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Bundesratsinitiative

Bremen will "Homoheilung" verbieten

Dringlichkeitsantrag zum CSD: Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen über eine Bundesratsinitiative ein Verbot sogenannter Konversionstherapien in ganz Deutschland erreichen.


In Deutschland sind noch immer Ärzte und Initiativen aktiv, die Lesben und Schwule "umpolen" wollen (Bild: Pastelitodepapa / wikipedia)

Über eine Bundesratsinitiative wollen die beiden Bremer Regierungsparteien SPD und Grüne gegen "Homoheiler" vorgehen. "Die Bürgerschaft (Landtag) fordert den Senat auf, eine Bundesratsinitiative für ein Verbot von Konversionstherapien zu starten", heißt es in einem diese Woche vorgestellten Dringlichkeitsantrag (PDF). Das Landesparlament kommt das nächste Mal am 29. und 30. August zusammen, zuvor wird an diesem Wochenende der Bremer CSD gefeiert.

"Homosexualität ist keine Krankheit, sondern Teil der menschlichen Natur und eine menschenrechtlich geschützte Ausprägung der Persönlichkeit, die keiner Therapie bedarf", begründen SPD und Grüne ihren Antrag. Weiter heißt es darin: "Selbsternannte 'Homoheiler' bieten fragwürdige Konversionstherapien an, sie arbeiten meist im Umfeld streng religiöser Gruppierungen. Besonders in evangelikalen Kreisen wird bei homosexuellen Jugendlichen und jungen Erwachsenen (teilweise auch bei trans- oder intergeschlechtlichen Personen) der Versuch unternommen, diese durch eine 'Umpolungs-Therapie' zu 'heilen. So werden beispielsweise homoerotische Bilder gezeigt und gleichzeitig Elektroschocks verabreicht, um so eine Abneigung gegenüber gleichgeschlechtlicher Lust entstehen zu lassen."

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Verstoß gegen die Menschenrechte

Psychologenverbände warnen bereits seit Jahren davor, dass Lesben und Schwule mit Konversionstherapien in den Selbstmord getrieben werden könnten. Der Weltärztebund verabschiedete 2013 eine Stellungnahme, nach der derartige Behandlungen "die Menschenrechte verletzen und nicht zu rechtfertigen" seien (queer.de berichtete). Trotzdem sind in Deutschland Homo-"Heiler" aktiv, etwa der Verein Leo e.V. in Sachsen-Anhalt (queer.de berichtete).

In Deutschland sahen die letzten Bundesregierungen keinen Handlungsbedarf, auch die aktuelle erklärte noch Anfang Juli, kein Verbot zu erwägen (queer.de berichtete). Vor fünf Jahren hatte der damalige Bundestag sogar einen Gesetzentwurf der Grünen abgelehnt, Konversionstherapien zumindest bei Jugendlichen zu verbieten (queer.de berichtete).

Erst in den letzten Wochen ist in die Diskussion Bewegung gekommen. Mit mehreren aktuellen Online-Petitionen (All Out, change.org) fordern LGBTI-Aktivisten den Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dazu auf, aktiv gegen "Homoheiler" vorzugehen. Mitte August hatte sich Spahn dafür erstmals offen gezeigt und Konversionstherapien als "Quatsch" und "Körperverletzung" bezeichnet. Auch die SPD-Fraktion im Bundestag hatte sich bereit erklärt, "das Thema direkt nach der Sommerpause anzugehen" (queer.de berichtete).

Bislang haben u.a. mehrere US-Bundesstaaten sowie Malta als einziges EU-Land die "Homoheilung" grundsätzlich verboten (queer.de berichtete). Im Juli kündigte die britische Regierung unter Premierministerin Theresa May eine ähnliche gesetzliche Regelung an (queer.de berichtete). (cw)



#1 Go-For-GreenAnonym
  • 24.08.2018, 10:21h
  • Super, ich sag es ja schon seit längerem:
    die Grünen sind zuverlässig :-) Und mit der SPD zusammen sind sie das, was Deutschland braucht.

    Ich drücke beide Daumen and I cross my toes, damit diese Initiative bundesweit erfolgreich ist :-)

    © von_hinten_genommen
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#2 JadugharProfil
  • 24.08.2018, 10:49hHamburg
  • Es ist zum Verzeweifeln, daß die politischen Institutionen so extrem lange brauchen, um den LGBTI's Rechte zu zugestehen, welche für die heterosexuelle Gruppe selbstverständlich ist. Es existitiert ja auch keine Therapeuten, um Heterosexuelle umzupolen, oder sie wegen ihrer Heterosexualität zu foltern! Auch werden ihre Rechte wegen ihrer Variante der Sexualität nicht eingeschränkt. Immer kommen die rechtlichen Zugeständnisse für LGBTI's scheibchenweise!
    LGBTI-phobie sollte unter Höchststrafe gestellt werden und sofern sie behandelbar ist, sollten sich Therapeuten darum kümmern, sie zu beseitigen. Denn jene Menschenhasser sind es, die sich verbrecherisch verhalten und einigen Menschen Rechte nicht zugestehen oder sie entziehen wollen, damit ihr engstirniges Weltbild stimmt.
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#3 DerStephanProfil
  • 24.08.2018, 13:09hNürnberg
  • Antwort auf #2 von Jadughar
  • Ist ja nicht so als würde man Menschen dazu zwingen.
    Es zwingt auch niemand zu einer Wahrsagerin zu gehen und am Ende wird man abgezockt.
    Oder diese Zuckerkugeln die alles heilen können, sind doch auch nicht verboten.
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#4 DominikAnonym
  • 24.08.2018, 13:43h
  • Antwort auf #3 von DerStephan
  • Sehe ich so ähnlich.

