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Termine von Berlin bis München bekannt

Hassbus soll in acht Städten Halt machen

"Demo für alle" und CitizenGo planen im September ihre zweite "Deutschlandtour" – diesmal zur angeblich "schamverletzenden Sexualerziehung in Schulen".


Organisatorin Hedwig von Beverfoerde bei einem Stopp des Busses im letzten September in Köln. Links von ihr Eduard Pröls von CitizenGo, rechts Mathias von Gersdorff, ultrakatholischer Aktivist der "Aktion Kinder in Gefahr"

Vom 8. bis 15. September reist wieder ein großer orangefarbener Bus des homo- und transfeindlichen Bündnisses "Demo für alle" durch Deutschland. Nach einem entsprechenden Vorabbericht von queer.de, der bereits zwei von der christlich-fundamentalistischen Aktivistin Hedwig von Beverfoerde angemeldete Kundgebungen auflisten konnte (queer.de berichtete), wurden nun alle Termine bekannt.

Laut der Webseite zum sogenannten "Bus der Meinungsfreiheit" sind an acht aufeinanderfolgenden Tagen Kundgebungen mit dem Bus in den folgenden Städten geplant:

Sa., 8.9. Regensburg
So., 9.9. Dresden
Mo., 10.9. Berlin
Di., 11.9. Fulda
Mi., 12.9. Köln
Do., 13.9. Wiesbaden
Fr., 14.9. Stuttgart
Sa., 15.9. München

"#DerBusIstZurück", freuen sich "Demo für alle" und der Tourpartner "CitizenGo", ein weltweit aktives Petitions- und Aktivismusportal und Ableger der ultrakatholischen Organisation Hazte Oir. Im letzten September hatte die erste Bustour in München, Stuttgart, Karlsruhe und Wiesbaden, Köln, Düsseldorf und Hannover, Dresden und zum Abschluss in Berlin Halt gemacht – immer begleitet von deutlich größeren Gegenprotesten der alarmierten Szene.

Nachdem sich diese erste Bustour plakativ gegen die Ehe für alle, gegen Regenbogenfamilien und gegen Transpersonen wendete, will sich der Bus diesmal laut der Webseite einer "zunehmend schamverletzenden Sexualerziehung in Schulen und Kindertagesstätten" widmen.

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"Schützt unsere Kinder!"

Wie die "Demo für alle" am Donnerstag auf der Bus-Webseite bekannt gab, werde dieser als "fahrendes Großplakat" in großen weißen Lettern fordern: "Stoppt übergriffigen Sex-Unterricht! Schützt unsere Kinder! Aufklärung ist Elternrecht." Dieses Thema müsse "erneut auf die Straße und damit in den Fokus einer öffentlichen Debatte", speziell vor den Landtagswahlen in Bayern und Hessen.


In diesem Frühjahr griff die DfA gar die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für ihre harmlose Ausklärungskampagne "Liebesleben" mit einer Online-Petition an (queer.de berichtete)

Mit Protesten gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg hatte die "Demo für alle" 2014 einst begonnen – damals noch von Hedwig von Beverfoerde im Rahmen der "Initiative Familienschutz" der AfD-Politikerin Beatrix von Storch organisiert. Speziell störte man sich an der geplanten Aufklärung über LGBTI und dem Bemühen, Kindern die Akzeptanz Homo- und Transsexuellen gegenüber zu vermitteln. Bei einer eigenen "Demo für alle" in Stuttgart lobte man hingegen im Beisein von Kindern einen jungen Mann, der seine Homosexualität nicht auslebt (queer.de berichtete).

DfA und AfD Hand in Hand

In Bayern konnte die "Demo für alle" mit einer Petition bei CitizenGo und einem Besuch beim Kultusminister vor rund zwei Jahren durchsetzen, dass dort nicht "Akzeptanz" sondern "Toleranz" gegenüber LGBTI Lehrziel ist (queer.de berichtete). In Hessen hingegen zeigten mehrere Demonstrationen und "wissenschaftliche" Kongresse der DfA mit ähnlichen Forderungen bislang keine "Erfolge". Wie die DfA beklagt auch die AfD in ihrem Landtagswahlprogramm eine angebliche "Frühsexualisierung" und "Umerziehung" durch den aktuellen Lehrplan, der "aus moralischer und verfassungsrechtlicher Sicht umgehend zurückgezogen werden" müsse, da er die "Akzeptanz vielfältiger sexueller Verhaltensweisen vermittle und "Homosexualität und andere sexuelle Orientierungen (LSBTTIQ) als gleichwertige Erscheinungsformen menschlicher Sexualität" darstelle.


Homosexualität hat nicht den gleichen Wert wie Heterosexualität – fast wortgleiche Ausschnitte aus einer Petition der "Demo für alle" bei CitizenGo (li.) und dem Wahlprogramm der AFD Hessen

Während sich Proteste des inzwischen aus der Partei ausgetretenen ehemaligen CDU-Mitglieds Hedwig von Beverfoerde zunehmend auch gegen die Union richten, ist sie in Teile der Partei noch gut vernetzt – so hetzten DfA, AfD und CDU in Berlin in diesem Frühjahr gemeinsam gegen eine Handreichung zu sexueller Vielfalt für Erzieher in Kindertagesstätten. Die eigentlich nicht sonderlich umstrittene Kita-Broschüre wurde zu einem größeren Medien- und Politikthema und dürfte bei dem Busstopp in der Hauptstadt eine größere Rolle spielen.



