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"Mary" als Papst Pius XII.

Katholik Georg Preuße ist kein Kirchen-Fan

Kommenden Monat wird Georg Preuße ("Mary") im Berliner Schlosspark Theater Papst Pius XII. spielen. Wegen der homosexuellenfeindlichen Haltung hält er aber nicht viel von der katholischen Kirche.


Georg Preuße wird ab dem 6. September Papst Pius XII. spielen (Bild: Schlosspark Theater)

Der deutsche Schauspieler und Travestie-Künstler Georg Preuße, der als Dragqueen Mary an der Seite des 1995 an Krebs verstorbenen Reiner Kohler ("Gordy") bekannt wurde, hat sich von der katholischen Kirche entfremdet. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung sagte der 67-Jährige: "Ich bin noch in der Kirche, zahle Steuern, aber die Haltung der Kirche zur Homosexualität ist mit ein Grund, warum ich mich von ihr distanziert habe." Er selbst stehe für "soziale Humanität", so Preuße weiter. "In allen Religionen hat die Ausgrenzung oftmals die Unterdrückung zur Folge. Das Glück ist so individuell wie der Mensch selber."

In dem Interview erklärte der seit 2002 verpartnerte Künstler auch, dass er die Figur Mary, die er zum letzten Mal vor acht Jahren dargestellt hatte, "nicht sehr" vermisst, "weil es mir nicht so viel Spaß gemacht hat, wie es nach außen aussah. Mary hat mich fertig gemacht. Die Rolle war mit Tränen und großen Ängsten verbunden." Wenn er auf der Bühne nur 95 Prozent gegeben habe, habe er sich gefühlt, als ob er fünf Prozent der Zuschauer betrogen hätte.

Direktlink | In den Achtzigerjahren waren Mary und Gordy Stars im deutschen Fernsehen

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Preuße stellt im von Dieter Hallervorden betriebenen Berliner Schlosspark-Privattheater ab dem 6. September Papst Pius XII. in Rolf Hochhuts "Der Stellvertreter" dar – ein Stück, das sich im Vatikan wenig Beliebtheit erfreut. In dem "christlichen Trauerspiel" aus dem Jahr 1963 wird die Haltung des Heiligen Stuhls zum Holocaust thematisiert. Es handelt vom verzweifelten Versuch eines fiktiven Jesuitenpaters, der Papst Pius XII. über die Judenvernichtung informieren und ihn zum Handeln zu überreden will.

Theaterchef Hallervorden begründet die Neuaufführung des Stückes mit der augenblicklichen politischen Lage: "Zu Zeiten, in denen AfD-Politiker unverblümt ihre dunkelbraunen Reden schwingen, ist es für ein heutiges Theater geradezu eine Selbstverständlichkeit, zu zeigen, wohin solche Hetztiraden, solch eine rechtsradikale 'Alternative' schon mal geführt haben", so der 82-Jährige. (dk)



#1 TimonAnonym
  • 14.08.2018, 18:53h
  • Dann sollte er auch so konsequent sein und austreten, statt diesen menschenverachtenden, unchristlichen Verein durch seine Mitgliedschaft moralisch und finanziell zu unterstützen.

    Gläubig bleiben kann er ja dennoch.

    Oder wie mir mal jemand sagte:
    "Ich bin ausgetreten, gerade WEIL ich Christ bin und deren Machenschaften nicht mit meinem Gewissen vereinbaren konnte."
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#2 Gerlinde24Profil
#3 schwarzerkater
  • 14.08.2018, 20:56h
  • was für ne geile idee, dass georg preuße in ca. 3 wochen "Papst Pius XII." im Berliner Schlosspark-Theater spielen wird. Rolf Hochhuts stück "Der Stellvertreter" hat nix an aktualität verloren.
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