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Wiesbaden, München, ...?
"Demo für alle" plant offenbar erneut Hassbus-Tour
Das homo- und transfeindliche Bündnis hat vor den Landtagswahlen in Bayern und Hessen Kundgebungen in mindestens zwei Städten angemeldet.

Der "Bus der Meinungsfreiheit" im letzten September in Köln (Bild: nb)
- Von Norbert Blech
14. August 2018, 13:10h 3 Min.
Rund ein Jahr nach einer ersten Bus-Tour der "Demo für alle" durch mehrere Städte in ganz Deutschland plant das homo- und transfeindliche Bündnis offenbar eine Wiederholung: Wie queer.de erfuhr, hat der Verein "Ehe-Famile-Leben e.V." der DfA-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde bereits mindestens zwei Versammlungen offiziell angemeldet, die in den nächsten Wochen stattfinden sollen.
So will das Bündnis am Nachmittag des 13. September, einem Donnerstag, eine Kundgebung in Wiesbaden abhalten. Für zwei Tage später hat der Verein eine Versammlung in München angemeldet. Da eine Kundgebung an einem Werktag stattfindet und beide Termine dicht beieinander liegen, lässt sich vermuten, dass es sich dabei nicht um eine reguläre "Demo für alle" handelt, sondern um eine mehrtägige Bus-Tour mit mehreren Stationen. Der Mitveranstalter, das europaweite Fundamentalistenportal CitizenGo, hatte in sozialen Netzwerken bereits eine Wiederholung angedeutet.

DfA-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde. Bild: nb
Im September 2017, kurz vor der Bundestagswahl, war das Bündnis mit einem orangefarbenen Bus mit großen Motiven gegen die Ehe für alle, gegen Regenbogenfamilien und gegen die Akzeptanz von Transpersonen durch Deutschland gereist. Ähnliche Bustouren hatte CitizenGo, ein Petitionsportal der erzkatholischen Organisation "HazteOir.org", zuvor in Spanien und Südamerika abgehalten, später auch in Italien und Frankreich (mehr zu den Hintergründen in diesem Vorabbericht zur ersten Tour).
Szene mobilisierte stark und friedlich
Der sogenannte "Bus der Meinungsfreiheit" machte damals Halt in München, Stuttgart, Karlsruhe und Wiesbaden, Köln, Düsseldorf und Hannover, Dresden und zum Abschluss in Berlin – ein geplanter Stopp in Kiel wurde kurzfristig mit Verweis auf eine Unwetterwarnung abgesagt.
Die "Demo für alle" versammelte dabei jeweils zwischen zehn und 30 Personen, während die jeweiligen Szenen in allen Städten deutlich größere Gegenproteste organisieren konnten. So wurde die Bustour auch in Medien größtenteils negativ aufgegriffen.
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Zugleich scheinen Beverfoerde & Co. auch diesmal darauf zu setzen, vor den Landtagswahlen im Oktober noch einmal ihre Themen setzen zu können. In Hessen inszeniert die "Demo für alle" seit zwei Jahren einen Widerstand gegen eine Schulaufklärung über sexuelle Vielfalt – in Wiesbaden hielt sie nebem dem Busstop dazu zwei reguläre Kundgebungen sowie einen Kongress zum Thema ab.
Die einst im Büro der AfD-Politikerin Beatrix von Storch gestartete "Demo für alle" machte in den letzten Jahren zunächst in Baden-Württemberg, dann auch in weiteren Bundesländern und bundesweit Stimmung gegen vermeintliche "Frühsexualisierung" in Bildungsplänen der Länder. Später organisierte sie auch Proteste gegen jede Art von LGBTI-Rechten und -Emanzipation als vermeintlichen Ausdruck einer "Gender-Ideologie" – ein Themenkomplex, der seitdem auch sehr stark von rechten Parteien und Bewegungen aufgegriffen wird.

AfD und DfA wollen vor den Landtagswahlen wieder mit Schauermärchen ihre Anhänger mobilisieren: "Kein Gender in Hessens Schulen", hieß es bereits bei der letzten Bustour auf Plakaten der "Demo für alle". Die AfD fordert im hessischen Landtags-Wahlprogramm einen auf "christlichen Wurzeln" basierenden Sexualkundeunterricht anstelle des "gender-orientierten Konzepts von 'Sexualität der Vielfalt'"
In Bayern hatte das Kultusministerium nach einer Petition der "Demo für alle" und einem Treffen von Beverfoerde mit dem damaligen Minister Pläne für eine angemessene Berücksichtigung von LGBTI im Unterricht zurückgefahren, nun ist etwa von "Toleranz und Respekt" statt von "Akzeptanz" die Rede (queer.de berichtete). Eine Petition der "Demo für alle", Bayern solle gegen die Ehe für alle klagen, fand aber zuletzt kein Gehör. "Die CSU gibt erneut einen Grundpfeiler unserer Gesellschaft preis und kapituliert vor der Homo-Lobby", kommentierte von Beverfoerde im März den aus ihrer Sicht "geistig-moralischen Totalverfall".
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Was für kranke Geschöpfe...