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Folterstrafe
Malaysia lässt mutmaßliche Lesben auspeitschen
Im südostasiatischen Land sind zwei Frauen zu Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie Sex angebahnt haben sollen. Unterdessen macht die Regierung in Kuala Lumpur Stimmung gegen Homo- und Transsexuelle.

Frauen werden immer wieder in Malaysia ausgepeitscht, oft Muslimmen für Alkoholkonsum in restriktiven Bundesstaaten (Bild: Joakim Olander / flickr)
- 14. August 2018, 14:43h 2 Min.
Zwei Frauen im Alter von 22 und 32 Jahren sind nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters im malaysischen Bundesstaat Terengganu von einem muslimischen Scharia-Gericht wegen Anbahnung lesbischer Handlungen zu je sechs Peitschenhieben auf den Rücken und einer Geldstrafe in Höhe von je 3.300 Ringgit (710 Euro) verurteilt worden. Staatsanwalt Muhamad Khasmizan Abdullah begründete die Strafe mit den Worten: "Sexuelle Beziehungen zwischen Menschen des selben Geschlechts sind im Islam verboten."
Im mehrheitlich muslimischen Malaysia stehen auf Homosexualität bis zu 20 Jahre Haft. Wer gegen dieses Gesetz verstößt kann in einem regulären Gericht oder – sollten die Angeklagten Muslime sein – in einem religiösen Scharia-Gericht angeklagt werden. Zu Verurteilungen kam es bislang allerdings selten – Staatsanwalt Abdullah erklärte, der gegenwärtige Fall sei der erste in seinem Bundesstaat.
Die Frauen hatten sich schuldig bekannt, in einem Auto im April diesen Jahres Sex angebahnt zu haben. Laut den Behörden soll in dem Wagen auch ein Sexspielzeug gefunden worden sein. Die Folterstrafe soll am 28. August in einem Gerichtsgebäude vollstreckt werden.
Regierung: Homosexualität ist eine "biologische Störung"
In Malaysia geben sich auch Vertreter der Regierung in Kuala Lumpur homophob. Erst in dieser Woche hatte Vize-Gesundheitsminister Dr. Lee Boon Chye laut einem Bericht der "Malay Mail" Homo-, Bi- und Transsexuellen eine "organische Störung" attestiert: "Wenn sie sich Kernspintomographie-Bilder des menschlichen Gehirns anschauen, können sie physische Unterschiede im Gehirn sehen, die derartiges Verhalten verursachen", behauptete der 58-Jährige. Anfang des Jahres hatte die Regierung ein Programm zur "Heilung" von Transsexuellen angekündigt (queer.de berichtete).
In Malaysia gibt es zwar eine offene LGBTI-Szene in der relativ liberalen Hauptstadt Kuala Lumpur, trotzdem kann Homosexualität offiziell mit dem gleichen Strafmaß bestraft werden wie Vergewaltigung. Das Gesetz geht auf die britischen Kolonialherren zurück, die das Land bis 1957 regiert hatten. (dk)













