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Digital Detox für mehr Lebensqualität

Weg vom Computer, rein ins Leben

Die meisten von uns müssen schon auf der Arbeit viele Stunden täglich auf den Bildschirm starren. Doch warum tun wir es dann auch in der Freizeit, statt anderen Typen hinterherzuschauen?


Unser bester Freund Smartphone. Zeit, diese Freundschaft in ein paar enge Schranken zu verweisen – zu unserem eigenen Wohl (Bild: pixabay.com © KristopherK)
  • 16. August 2018, 10:45h, noch kein Kommentar

Einhundertdreiundachtzig Minuten. Drei Stunden, drei Minuten. Nein, das ist nicht etwa die Zeit, die man benötigt, um Mr. Right zu finden und anzubaggern, sondern die durchschnittliche Internet-Nutzungsdauer deutscher, männlicher User im Alter zwischen 30 und 49 – bei den Twens und Teens sind es noch anderthalb Stunden mehr. Rechnet man dann noch die Computerzeit eines typischen Bürohengstes dazu, kommen wir locker auf zweistellige Stundenzahlen – am Tag. Gar nicht gut, denn dadurch verpassen viele regelrecht das Leben. Daher zeigt dir der folgende Artikel, wie man einen gesünderen Umgang mit Netz und Geräten pflegen kann – und was du stattdessen tun solltest.

Warum wir surfen

Frag dich mal selbst: Warum bist du jetzt gerade auf queer.de? Nachrichten lesen? Über Google draufgestoßen? Oder eher so das typische "Facebook-Link gedrückt und von da aus immer weitergehangelt"? Wahrscheinlich ist es letzteres. Denn neben Online-Computerspielen, dem Spielen in Online Casinos Deutschland, natürlich Shopping, Preisvergleich und Reiseplanung sind es tatsächlich die klassischen Lese-Artikel, die unsere Zeit hier auffressen. Einfach mal testen und irgendeinen Artikel auf Wikipedia öffnen. Über die internen Links kann man sich über Stunden durch die Seite hangeln, ohne echtes Ziel, aber ziemlich unterhaltsam.

Darin liegt die Krux: Das Netz bietet so viel kurzweilige Unterhaltung, wie wir wollen. Würde man eine gute Sitcom auf DVD oder im Netz gucken, wäre nach einer halben Stunde eine Folge vorbei und man müsste aktiv entscheiden, weiterzugucken. Im Netz hingegen gibt es keine Breaks, das macht uns so anfällig.

1. Such-Surfen

Unser erster Tipp ist deshalb auch verdammt einfach und enorm wirkungsvoll, Such-Surfen. Das bedeutet, egal, was du im Netz gerade anstellst, du reißt dich am Riemen und informierst dich nur genau über das, was du ursprünglich wissen wolltest. Kurz gucken, was diese, jene Hose kostet? Okay, danach kommt das Handy wieder in die Tasche.
Und wer Facebook und Co. öffnet, sollte ebenfalls so verfahren: Kurz checken, wer was Neues geschrieben hat und dann wieder weg mit dem Ding.

2. E-Mail? Nein, danke!


Weggehen ohne Handy ist alles andere als langweilig. Es zwingt uns dazu, wieder mehr zu kommunizieren. Ein echter Gewinn, auch für die Liebe. (Bild: unsplash.com © Felix Russel-Saw)

Es passiert so häufig: Das Handy piept, weil eine E-Mail eingegangen ist. Klar guckt man danach. Schon das ist ein Fehler, denn wer echtes Detox betreiben will, sollte auf seinen (privaten) Mobilgeräten am besten gar keine E-Mails lesen, sondern nur an festen Rechnern, die er automatisch nur zu bestimmten Zeiten nutzt.

Das zweite Problem ist jedoch: Diese E-Mail nutzen viele von euch, um Regel #1 zu verletzen. Mail gelesen und wo man das Handy ja schon in der Hand hat, kann man auch Facebook checken. Da braucht es Disziplin: Nachrichten werden generell (auch Whatsapp und Co.) nur gelesen und nicht als Ausgangspunkt zum Surfen genommen.

Wer es richtig diszipliniert angehen will, richtet sogar regelrechte Kontaktzeiten ein. Sprich, Handy auf lautlos schalten und dann nur zu zwei, drei festgelegten Uhrzeiten über den Tag verteilt draufgucken.