Aber wie vor allem die AfD kämpft die "Demo für alle" gegen eine angebliche "Frühsexualisierung" an – mit Lügen und Schauermärchen zu Sexualpädagogik, Akzeptanzplänen oder queeren Schulaufklärungsteams. Ebenso werden Themen wie LGBTI-Rechte und -Emanzipation als Ausdruck einer vermeintlichen "Gender-Ideologie" verknüpft und bekämpft – Schlagworte, die auch in rechten Parteien und Bewegungen einen inzwischen großen Einfluss fanden und den christlichen Fundamentalismus verstecken, der der ursprünglichen Bewegung inne wohnt.

Infos über Gegenproteste zur Bustour bitte an n.blech@queer.de. Wir werden sie in unserem Terminkalender veröffentlichen und redaktionell aufgreifen. Nachträge: Für Regensburg, Dresden, Köln, Wiesbaden, Stuttgart und München liegen inzwischen Veranstaltungsankündigungen bei Facebook vor.

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#1 von_hinten_genommenAnonym
  • 16.08.2018, 15:11h
  • 14.09. in Stuttgart.
    Ich werde anwesend sein und kräftig trillerpfeifen und tröten!
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#2 Lars3110
  • 16.08.2018, 15:56h
  • Beim letzten Mal war ja leider die offizielle Gegendemo in ihrem Hass nicht zimperlicher als die "Familien"-Demo.

    Mit Sprüchen wie "Verpisst Euch", "Wir hassen Euch" und schlimmeres gegen einen "Hass"-Bus zu demonstrieren, ließ mich sprachlos zurück und ich distanzierte mich relativ schnell.

    Ich versuchte es dann mit persönlichen Diskussionen mit den "Hass-Bus"-Teilnehmern, um auch mal auf die Sachebene zu kommen und ich hatte das Gefühl, damit auch tatsächlich durchzudringen, indem ich erklärte, an welchen Stellen die Bevernförde falsche Aussagen macht (vermutlich absichtlich).

    In dem Sinne wünsche ich mir mehr konstruktiven Dialog als Niederschreien.
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#3 Gerlinde24Profil
  • 16.08.2018, 16:31hBerlin
  • Wo und wann genau wollen die in Berlin eine Kundgebung abhalten? Meine Trillerpfeife und mein Megaphon sind schon ganz ungeduldig. Wir wollen ihnen einen "warmen Empfang" bereiten!
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#4 Gerlinde24Profil
#5 IronikerAnonym
  • 16.08.2018, 16:34h
  • Antwort auf #2 von Lars3110
  • "Verpisst Euch" ist natürlich auch wirklich ganz, ganz schlimm - besonders wenn man das Leuten entgegenruft, die eine_n am liebsten vernichten wollen...

    Du glaubst also ernsthaft, man könne mit Rechtsextremen, die eine_n von Grund auf ablehnen und sich deshalb extra die Mühe machen, durch ganz Deutschland zu touren, um diesen Hass auch überall lautstark kundzutun, ernsthaft "auch mal auf die Sachebene kommen"?

    Oh selig, die da glauben...

    Meine Erfahrung: mit Rechten reden ist zwecklos. Sie sind echten Argumenten nicht zugänglich, denn ihr Hass ist ja auch nicht auf Argumenten aufgebaut.

    Muss jede_r selbst wissen - aber ich werde die andere Wange nicht auch noch hinhalten, nur um das Gefühl zu haben, ich sei ein guter Mensch, weil ich wenigstens mal mit denen diskutiert habe, die mich am liebsten sofort in die G**kammer stecken würden, wenn sie nur dürften.
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#6 Lars3110
  • 16.08.2018, 17:02h
  • Antwort auf #5 von Ironiker
  • Sie sollten es mal durchaus versuchen.
    Ich habe ja nicht gesagt, dass man mit der Hedwig reden soll, sondern mit Leuten, die da hingehen, weil sie irgendwie, irgendwas gehört haben.
    Und ja, es bewirkt etwas!
    Was bewirkt denn bitte ein Niederbrüllen?
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#7 Lars3110
#8 Gerlinde24Profil
  • 16.08.2018, 17:44hBerlin
  • Antwort auf #7 von Lars3110
  • Ich war mal in Leipzig bei ner Pegida-Demo als Gegendemonstantin. In der Hand hatte ich ein Schild, auf dem ich für Toleranz warb. ich wurde niedergebrüllt, beleidigt und angespuckt. Ein Mann trat nach mir. Glaubst Du, die hätte ich auf der Sach-oder Beziehungsebene erreichen können?
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#9 Lars3110
#10 alter schwedeAnonym
  • 16.08.2018, 18:37h
  • Endlich. Der vertrocknete Wonneproppen Beverfoerde kommt wieder nach Stuttgart. Ich bin schon am Üben. Konzert für zwei Trillerpfeiffen: Kantate Jubilate. Das wird Hedwig den Staub nur so aus dem fleischfarbenen Büstenhalter pusten.
    Schade daß die Lebertran-Trula Storch nicht mit dabei ist. Mit richtigen Edel-Prominenten macht so eine Hass-Sause doch noch viel mehr Spaß, und den Lebertran hätte es kostenlos dazu gegeben. Macht nigs, auf jeden Fall: 14.09 Stuttgart - die Welt kann so schön sein.
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