Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31778

Vom Moppelchen zur Sexbombe

Fünf Argumente für "Insatiable"

Kritiker meckern über "Fatshaming" und "Biphobie". Hier fünf Gründe, warum sich die neue Netflix-Serie über ein ehemals dickes Mädchen dennoch für Binge-Watching eignet – darunter drei Coming-outs.


Patty (Debby Ryan) – vorher und nachher (Bild: Netflix)

Argument 1: Die Online-Petition

Der Trailer ging on air, schon wurde eine Online-Petition gestartet: "CANCEL Netflix's Body-Shaming Series 'Insatiable'!" Wie? Noch bevor die ganze Serie zu sehen war? Mehr als 230.000 Leute haben unterschrieben. Bei aller Liebe: Es gibt also mehr als 230.000 Gründe, sich die Serie zumindest mal anzusehen. So viel Trotz muss sein!

Argument 2: Der Inhalt

Patty hat Übergewicht. Die 16-Jährige wird deshalb in der Schule fies gemobbt. Sie prügelt sich mit einem Obdachlosen um einen Schokoriegel. Er schlägt sie nieder. Gebrochener Kiefer, Patty kann sich wochenlang nur flüssig ernähren und verliert viele überzählige Pfunde. Niemand erkennt sie, als sie an die Schule zurückkehrt. Patty ist jetzt eine Sexbombe (Achtung: aber kein Hungerhaken). Sie nimmt an Schönheitswettbewerben teil und will Rache üben an allen, die gemein zu ihr waren. Gaga? Und wie! "Insatiable" ist also keine Doku über Fatshaming.

- Werbung - Video (60s): KLM – Wir sind eine Airline

Argument 3: Die Sympathie

Patty ist herzlich unsympathisch. Sich mit ihr zu identifizieren klappt gar nicht. Dazu baut sie zu viel Mist im Lauf der Serie oder ist garstig zu Menschen, die sie liebhaben. Wenn sie Letzteres überhaupt bemerkt, weil sie nur mit sich selbst beschäftigt ist. Das hässliche Entlein entpuppt sich als oberflächlicher, berechnender, naiver, verletzlicher, gemeiner Schwan. Debby Ryan spielt das alles gleichzeitig. Respekt! Mitleid mit dem ehemals dicken Mädchen kommt also nicht auf. Mitleid wäre eigentlich ein Fall für eine Online-Petition. Mitleid wäre echt böse!

Argument 4: Politisch unkorrekt

"Insatiable" ist politisch nicht korrekt. Es gibt Witze über Minderheiten. Manche sind so lala, manche brutal komisch. Aber kein Witz spekuliert mit dem Tabubruch, wie einst bei Harald Schmidt, keine Pointe buhlt aus der Perspektive der Heteronormativität um Lacher. Ob Lesben, Schwule, Asiatinnen oder alle anderen, die nicht weiß, männlich und heterosexuell sind: Niemand bleibt verschont. Zu Recht.

Argument 5: Sensibilität

Gaga, politisch nicht korrekt und dennoch schafft es die Serie, zwei schwule und ein lesbisches Coming-out sensibel und in ihrer ganzen Komplexität zu zeigen. Dabei geht einem das Herz auf. Auch ein Höhepunkt: Pattys Dialog mit einer trans Frau über ihren Körper und Körperempfindungen. Rührend und ehrlich.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer

Infos zur Serie

Insatiable. Serie. USA 2018. Creator: Lauren Gussis. Darsteller: Dallas Roberts, Debby Ryan, Christopher Gorham, Alyssa Milano. Folgen: 12 Episoden. Sprache: deutsche Synchronfassung. Seit 10. August auf Netflix.


#1 GitfoAnonym
  • 22.08.2018, 10:26h
  • Hört sich an wie eine Hetero- Teenieserie, gemacht für junge ( vorwiegend weibliche ) Zuschauer.
    Um den Zuschauerkreis zu erhöhen haben die Drehbuchschreiber ( wahrscheinlich in Nebenrollen) homosexuelle Charaktere installiert.

    Man guckt sich als Schwuler/ Lesbe natürlich auch Filme und Serien mit Hetero- Schwerpunkt an...ist die Auswahl doch sonst vergleichsweise mager. Kein Ding also. Allerdings bringen Serien mit so wenig homosexuellem Bezug wie diese selten Berichte in Queer.de.

