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- 25. Juli 2005 1 Min.
Der schwedische Premierminister Göran Persson hat dazu aufgerufen, Schwule nicht mehr vom Blutspenden auszuschließen.
Von Christian Scheuß
Goeran Persson hat sich in einem Interview mit dem schwulen Magazin QX für eine Aufhebung des Banns ausgesprochen. Schwule dürfen seit längerem nicht Blut- oder Organspender in Schweden sein, weil sie als Risikogruppe bei HIV gelten. Mediziner fürchten, das sich auf diesem Wege die Immunschwächekrankheit weiter verbreiten könnte. Der Ausschluss der schwulen Bevölkerungsgruppe wird aber zusehends als Diskriminierung von den Homoorganisationen begriffen, da inzwischen auch zunehmend Heterosexuelle von Aids betroffen sind.
Auch in Deutschland sind weiterhin Blutspenden von Schwulen unerwünscht. Die von der Bundesärztekammer aufgestellten Richtlinien zum Blutspenden schließen homo- und bisexuelle Männer von der Abgabe aus. Erst im vergangenen Winter hatten die Jungen Liberalen in Bremen ebenso wie der Arbeitskreises "Queer" in der PDS einen Stopp dieser Praxis verlangt. Schwule pauschal als Risikogruppe zu bezeichnen, sei diskriminierend, meinte Ralf Buchterkirchen, Sprecher des schwul-lesbischen Arbeitskreises gegenüber der "tageszeitung". Es komme schließlich auf das Risikoverhalten an, egal ob hetero oder homo.
Mit dem Aufruf des schwedischen Premierministers erhalten die auf lokaler Ebene erhobenen Aufrufe, die bisherigen Empfehlungen der Bundesärztekammer zu überdenken, erstmals prominente Unterstützung.
25.07.2005














