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Katholische Kirche

Schuldzuweisung: "Gelebte Homosexualität" schuld an Missbrauchsskandal

Über Jahrzehnte deckte die katholische Hierarchie Priester, die Kinder missbrauchten. Ein Kardinal und kirchliche Aktivisten behaupten, sie hätten die Schuldigen für den Skandal gefunden.


Raymond Leo Kardinal Burke hat eine einfach Logik: Homos sind schuld! (Bild: John Briody / flickr)

In der katholischen Kirche zieht der Skandal um vertuschten Missbrauchsfälle immer weitere Kreise – und viele konservative Stimmen in der Kirche versuchen die Schuld abstrakt auf Homosexuelle abzuschieben: Nach dem Bekanntwerden in diesem Monat hunderter neuer Fälle von Übergriffen durch amerikanische Priester erklärte etwa Raymond Leo Kardinal Burke, der emeritierte Erzbischof von St. Louis und langjähriger Kurienkardinal, dass ein "sehr schwerwiegendes Problem der homosexuelle Kultur" in der Kirche existiere, das für die Übergriffe verantwortlich sei.

Im Gespräch mit Catholic Action for Faith and Family behauptete der Kardinal, dass "die meisten Missbrauchstaten homosexuelle Handlungen waren, die mit männlichen Jugendlichen begangen wurden". Es habe den Versuch gegeben, "dies zu übersehen oder abzustreiten". "Jetzt scheint es aber im Licht der neuen schrecklichen Skandale klar zu sein, dass wirklich eine homosexuelle Kultur existiert, nicht nur im Klerus, sondern auch in der katholischen Hierarchie; das muss an der Wurzel gepackt werden." Burke beklagte die vermeintliche "Antilebens-Kultur" und die "Verhütungsmittel-Kultur", die die Gesellschaft im Griff habe und dazu führe, dass immer mehr Sexualität außerhalb der (heterosexuellen) Ehe geschehe.

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Kindesmissbrauch hat "etwas mit gelebter Homosexualität zu tun"

Auch katholische Lobbygruppen machten angesichts des neuen Missbrauchsskandals gegen Homosexuelle Stimmung. Sie zitieren dabei eine von der katholischen US-Bischofskonferenz beauftrage Untersuchung aus dem Jahr 2004, wonach mehr als 80 Prozent der Missbrauchsopfer innerhalb der Kirche Jungs oder männliche Jugendliche gewesen seien. Missbrauch habe daher "etwas mit gelebter Homosexualität zu tun", behauptete etwa die katholische Aktivistin Jennifer Roback Morse. Sie ist die Gründerin und Leiterin des Ruth Institute, das im Rahmen des "Proposition 8"-Volksentscheids als Bollwerk gegen die Ehe für alle gegründet worden war. Auch Austin Ruse, der Chef des katholischen Thinktanks Center for Family and Human Rights (C-FAM), erklärte kürzlich, dass der katholische Missbrauchsskandal "alles mit Homosexualität zu tun hat".

Einige Bischöfe stellen sich allerdings auch offen gegen diese generelle Schuldzuweisung gegenüber Homosexuellen. So erklärte Kardinal Blase Joseph Cupich im Jesuiten-Magazin "America", dass er "sehr vorsichtig" sei, den Missbrauchsskandal auf angeblich schwule Priester abzuschieben. Der Erzbischof von Chicago machte vielmehr die "Kultur des Klerikalismus" für die Übergriffe verantwortlich, in der sich Priester so sicher und privilegiert fühlten, "so dass sie tun konnten, was sie wollten".

Auch in Deutschland machen sich homophobe katholische Aktivisten den Missbrauchsskandal als Munition gegen die Akzeptanz von Homosexuellen zunutze. So sprach Hedwig von Beverfoerde auf ihrer Facebook-Seite in einem Eintrag von vergangenem Montag von einem "gigantische[n] Homo-Skandal". Weiter schrieb die Gründerin der homophoben "Demo für alle": "Die Kirche ist offenbar seit Jahrzehnten von Gay-Netzwerken unterwandert. Weltweit. Aus deren Reihen stammten schon die Täter des US-Mißbrauchsskandals von 2003." Beverfoerde organisiert derzeit eine Deutschland-Tour mit ihrem "Bus der Meinungsfreiheit", der gegen LGBTI-Rechte Stimmung machen soll – und gegen Sexualaufklärung (queer.de berichtete). (dk)

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#1 AFD-WatchAnonym
  • 20.08.2018, 13:04h
  • So ein Arschloch! Welchen Grund sollten schwule Männer, wenn sie ihre Sexualität mit anderen Männern eben AUSLEBEN, haben, sich an Kinder ranzumachen?
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#2 AFD-WatchAnonym
  • 20.08.2018, 13:06h
  • " Burke beklagte die vermeintliche "Antilebens-Kultur" und die "Verhütungsmittel-Kultur", die die Gesellschaft im Griff habe und dazu führe, "