    Warum sich ausgerechnet erwachsene Schwule und Lesben eine Serie um eine High- School Göre angucken sollen erschließt sich mir auch nach lesen der 5 Argumente nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 AndyAnonym
  • 22.08.2018, 10:54h
  • A) Gesehen habe ich die Serie nicht, aber das, was ihr hier schreibt, geht schon ein wenig in die Richtung Fatshaming und das ist nunmal ebenso eine Art der Diskriminierung wie Homophobie. Es ist schade, dass manche Menschen sich immer nur für die eigenen Interessen einsetzen.

    Und B) Die Qualität der Netflix-Eigenproduktionen ist meiner Meinung nach einfach nur unterirdisch. Mit "One Day At A Time" gibt es EINE einzige gute Eigenproduktion, den Rest finde ich einfach nur fürchterlich.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Andreas VAnonym
#4 bennexAnonym
  • 22.08.2018, 11:28h
  • Alternativer Plotvorschlag:
    Junger Schwuler wird ins Koma geprügelt und wacht als heterosexueller wieder auf. Fortan kann er ein glückliches Leben führen in dem er auf Mädchen steht und Jungssachen macht - wie Football spielen.
    Homophob? Ach was, die ganzen Gutmenschen die sich aufregen sind nur ein weiterer Grund sich die Serie anzusehn.

    "Spaß" beiseite. Die Serie ist teilweise ganz lustig, teilweise auch ziemlich langatmig. Aber unabhängig davon, ob sie einem gefällt oder nicht kann man doch die Kritik an der Serie anerkennen oder zumindest versuchen sie nachzuvollziehen.
    Fatshaming und homophobe Klischees werden permanent wiedergekaut. Zu einem bewussten Umgang mit Medien gehört es auch, dass man solche Dinge - insbesondere bei Inhalten die man mag, bei anderen Sachen ist es eh einfach - reflektiert anstatt sie sich schönzureden. Schon gar nicht muss man Menschen die sowas kritisieren herabsetzen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TommmiAnonym
  • 22.08.2018, 11:37h
  • So ein Käse! Witzige und lustige Serie mit vielen schrägen Charakteren.Lesbisch , schwul,dick und dünn,wird alles bedient und dass auf eine höchst amüsante/ironisch-persiflierende Art und Weise. Nicht immer alles so "Bier-ernst" nehmen. Habe mich köstlich amüsiert. Die beiden Dilf's sind am besten! ;-)
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Andy2Anonym
#7 TamiAnonym
  • 23.08.2018, 08:06h
  • Das ist doch wohl nicht euer Ernst?! Ihr nennt euch Queer.de und werbt für eine Serie, die eindeutig biphob ist?! Biphobie und BI-Erasure sind verdammt nochmal nicht weniger ernst zu nehmen als Homophobie - auch wenn ihr euch "das Zentralorgan der Homo-Lobby" nennt!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Ith_Anonym
  • 24.08.2018, 12:23h
  • Antwort auf #7 von Tami
  • Sie nennen sich auch queer.de u waren sich nicht zu schade, einen Meinungsbeitrag zum "Gegenschlag des weißen, schwulen Cis-Mannes zu veröffentlichen, der sich dafür aussprach, mit Verweis auf "es gibt auch arme weiße schwule Cis-Männer" die Privilegien (! Nicht Gleichgewichtigkeit, Vorrangstellung!) dieser Subgruppe klar zu verteidigen/propagieren.
    Seitdem betrachte ich die Selbstbezeichnung gegenüber verhältnismäßig marginalisierten Gruppen als blanken Hohn.

    Man nimmt andere Themen (in meinem Fall schwul und trans*) zwar mit, wenn's darum was zu skandalisieren gibt, auf der reinen Informationsebene ist es z.T. brauchbar. Wo Wertung und Meinung reinspielen brauchste aber nichtmal mit Mitnennung zu rechnen, geschweige denn dami, mitgedacht zu werden. Ernstgenommen und wertgeschätzt fühl ich mich hier seitdem aber nicht mehr. Und wenn nur, weil's unter den Entscheidenden offenbar niemanden gibt, der gegen offenen Antifeminismus ein Veto einlegen könnte. Oder wollte.
  • Antworten » | Direktlink »