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Mittelamerika

Costa Rica: Gericht ordnet Öffnung der Ehe an

Die Ehe für alle ist auf dem amerikanischen Doppelkontinent weiter auf dem Vormarsch: Das höchste Gericht von Costa Rica hat nun die Ehe-Öffnung bis Februar 2020 angeordnet.


Der Oberste Gerichtshof in der Hauptstadt San José hält das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben für einen Verstoß gegen die Menschenrechte (Bild: Alejandro Álvarez Taborda / wikipedia)

Der Oberste Gerichtshof des mittelamerikanischen Staates Costa Rica hat am Mittwochabend die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben innerhalb der nächsten 18 Monate angeordnet. Damit folgt der Corte Suprema de Justicia einer Entscheidung des Interamerikanische Gerichtshofs für Menschenrechte, der Anfang des Jahres erklärt hatte, dass das Ehe-Verbot für gleichgeschlechtliche Paare gegen die Amerikanische Menschenrechtskonvention verstößt (queer.de berichtete).

Richter Fernando Castillo erklärte nach der Entscheidung in einer Pressekonferenz, dass nun der Gesetzgeber gefragt sei. Sollte das Parlament bis zum 8. Februar 2020 kein Gesetz zur Gleichstellung im Ehe-Recht beschlossen haben, dürften Schwule und Lesben auch ohne gesetzliche Änderung heiraten.

Der erst im Frühjahr ins Amt gewählte LGBTI-freundliche Präsident Carlos Alvarado Quesada begrüßte die Entscheidung der Höchstrichter. Er rief am Donnerstag das Einkammer-Parlament des fünf Millionen Einwohner zählenden Landes auf, schnell zu handeln, damit bis zur Deadline eine gesetzliche Regelung geschaffen werden kann. Auf Twitter erklärte der Mitte-Links-Politiker, dass der Staat alle Familien schützen müsse und niemand wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden dürfe.

Twitter / CarlosAlvQ

Widerstand von religiösen Gruppen

Widerstand gegen die Gleichbehandlung kam insbesondere von der katholischen Kirche und von evangelikalen Aktivisten, die in Costa Rica zuletzt durch massive Missionierung an Einfluss gewonnen haben. In den letzten Jahrzehnten stieg der Anteil der Protestanten im Land von drei Prozent auf mehr als 20 Prozent an. 14 der 57 Parlamentsabgeordneten sind evangelikal – politisch vereint sie insbesondere die Ablehnung von Abtreibung und LGBTI-Rechten. Evangelikale Abgeordnete wie Jonathan Prendas Rodríguez kritisierten das Urteil scharf. Prendas erklärte, der Oberste Gerichtshof habe den Costa-Ricanern mit seiner Entscheidung "eine Pistole an den Kopf gesetzt".

Enrique Sanchez, der erste offen schwule Abgeordnete des Landes, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass er wegen der homophoben Tendenzen vieler Abgeordneter nicht daran glaube, dass sich das Parlament auf ein Gesetz zur Ehe-Öffnung einigen könne. Sanchez gehört der Partei von Präsident Quesada an.

Direktlink | Bericht über die Entscheidung des Gerichts in einem lateinamerikanischen Nachrichtensender

Rund vier Fünftel der Bevölkerung von Nord- und Südamerika leben inzwischen in Ländern, in denen die Ehe für alle anerkannt wird – dazu zählen die USA, Argentinien, Brasilien und Kolumbien. Allerdings gibt es auf dem Doppelkontinent noch immer einige Staaten, die gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Strafe stellen, darunter Guyana und Jamaika. (dk)



#1 Ralph
  • 10.08.2018, 11:07h
  • Man darf gespannt sein, ob Regierung und Parlament Costa Ricas die Sache jetzt genauso verschleppen und aussitzen, wie das Regierung und Parlament Taiwans und Österreichs tun. Auch dort gibt es entsprechende Gerichtsentscheidungen. Getan hat sich seither nichts.
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#2 Patroklos
#3 FelixAnonym
  • 10.08.2018, 16:16h
  • Bravo.

    Je mehr Staaten im 21. Jahrhundert ankommen und Menschenrechte achten, desto besser.
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#4 Gerlinde24Profil
  • 10.08.2018, 18:55hBerlin
  • Das Katholen und Evangelikale was dagegen haben, war ja klar!Aber jetzt müssen die mit ansehen, und können nix dagegen tun, dass wir heiraten. Freu mich für die Jungs und Mädels in Costa Rica. Mögen ihrem Beispiel viele Länder folgen!
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