    Antilebens-Kultur? So wie das Zölibat? Oder die Kultur der RKK, anderen Menschen in ihr Leben reinzureden und zu zerstören?
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#3 schwarzerkater
  • 20.08.2018, 13:18h
  • katholische kirche hat den knall immer noch nicht gehört. statt anstand, demut und reue zu zeigen, fangen sie an zu hetzen und wissenschaftliche untersuchungen zu ignorieren. so eine kirche ist im medienzeitalter, zumindest in den westlichen staaten, zum untergang bestimmt.
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#4 Sven100Anonym
#5 daVinci6667
  • 20.08.2018, 13:27h
  • Zuerst missbrauchen Sie tausendfach Jungs, dann vertuschen sie mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und am Ende schieben sie anderen die Schuld zu.

    Es ist zum Kotzen mit diesen Katholiban-Hetzern die ganz bewusst und wider besseren Wissens Pädokriminelle mit Schwulen verwechseln.

    Auch Lügen wäre eigentlich verboten, aber eben diese sogenannten Christen halten zu allerletzt ihre eigenen Gebote ein. Was will man denn schon von einer Sekte erwarten die nicht mal vor Missbrauch kleiner Jungs zurückschreckt!
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#6 Patroklos
  • 20.08.2018, 13:34h
  • Es wurden sowohl Jungen als auch Mädchen von katholischen Priestern mißbraucht und das scheint dieser Herr wohl vergessen zu haben!
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#7 saltgay_nlProfil
  • 20.08.2018, 14:02hZutphen
  • Kein Wunder, dass in abstrusester Art und Weise versucht wird nun die Homosexuellen verantwortlich zu machen für die Straftaten im eigenen Haus, was gerade nicht "voll Glorie schauet..."

    Etwas wahres ist viel eher am Zitat zu entdecken, dass es sich wohl um Angehörige eines Standes handele, die es nicht nötig haben sich an Recht und Gesetz zu halten.

    In Russland herrschte noch bis zum Ende des Zarenreiches das "ius primae noctis", was der Priesterkaste das Recht gab Mädchen zu entjungern um sie auf ihre Eignung zum Geschlechtsverkehr zu prüfen. Daher ist es den orthodoxen Würdenträgern nachzusehen, wenn sie gegen Homosexuelle wettern, weil das Entjungfern von Mädchen ihnen natürlich viel mehr Freude bereitet. So ist eben die Leidkultur.

    Spaß beiseite. Es gibt in unfreien Gesellschaften immer diese Spaltung in eine Elite, die sich von Recht und Gesetz abkoppelt, weil sie einen "naturgemäßen" Herrschaftsanspruch für sich ableitet. Das gilt auch für die marktkonforme Demokratie in der BRD. Nur werden hier weniger Kinder missbraucht, als vielmehr durch Steuerhinterziehung, Subventionsbetrug und Korruption das Volksvermögen geschädigt.

    Wer also die Spaltung der Gesellschaft beschleunigt, wer fein säuberlich Grenzen zwischen den Bürgern zieht und aus Machterhalt versucht die unter ihm Stehenden zu unterdrücken, der muss sich nicht wundern, wenn die Grundlage des demokratischen Rechtstaates einstürzt wie eine Autobahnbrücke.

    "Primus inter pares" heißt der Leitsatz für einen demokratischen Rechtstaat. Die gekünstelten Schuldzuweisungen dieser US-amerikanischen Reaktionäre und dem AfD-Gefolge zeigen, dass sie das eben nicht wollen.
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#8 von_hinten_genommenAnonym
  • 20.08.2018, 14:05h
  • Dieser Missbrauchskandal fand übrigens im Bundesstaat Pennsylvania statt, was aber nicht bedeutet, dass es in anderen Bundesstaaten nicht auch geschah.
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#9 Religioten-WatchAnonym
  • 20.08.2018, 14:15h
  • Alle Mitglieder in diesem Klub finanzieren Hassprediger wie Lügen-"Kardinal" Burke, daher: http:www.kirchenaustritt.de
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#10 OutAndProud
  • 20.08.2018, 14:16h
  • Das die in der RKK Kinder durchficken, ist ja schon schlimm genug, aber das ich mit meinem "Lebenswandel" auch noch dafür verantwortlich sein soll geht auf keine Kuhhaut. Zumal schon wieder der unsägliche Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophelie hergestellt wird.

    Es gibt Tage da kannst du gar nicht so viel fressen wie du kotzen möchtest.
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