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • "Hübsche Aufzählung..
    Welche der dortigen Rollen, von Hauptrollen will man schon beinahe nicht mehr reden, wurde von einer/m LGBT-Schauspielerin "authentisch" verkörpert ?"

    Bei einem Film, einer Serie, geht es um die Geschichte, nicht die Schauspieler. Ein guter Schauspieler kann glaubhaft das verkörpern, was er nicht ist (siehe Hannibal Lector)
    Kennt jemand von Euch den Fernsehfilm "Normal", dass auf dem Theaterstück "Looking for normal" basiert? Darin spielt Tom Wilkinson einen älteren transsexuellen Menschen. Und Jessica Lange seine Frau, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. In Deutsch lief er unter dem Titel "Eine Frage der Liebe".
    Trotz einiger kleiner Fehler, war das Buch gut geschrieben, und der transsexuelle Charakter gut recherchiert worden. Und Wilkinson spielte ihn glaubhaft.
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#9 Gerlinde24Profil
  • 10.08.2018, 02:37hBerlin
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • "Magst Du wenigstens mal den Versuch unternehmen zu erklären wieso die Änderung eines Eintrages ins Geburtsregister und die Ausstellung neuer Personal-Dokumente eine "Transsexualität" "beenden" soll ?"

    Eigentlich hab ich dazu keine Lust, weil ich es in der Vergangenheit zu oft getan habe, aber immer auf taube Ohren stieß (sowohl bei "normalen" Menschen, als auch Mitgliedern der Gemeinschaft), und die Menschen lieber ihren Vorurteilen fröhnen wollten, als sich sachlich damit auseinander zu setzen.
    Trotzdem versuche ich es mal, mit drei Beispielen aus meinem Leben:

    Beispiel 1:
    Zur Zeit meines CO bezog ich Arbeitslosengeld. Ich musste zum Arbeitsamt, ging als Frau hin, weil ich im so genannten "Alltagstest" war. Die Sachbearbeiterin wollte nicht mich, sondern "meinen Mann" sprechen. Ich klärte sie auf. Wir einigten uns, weil mein männlicher und mein weiblicher Vorname mit dem selben Buchstaben begannen, mit einer Abkürzung den Schriftverkehr zu führen.

    Beispiel 2:
    Ich war verheiratet, wollte mein Konto ändern, so dass meine Ex keinen Zugriff darauf hatte. Es wurde mir verwehrt, weil ich einen männlichen Pass hatte, aber weiblich aussah. Erst, als mein Therapeut die Bank darüber aufklärte, durfte ich es.

    Beispiel 3:
    OP und Personenstand waren gelaufen. Ich bewarb mich um eine Stelle. Ich bekam den Job. Ohne Personenstandänderung und neuen Pass wäre ich noch immer arbeitslos gewesen.

    Fazit:
    Für mich und alle anderen war ich nach der Personenstandänderung eie ganz normale Frau, als die ich auch gesehen, und als die ich auch behandelt werden wollte.
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#10 BeVerlyAnonym
  • 10.08.2018, 08:47h
  • Antwort auf #6 von Gerlinde24
  • Go Girl!
    Bin Tunte / Genderfuid und möchte dich unterstützen!
    Viele in der Homo-Comunity verstehen Trans* eh nicht. Und bei all den gesellschaftsploitischen queer-feministischen Diskussionen zur Zeit ist die emotionale Empfindung fast ausgeblendet. Die Laut sind hört man eher - aber sie haben nicht immer Recht!
    Be woman! So sehe ich meine Freundinnen auch - kann aber selbst vielen Schwulen nicht mal erläutern was eine Tunte ist.
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