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Moldawien

Lesbische Aktivistin mit Weihwasser besprenkelt: Geldstrafe

Ein Gericht sah in dem Vorfall in einer TV-Sendung Diskriminierung. Der Priester beklagt nun religiöse Verfolgung.


Gennadi Valutu mit Weihwasser am Rande des CSD in Chisinau 2017

Der weltweit geführte juristische und politische Streit um den Schutz vor Diskriminierung von Homo- und Transsexuellen im Spannungsfeld von Religionsfreiheit ist um eine weitere Episode reicher: Ein moldawisches Gericht hat laut Medienberichten vom Montag einen ultraorthodoxen Aktivisten bestraft, nachdem er eine lesbische Aktivistin mit Weihwasser besprenkelt hatte.

Der Vorfall hatte sich bereits 2014 in einer TV-Sendung ereignet, in der sich Gennadi Valutu, Gründer der Organisation Pro Ortodoxia, mit der Aktivistin Angelika Frolowa von der Organisation "Genderdoc-M" über LGBTI-Rechte stritt. Valutu sagte dazu, das geweihte Wasser werde helfen, queere Aktivisten vom bösen Geist zu befreien.


Aktivisten von "Genderdoc-M" mit ihrer CSD-Kampagne "Keine Angst"

Frolowa wandte sich an die Antidiskriminierungsbehörde und beklagte eine Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und – als Nicht-Mitglied der orthodoxen Kirche – wegen des Glaubens. In einer Entscheidung forderte die Stelle eine Entschuldigung Frolowas – als diese ausblieb und ein Widerspruch des Aktivistin nicht im Rahmen der gesetzten Frist eintraf, ging Frolowa vor Gericht und forderte eine öffentliche Entschuldigung und eine Geldstrafe von 30.000 Leu (rd. 1570 Euro). Valuta schrieb hingegen an das Gericht, dass Priester nicht für Diskriminierung rechtlich verfolgt werden könnten.

Schmerzensgeld

Das Gericht gab nun der LGBTI-Aktivistin in beiden Diskriminierungsfragen Recht und verurteilte Valutu zur Zahlung von 5.000 Leu (rund 260 Euro) an die Aktivistin als Wiedergutmachung für "moralische Schäden" und zu einer Übernahme der Prozesskosten von 7.000 Leu sowie zu einer Entschuldigung.


Frolowa (r.) am Wochenende beim Europride in Göteborg. Bild: Centrul GDM / facebook

In einer ersten Reaktion kommentierte Valutu, dass nun die Verfolgung Religiöser beginne: "Bald stecken sie uns in Gefängnisse. Aber wir werden uns nicht ergeben." Außerdem stritt er ab, die Aktivistin überhaupt mit Weihwasser besprenkelt zu haben. Allerdings hatte er mit Mit-Aktivisten auch bei CSDs in der Hauptstadt Chisinau versucht, Pride-Teilnehmer mit Weihwasser zu besprühen. Nach den Demonstrationen "reinigte" er damit die abgelaufenen Straßen.

In den letzten Jahren hatten orthoxe Aktivisten immer wieder Gegenproteste gegen den CSD gefordert und mit angefeuert. 2014 warfen Gegendemonstranten Eier, Tomaten und Stöcke auf die Pride-Teilnehmer (queer.de berichtete). In den Folgejahren nahmen die Proteste nicht ab, allerdings konnte die Polizei den "Marsch für Solidarität" besser schützen (queer.de berichtete).


Protest gegen den CSD in Chisinau

Der moldawische Präsident, der Russland-nahe Sozialist Igor Dodon, richtete in mehreren Jahren zeitgleich zum CSD ein "Demo-für-alle"-artiges "Familienfest" aus (queer.de berichtete). Mitte September findet in Chisinau das jährliche weltweite Treffen von religiösen anti-homosexuellen Aktivisten, der "Weltkongress der Familien", statt. Igor Dodon bewirbt und umwirbt den Kongress seit Monaten und wird dort die Eröffnungsrede halten (wie der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán im letzten Jahr in Budapest). Er unterstütze "Initiativen zur Vereinigung der Gesellschaft und zur Rückkehr zu ihren wahren Werten, wie sie in der Bibel stehen", schreibt Dodon in einem Grußwort auf der Kongress-Webseite.