3. Nomophobie mit Absicht

Nein, Nomophobie ist kein Schreibfehler für Homofeindlichkeit, sondern eine eigenständige Krankheit. Die Panik, kein Handy dabeizuhaben (NoMo = No Mobile(-Phone) Phobia). Sei ehrlich, auch du fühlst dich nicht sonderlich wohl, wenn du ausgehst und das Handy nicht in der Tasche hast. Aber warum eigentlich? Wann kam das letzte Mal ein Anruf oder eine Nachricht, die wirklich so wichtig waren, dass sie nicht auch locker zwei, drei Stunden hätten später gelesen und beantwortet werden können?

Für den Anfang kann man es sich zur Aufgabe machen, beim abendlichen Clubbing kein Handy mehr mitzunehmen – und falls du ein Taxi rufen wills, hast du wenigstens gleich eine arg gute Ausrede, um nette Kerle anzusprechen – das nennt sich Win-Win-Situation.

4. Reden – und Flirten

Wie oft sitzt, steht, geht man und schaut aufs Handy – vielleicht sogar, obwohl man jemanden dabeihat? Mal ganz abgesehen davon, dass das eigentlich richtig unhöflich ist: Warum machen wir das? Gibt es mit dem Gegenüber nichts, worüber wir reden können? Haben wir es verlernt, an der Bushaltestelle mal einfach mit einem Fremden übers Wetter zu quatschen? Ein bisschen Smalltalk zu betreiben?

Auch diese Regel ist leicht: Sobald du jemanden um dich herumhast, der als potenzieller Gesprächspartner infrage kommt, bleibt das Handy in der Tasche. Auch das ist wieder so ein Punkt, der für viele Flirts sorgen kann und wird.

5. Kamera mitnehmen – und mp3-Player


Mit einer richtigen Kamera macht man sowieso bessere Bilder als mit der Handy-Knippse – und entbindet sich von einer weiteren Smartphone-Selbstversklavung. (Bild: unsplash.com © Markus Voetter)

Mit einer der wichtigsten Gründe, warum derzeit sage und schreibe fast 80 Prozent aller Deutschen ein Smartphone besitzen, ist, dass die Teile einfach so unglaublich viel können. Es sind eben nicht nur die Kommunikation und das Surfen. Es ist die Kamera, das Navigationssystem, der integrierte mp3 Player, der die Geräte zur Allzweckwaffe macht – und auch dafür sorgt, dass wir im Alltag tausende Situationen vorfinden, in denen wir das Handy zücken.

Dabei kann man es sich so einfach machen:
• Kleine Taschenlampe am Schlüsselbund befestigen
• Günstige Pocket-Digitalkamera besorgen – macht auch die besseren Fotos
• Den alten mp3-Player (samt längst vergessener Hits) aus der Schublade holen oder beim Discounter für zehn Euro einen neuen kaufen

Und voila, drei Gründe weniger, das Smartphone dauernd in der Hand zu halten und sich seinen Versuchungen auszusetzen.

6. Smart raus, dumb rein

Sakrileg. 2018 kein Smartphone mehr zu besitzen. Doch aus Detox-Sicht ist die Sache schon sehr sinnvoll und dabei noch nicht einmal mit gravierenden Nachteilen für dein Leben verbunden. Denn: Nokia hat vor kurzem das "Bananen-Handy" 8810 neu aufgelegt. Ein Dumb-Phone ohne smarte Features. Doch jetzt kommts: Das Gerät soll demnächst Whatsapp-Unterstützung bekommen.

Das heißt also, du bekämst ein Gerät, mit dem du wie auf einem Smartphone kommunizieren könntest, bloß, ohne dass darauf tausende Apps und sonstige Versuchungen warten. Du musts es ja nicht gleich zum Haupt-Handy machen. Vielleicht so, dass du dir eine zweite SIM auf deine Telefonnummer besorgst und das Smartphone nur während der Arbeitszeit nutzt.

7. Andere mitziehen

Jeder Gang ins Fitnessstudio, jede Jogging-Einheit, jede Diät funktioniert besser, wenn man dabei nicht alleine ist. Gerade fürs digital Detox solltest du deshalb auch deinen engsten Freundeskreis zum Mitmachen animieren – und sie gleich für verstärkte Freizeitaktivitäten einspannen. Denn wer gerade mit den Freunden etwas Cooles macht, hat viel weniger Drang, online zu gehen. (ak)