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  • 25. Juli 2005 18 1 Min.

Der schwedische Premierminister Göran Persson hat dazu aufgerufen, Schwule nicht mehr vom Blutspenden auszuschließen.

Von Christian Scheuß

Goeran Persson hat sich in einem Interview mit dem schwulen Magazin QX für eine Aufhebung des Banns ausgesprochen. Schwule dürfen seit längerem nicht Blut- oder Organspender in Schweden sein, weil sie als Risikogruppe bei HIV gelten. Mediziner fürchten, das sich auf diesem Wege die Immunschwächekrankheit weiter verbreiten könnte. Der Ausschluss der schwulen Bevölkerungsgruppe wird aber zusehends als Diskriminierung von den Homoorganisationen begriffen, da inzwischen auch zunehmend Heterosexuelle von Aids betroffen sind.

Auch in Deutschland sind weiterhin Blutspenden von Schwulen unerwünscht. Die von der Bundesärztekammer aufgestellten Richtlinien zum Blutspenden schließen homo- und bisexuelle Männer von der Abgabe aus. Erst im vergangenen Winter hatten die Jungen Liberalen in Bremen ebenso wie der Arbeitskreises "Queer" in der PDS einen Stopp dieser Praxis verlangt. Schwule pauschal als Risikogruppe zu bezeichnen, sei diskriminierend, meinte Ralf Buchterkirchen, Sprecher des schwul-lesbischen Arbeitskreises gegenüber der "tageszeitung". Es komme schließlich auf das Risikoverhalten an, egal ob hetero oder homo.

Mit dem Aufruf des schwedischen Premierministers erhalten die auf lokaler Ebene erhobenen Aufrufe, die bisherigen Empfehlungen der Bundesärztekammer zu überdenken, erstmals prominente Unterstützung.

25.07.2005

-w-

#1 wolfAnonym
  • 25.07.2005, 13:51h
  • was sollen den die heten mit schwulem blut ? igitt !
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#2 DavidAnonym
  • 25.07.2005, 13:52h
  • Auch mir stösst diese Praxis etwas sauer auf.
    Warum? Weil immer wieder für's Blutspenden geworben wird, und man sich über ZUWENIG Spender beklagt. Auf der anderen Seite wird man wieder ausgeschlossen. Die Begründung ist zwar etwas verständlich, aber diese Werbung und Jammerei finde ich verlogen hoch zehn, weil dieses
    "Jeder gesunde Erwachsene zwischen 18-65 jahren kann Blustspenden" so wie ich es sogar in Durchsagen höre, NICHT stimmt.
    Dann murmel ich nämlich leise "Jeder der NICHT schwul ist".
    An sich kann mir das egal sein, da ich so oder so nicht spenden darf, unabhängig von meiner Orientierung.
    Ich wollte nämlich VOR meinem Coming Out spenden, musste einen Fragebogen ausfüllen (unter anderem ob ich diese und jene Verletzung gehabt hätte), durfte dann aber nicht, weil ich als Kind einen Unfall mit Schädelbasisbruch hatte!
    Man würde befürchten, das mir die Spende nicht gut bekäme. (Dabei erfreue ich mich bester Gesundheit, da ich in meinen 10 Arbeitsjahren so gut wie nie krank gewesen bin...)
    Tja, das wars dann auch. Jedesmal wenn ich Plakate oder Leute sehe, die dafür werben (so wichtig und richtig das auch ist!) , würde ich denen gerne mal an den Kopf werfen:
    "dann hängt an dem "Jeder" das Wort "HETEROSEXUELLE" dran und hört auf euch über zuwenig Leute zu beklagen!"
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#3 verhinderter spenderAnonym
  • 25.07.2005, 15:00h
  • Auch ich ärgere mich jedesmal über diese Praxis.

    Es ist zum einen diskriminierend. Kann mal jemand was darüber sagen, inwieweit das ADG -- wenn es denn durchgekommen *wäre* -- in diesem Falle anwendbar gewesen wäre??

    Zum anderen ist es schlichtweg eine Bevormundung. Wenn ich -- als schwuler Mann -- entscheide, dass ich aufgrund einer monogamen Beziehung und beiderseits negativen HIV-Tests ein Ansteckungsrisiko ausschließen kann, dann spricht doch vernünftigerweise alles dafür, dass mein Blut verwendet werden kann, oder?!?

    Solange sich an dieser wirklich dummen Praxis nichts ändert, werde ich kein Blut spenden. Auch wenn ich es könnte, indem ich mich als hetero ausgebe. Punkt.
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