2014 war bereits der orthodoxe Bischof Marchel wegen Diskriminierung Homosexueller verurteilt worden (queer.de berichtete), nachdem dieser meinte, er wolle Homosexuelle nicht auf der Straße und in Schulen sehen: "92 Prozent von ihnen sind Aids-HIV-Patienten". Das höchste Gericht des Landes hob die Verurteilung aus zwei Vorinstanzen schließlich wieder auf (queer.de berichtete). (nb)



#1 remixbeb
  • 20.08.2018, 12:03h
  • Haha. Ich weiß, es ist eigentlich nicht lustig. Musste aber trotzdem gewaltig schmunzeln. Mit Weihwasser bespränkelt!! Lol. Der soll mal aufpassen, dass ihn niemand mit was anderem bespränkelt. An solchen Geschichten sieht man, wie durchgeknallt Religiöse eigentlich sind.
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#2 alter schwedeAnonym
  • 20.08.2018, 12:16h
  • Man sollte Valutu mal stecken, daß Weihwasser nur bei den gaaaaanz alten Vampiren hilft. (Ist gut im Filmklassiker Tanz der Vampire dokumentiert). Etwas besser stehen die Chancen für ihn wenn er sich mit Knoblauch vollstopft. Da flüchten dann aber wegen der Geruchsbildung auch die Heteros.
    Deshalb hier der ultimative Tip für unseren total ausgelaufenen Valutumaten. Er sollte seinen Pfaffen-Bart mit Pfannkuchenteig einschmieren und dann in der Friteuse ausbacken. Dannach in einen der zahlreichen Parks von Chisinau gehen und den Bart kleingeschnitten als moldawischen Döner gegen unzüchtige Schwulitäten verkaufen. Das wird dort sicherlich voller Bewunderung und Ehrfurcht weggekauft. Ich denke aber, daß er irgendwann bei den Pflöcken landen wird, die man den Enarteten am besten ins Herz....
    Oh Gott du tust mir wirklich leid. Irgendwann wirst Du da oben im Himmel mit all den getrillerten Psychopathen allein sein und wenn du Pech hast erkennen sie dich nicht und sehen in dir einen Schwulen oder eine Lesbe. Gnade dir Gott.
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#3 FOX NewsAnonym
  • 20.08.2018, 12:22h
  • Danke für das gerechte Urteil. Da sieht man, dass das Gericht unabhängig gearbeitet hat. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ein Gericht in D ähnlich entschieden hätte, da man hier ja Religionsgemeinschaften besondere Rechte zur Diskriminierung großzügig einräumt.
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#4 AnselmAnonym
#5 schwarzerkater
  • 20.08.2018, 13:13h
  • hahahahahaha. weihwasser gegen lesben und schwule - hahahahahaha, oder der priester nicht doch was verwechselt hat? scheinbar haben sonnenlicht, kreuze und knoblauch nicht recht geholfen.
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#6 von_hinten_genommenAnonym
#7 AlexAnonym
#8 MariposaAnonym
  • 21.08.2018, 09:26h
  • Man muß bedenken, daß es sich bei Moldau um ein in allen Belangen rückständiges Land in Europa handelt - es gibt auch kaum eine richtige "schwullesbische Infrastruktur" und Akzeptanz sowieso nicht - da kommt dieses erfreuliche Gerichtsurteil ziemlich unerwartet. Es geschehen noch Zeichen und Wunder......
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#9 GhyslainAnonym
  • 21.08.2018, 14:45h
  • "Der Priester beklagt nun religiöse Verfolgung."

    Es ist keine religiöse Verfolgung, wenn man nicht von Fremden mit unbekannten Substanzen besprüht werden will.

    Der will ja auch nicht von uns mit irgendwas besprüht werden.
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#10 TimonAnonym
  • 22.08.2018, 14:19h
  • Antwort auf #9 von Ghyslain
  • Ja, Religionsfreiheit bedeutet eben, dass man auch eine andere oder gar keine Religion haben darf. Und dass man dann von den Anhängen irgendeiner Religion nichts aufgezwungen bekommt oder irgendwie belästigt wird.
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