    Ein Verbot wäre natürlich nicht falsch, weil so eine "Therapie" natürlich Schwachsinn ohne Ende ist und bei einem labilen Menschen durchaus auch Schaden anrichten kann. Eine besonders wichtige Sache ist das Verbot aber nicht, weil jeder mit mind. drei funktionierenden Gehirnzellen über eine derart schlechte Fundamentalisten-Comedy doch wirklich nur noch den Kopf schütteln kann und den fünf verirrten Seelen, die sich im Jahr tatsächlich so einem Umpolungs-Kaspar anvertrauen, wahrscheinlich auch sowieso nicht mehr zu helfen ist.

    Andere Projekte sind 1000x wichtiger, aber okay, sollen sie machen.
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#5 Alexander_FAnonym
  • 24.08.2018, 13:48h
  • Antwort auf #3 von DerStephan
  • Es gibt zwar manche, die sich diesen Stuss tatsächlich freiwillig antun, aber auch viele, bei denen das nicht der Fall ist, meist Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, die in extrem religiösen Familien aufwachsen und von diesen zu solchen "Therapien" gedrängt werden. Und wenn der Druck nicht von der Familie kommt, so doch vom sozialen Umfeld wie der Kirchengemeinde und ähnlichem.

    Das ist meiner Meinung nach auch das, was an diesen Konversionstherapien so schädlich ist: sich ihr zu unterziehen setzt voraus, dass man vorher innerlich vor dem homophoben Druck von außen kapituliert und sich selbst aufgegeben hat, also einem Stockholmsyndrom unterliegt. Andernfalls wäre man zu einem Akt der Selbstzerstörung bzw. des bewussten Sich-selbst-zerstören-Lassens nicht fähig.

    So etwas oder ähnliches kann zwar nicht komplett ausgeschlossen werden, wenn Konversiontherapien verboten werden, aber ein Verbot würde klarstellen, dass es niemals legitim sein darf, einen Menschen so zu brechen.
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#6 WeseraalProfil
  • 24.08.2018, 18:05hBremen
  • Antwort auf #5 von Alexander_F
  • Selbst die, die sich "freiwillig" solchen Scharlatanen ausliefern, tun das doch nur deshalb, weil man ihnen vorher eingeredet hat, dass ihre Gefühle unnatürlich und krankhaft sind. Und dann schaffen es diese Quacksalber manchmal sogar, ihre unmenschlichen "Behandlungen" mit der Krankenkasse abzurechnen in dem sie irgendwelche erfundenen psychischen Störungen in die Abrechnung schreiben. Und nach der sogenannten "Therapie" darf die Krankenkasse dann vermutlich für die durch diese Quacksalberei verursachten tatsächlichen Störungen zahlen
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#7 Gerlinde24Profil
  • 24.08.2018, 22:30hBerlin
  • Ich verwette meinen fetten Hintern darauf, dass einige CDU regierte Länder im Osten wie Westen, das aus Angst vor der AfD und der eigenen Parteiklientel nicht unterstützen werden. Obwohl es mehr als notwendig wäre!
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#8 Alexander_FAnonym
  • 25.08.2018, 08:55h
  • Antwort auf #6 von Weseraal
  • Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. Und du hast natürlich absolut Recht damit, dass solche "Therapien" nicht nur nicht helfen, sondern aktiv Schaden zufügen. In jeder Hinsicht haben sie keine Existenzberechtigung.
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#9 Homonklin44Profil
  • 25.08.2018, 09:15hTauroa Point
  • Antwort auf #6 von Weseraal
  • ""...irgendwelche erfundenen psychischen Störungen in die Abrechnung schreiben.""

    Leider sind das sogar anerkannte Diagnosen, wie zum Beispiel "ich-dystone Sexualorientierung", wo das die Kasse übernimmt. Fatal ist jedoch der völlig verkehrte Therapieansatz, den man darunter zu decken versucht, indem auf den Klienten eingewirkt wird, er müsse seine Orientierung abändern.

    Anstatt, wie es vernünftig wäre, ihn darin zu bestärken, dass diese auch "ich-synton" erlebbar ist, und die "Dystonien" sich vielleicht aus der einseitigen Betrachtung des Glaubenserziehungsbildes her ergeben haben könnten.
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#10 FinnAnonym
  • 27.08.2018, 11:05h
  • Das wäre auch dringend überfällig.

    Es ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass diese Gehirnwäsche schwerste psychische Schäden verursacht und bis zum Tod führen kann.

    Dass sowas immer noch nicht verboten wird, ist ein Skandal.

    Würde man dasselbe anderen Menschen als LGBTI antun, wäre das längst verboten.
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