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Folterstrafe

Malaysia lässt mutmaßliche Lesben auspeitschen

Im südostasiatischen Land sind zwei Frauen zu Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie Sex angebahnt haben sollen. Unterdessen macht die Regierung in Kuala Lumpur Stimmung gegen Homo- und Transsexuelle.


Frauen werden immer wieder in Malaysia ausgepeitscht, oft Muslimmen für Alkoholkonsum in restriktiven Bundesstaaten (Bild: Joakim Olander / flickr)

Zwei Frauen im Alter von 22 und 32 Jahren sind nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters im malaysischen Bundesstaat Terengganu von einem muslimischen Scharia-Gericht wegen Anbahnung lesbischer Handlungen zu je sechs Peitschenhieben auf den Rücken und einer Geldstrafe in Höhe von je 3.300 Ringgit (710 Euro) verurteilt worden. Staatsanwalt Muhamad Khasmizan Abdullah begründete die Strafe mit den Worten: "Sexuelle Beziehungen zwischen Menschen des selben Geschlechts sind im Islam verboten."

Im mehrheitlich muslimischen Malaysia stehen auf Homosexualität bis zu 20 Jahre Haft. Wer gegen dieses Gesetz verstößt kann in einem regulären Gericht oder – sollten die Angeklagten Muslime sein – in einem religiösen Scharia-Gericht angeklagt werden. Zu Verurteilungen kam es bislang allerdings selten – Staatsanwalt Abdullah erklärte, der gegenwärtige Fall sei der erste in seinem Bundesstaat.

Die Frauen hatten sich schuldig bekannt, in einem Auto im April diesen Jahres Sex angebahnt zu haben. Laut den Behörden soll in dem Wagen auch ein Sexspielzeug gefunden worden sein. Die Folterstrafe soll am 28. August in einem Gerichtsgebäude vollstreckt werden.

Regierung: Homosexualität ist eine "biologische Störung"

In Malaysia geben sich auch Vertreter der Regierung in Kuala Lumpur homophob. Erst in dieser Woche hatte Vize-Gesundheitsminister Dr. Lee Boon Chye laut einem Bericht der "Malay Mail" Homo-, Bi- und Transsexuellen eine "organische Störung" attestiert: "Wenn sie sich Kernspintomographie-Bilder des menschlichen Gehirns anschauen, können sie physische Unterschiede im Gehirn sehen, die derartiges Verhalten verursachen", behauptete der 58-Jährige. Anfang des Jahres hatte die Regierung ein Programm zur "Heilung" von Transsexuellen angekündigt (queer.de berichtete).

In Malaysia gibt es zwar eine offene LGBTI-Szene in der relativ liberalen Hauptstadt Kuala Lumpur, trotzdem kann Homosexualität offiziell mit dem gleichen Strafmaß bestraft werden wie Vergewaltigung. Das Gesetz geht auf die britischen Kolonialherren zurück, die das Land bis 1957 regiert hatten. (dk)



#1 schwarzerkater
  • 14.08.2018, 21:01h
  • das formel1-team von mercedes sollte sich endlich von einem seiner großsponsoren trennen, nämlich von "petronas", dem staatlichen ölkonzern von malaysia!
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#2 JasperAnonym
  • 15.08.2018, 11:36h
  • Ich kann nicht verstehen, wie manche Leute in solchen Barbaren-Staaten auch noch Urlaub machen können...

    Nicht nur, dass man damit solche Regime finanziell unterstützt und an der Macht hält und somit diese Unterdrückung auch noch fördert, sondern gerade als LGBTI bringt man sich und den Partner auch noch in Gefahr.
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#3 MandalorianAnonym
  • 15.08.2018, 13:47h
  • Antwort auf #2 von Jasper
  • naja, das ist ein schwieriges Thema. Wie in Indonesien auch sind die Gesetze in den verschiedenen Landesteilen unterschiedlich. Und selbst dort sind meistens "nur" die Muslime den entsprechenden Gesetzen unterworfen und Touristen werden oft nicht verfolgt. In Malaysia gibt es ein getrenntes Rechtssystem für die verschiedenen Ethnien/Religionsgemeinschaften (bei uns ein unvorstellbarer Widerspruch zu unserem Rechtsverständnis, dort Sinnbild eines modernen Rechtsstaates).
    Ich habe auch Angst die Heimat meines Freundes in Indonesien zu besuchen aber nicht wegen mir sondern wegen ihm. Obwohl es dort derzeit noch nur in der Region Aceh strafrechtliche Verfolgung gibt.
    Leider kann man durch einen Reiseverzicht auch nichts ändern. Ich möchte die Kultur und Natur jener Länder entdecken. Als Ausländer habe ich ohnehin nur ein eingeschränktes Recht mich einzumischen. Insbesondere da unsere "zivilisierten" Länder sich dort Jahrhunderte lang eingemischt haben und heute noch für viele Probleme und blutige Konflikte verantwortlich sind.
    Es gibt zahlreiche Aspekte die diese Länder auszeichnen und erkundenswert machen. Die jeweiligen Regierungen sind immer nur ein temporärer politischer Überbau als Ergebnis der aktuellen Machtverhältnisse.
    Mein Augenmerk liegt dann eher auf der Unterstützung entsprechender Organisationen.
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