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Nach Gewalttat

Armenien: LGBT stürmen Polizeiwache

Zwei Polizeibeamte wurden verletzt, als eine aufgebrachte Menge einen festgenommenen Mann suchte, der sie zuvor aus Homo- und Transphobie angegriffen haben soll.


Ein von der Polizei veröffentlichtes Bild des Vorfalls

Mehrere "Vertreter der LGBT-Community" haben am Dienstag in den frühen Morgenstunden eine zentrale Polizeiwache in Jerewan, der Hauptstadt Armeniens, gestürmt und im Rahmen einer Auseinandersetzung mit einem mutmaßlichen Gewalttäter und mit Polizisten mehrere Personen verletzt.

Das gab die Pressestelle der Polizei am Dienstagabend bekannt. Zu dem Vorfall kam es ab 4.30 Uhr, als Polizeibeamte zunächst auf mehrere Notrufe reagiert hätten: Eine Gruppe von LGBT meldete demnach in mehreren Anrufen, dass sie von einer Person beschimpft und angegriffen würde. Die Person sei mit einem Messer bewaffnet gewesen.

Die Polizei nahm den Verdächtigen in der Nähe der Wache fest. Die LGBT bekamen mit, dass der Mann zu der Wache gebracht werden sollte, und versammelten sich aufgebracht im Eingangsbereich der Polizeistation. In einigen russischsprachigen Meldungen ist von "Drag Queens und Freunden" die Rede, es könnte sich teilweise auch um Transpersonen handeln. In den Berichten wird Homo- und Transphobie als Motiv für den ursprünglichen Angriff angenommen.

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Eskalation auf der Wache

"Die Bürger, die wie Frauen gekleidet waren, aber in Realität männlich sind, stürmten zusammen mit ihren Unterstützern die Polizeiwache, um die festgenommene Person zu finden und Rache zu üben", beschreibt die Polizei den weiteren Verlauf des Dienstagmorgens.

Direktlink | Das von der Polizei veröffentlichte Video mit Bildern aus Überwachungskameras

Im Laufe der Auseinandersetzungen seien zwei Polizeibeamte verletzt worden, einer von ihnen habe ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Danach hätten die Beamten die Situation beruhigen können. Nun liefen Ermittlungen gegen zwei Personen im Alter von 21 und 30 Jahren, die im Verdacht stehen, die Verletzungen verursacht zu haben.

Erst vor wenigen Wochen war es in einem Dorf in Armenien zu einer Hetzjagd von Anwohnern auf eine Gruppe von LGBTI gekommen, die einen dort wohnenden befreundeten Aktivisten besuchen wollten. Zwei Personen wurden dabei schwer verletzt. Die Polizei hatte zunächst nicht auf Notrufe reagiert (queer.de berichtete). (nb)



#1 Gerlinde24Profil
  • 15.08.2018, 14:28hBerlin
  • Traurig, aber wahr! Der Typ wäre ohne Strafe frei gekommen, und die Cops hätten die Mitglieder der LGBTI verhaftet. Nun haben die Menschen das Recht selbst in die Hand nehmen wollen, weil NIEMAND ihnen Gerechtigkeit verschafft.
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#2 Blacktiger1977Anonym
  • 15.08.2018, 17:08h
  • Antwort auf #1 von Gerlinde24
  • Es ist traurig, aber hier scheint wirklich nur Vigilantismus zu helfen, damit wenigstens Aufmerksamkeit entsteht.
    Ich muß allerdings zugeben, das ich eine gewisse Freude verspürt habe, als ich diesen Artikel gelesen habe. "LGBT stürmen Polizeiwache in Armenien".... Juchhu!!!!! ;-D
    Ob diese Barbaren jetzt mal merken, wie es sich anfühlt, gejagt zu werden?
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#3 TheDadProfil
#4 Alice
  • 16.08.2018, 20:13h
  • Antwort auf #2 von Blacktiger1977
  • Vigilantismus kann leicht nach hinten losgehen: Nicht wenige Gender-gegner*innen sehen das Recht auf ihrer Seite. Das Naturrecht, das Recht Gottes oder wie sie es auch immer nennen mögen, das, vermischt mit Angst, Unverständnis und dem Gefühl "gehirngewaschen vergendert" zu werden, Gefahr für die Kinder, die Gesellschaft, Gottes Wille zuwider, ... ist kein Ungefährliches.
    Wir haben doch andere Möglichkeiten.
    Wir wollen mehr Gemeinsamkeit, mehr Gleichberechtigung.
    Wir setzen Zeichen, zeigen dass die Welt nicht unter geht, dass man so besser leben kann, dass es bunt einfach schöner ist, wir wollen niemanden bekehren "auch so sein zu müssen", wir stehen für unsere Rechte ein, wir engagieren uns, helfen LGBT* moralisch und organisatorisch, große Firmen merken den (finanziellen) Nutzen von Vielfalt in der Belegschaft (meist in den höheren Rängen)
    Btw. habe ich mich über die Meldung auch gefreut: Seht so geht man mit uns nicht um! Wir sind nicht nur lieb und halten aus!
    Das macht bestimmt Eindruck auf manche Menschen: Hey die haben ja "Power", die sind ja "wer"!
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