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Thüringen

Erfurt: Neonazis sorgen für neuen CSD-Rekord

Der Einschüchterungsversuch ging nach hinten los: Während sich nur wenige am Gegenprotest der rechtsextremen Kleinpartei "Der Dritte Weg" beteiligten, gab es so viele Pride-Teilnehmer wie noch nie.


Neonazi-Protest am Rande des CSD Erfurt (Bild: zeckomag / twitter)

Neuer Rekord: Trotz eher schlechten Wetters beteiligten sich am Samstag rund 1.500 Menschen an der CSD-Demonstration in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt – dreimal so viele wie noch vor zwei Jahren. Vor allem viele junge Menschen folgten dem Aufruf der Pride-Veranstalter unter dem Motto "Akzeptanz macht Lust".

Twitter / SusanneHennig

Zur Mobilisierung beigetragen hatte offensichtlich ein im Vorfeld angekündigter Gegenprotest der neonazistischen Kleinpartei "Der Dritte Weg", die erstmals in Erfurt gegen "Homo-Propaganda" demonstrierte. Streng abgeschirmt von der Polizei, bauten die Rechtsextremisten am Angerdreieck einen Infostand auf und hielten dabei zeitweise vier Transparente, die den Slogan "Mann + Frau + Kinder = Familie" ergaben. Auf Plakaten wurden außerdem "gesunde Familien" gefordert.

Man wolle "es nicht unwidersprochen lassen, dass diese öffentliche Zurschaustellung verschiedener Absurditäten ohne weiteres propagiert werden darf", hieß es im Aufruf zum "Widerstand gegen die widerlich selbstdarstellerische Homoparade" (queer.de berichtete). Am Gegenprotest des "Dritten Wegs" beteiligten sich allerdings nur wenige Dutzend Personen.


Ankündigung der homofeindlichen Kundgebung im Auftritt der Partei im russischen sozialen Netzwerk vk

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Kritik an der Stadtverwaltung

Im Vorfeld der CSD-Parade hatte der LSVD Thüringen die Genehmigung der rechtsextremen Kundgebung kritisiert und eine Verlegung gefordert: "Die menschenfeindlichen Einstellungen der Partei 'Dritter Weg' sind bekannt und richten sich gegen ein friedliches und respektvolles Miteinander, erklärte der Landesvorstand am Freitag in einer Pressemitteilung. "Die Stadt muss die Sicherheit aller Teilnehmenden am Straßenfest garantieren. Die Genehmigung eines solchen Aufmarschs von gewaltbereiten Neonazis nur wenige Meter vom CSD Straßenfest ist skandalös."

Ähnlich argumentierte CSD-Koordinator Fabian Gabriel gegenüber dem Portal Thüringen24: "Die Polizei hat die Neonazis zwar gut von unserer Parade abgeschirmt, doch das vermehrte öffentliche zur Schau stellen von Intoleranz und Homophobie ist eine problematische gesellschaftliche Entwicklung, weshalb wir auch in Erfurt auf die Straße gehen." Die rechte Szene in Thüringen werde "immer größer".

Neonazi-Protest auch bei den CSDs in Siegen und Darmstadt

Die Neonazi-Partei "Der Dritte Weg" tritt immer häufiger mit LGBTI-feindlichen Protesten in Erscheinung. Erstmals hatte sie 2017 anlässlich des CSD Siegen Flugblätter verteilt, auch wurde damals ein Büro der Linken mit der Aufschrift "No Homo" beschmiert (queer.de berichtete). In diesem Jahr bauten 20 Rechtsextreme vom "Dritten Weg" Ende Juli einen Info-Stand an der Siegener CSD-Demostrecke auf und zeigten dieselben Transparente wie in Erfurt (queer.de berichtete).

Auf ihrer Webseite brüstet sich die Partei auch damit, Anfang August während des CSD Darmstadt dem "Karneval der sexuellen Abnormalitäten" mit Flugblättern die eigene "Botschaft von einer gesunden und natürlichen Familie" entgegengesetzt zu haben. Im thüringischen Kahla hatten Anhänger der Partei in diesem Jahr zudem eine Aktion zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie mit dem Verteilen von Flyern und Patrouillen begleitet (queer.de berichtete). (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Sollten rechtsextreme Gegendemos zum CSD genehmigt werden?
    Ergebnis der Umfrage vom 27.08.2018 bis 03.09.2018


#1 easykeyProfil
  • 26.08.2018, 13:11hLudwigsburg
  • Mich würde die Stellungnahme der Stadtverwaltung als genehmigende Behörde rasend interessieren. Mal schauen ob die die Eier dafür hat. Falls nicht, wäre das ein Armutszeugnis erster Klasse!
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#2 EkelAnonym
  • 26.08.2018, 13:32h
  • Das einzig Arbartige in diesem Zusammenhang sind diese Drittweger und die Zurschaustellung ihrer verfassungsfeindlichen Gesinnung selbst.
    Einer "gesunden und natürlichen Familie" kann dieser braune Abschaum nicht entstammen.
    Vielmehr sind sie wohl Abkömmlinge irgendwelches Nazi-Gesocks aus der dunklen Vergangenheit dieses Landes, in deren "Familien" Begriffe wie Freiheit, Demokratie und Toleranz nur als "liberaler Dreck" verunglimpft wurden.
    Solche Gruppierungen müssen konsequent verboten werden.
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#3 LockieAnonym
  • 26.08.2018, 14:12h
  • Liebes Team von queer.de,

    als einer der Organisator*innen des CSD Erfurt zunaechst vielen Dank fuer eure Berichterstattung. Dennoch erlaube ich mir eine kritische Anmerkung. Der CSD in Erfurt waechst seit Jahren, allerdings nicht, wie eure Ueberschrift vermuten laesst, weil ein paar rechte Hohlbirnen auf dem Anger stehen, sondern weil seit mehreren Jahren ca. 20 Ehrenamtliche Jahr fuer Jahr sich den Arsch dafuer aufreissen. Ich denke, ich kann zurecht darauf verweisen, dass der CSD Erfurt auch in diesem Jahr wieder deutlich gewachsen waere, auch ohne Dritter Weg am Rande!
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#4 Rechtsruck-WatchAnonym
#5 Homonklin44Profil
  • 26.08.2018, 16:06hTauroa Point
  • Auf dem Bild sehe ich mit meinen schlechten Glühsen, glaube ich, so knapp ein Dutzend Hansel von diesem "Dritten Weg" herum stehen. Nun, vielleicht waren die anderen da grade pullern oder an der Ideologiepfeife schnuppern.

    Dass die "demonstrieren" dürfen, haben wir zwar wohl der selbstgefährdungsfreudigen Demokratie dieser Tage zu verdanken.

    Dank ist daher all jenen zu sagen, die sich die Ärsche aufgerissen haben und Solidarität mit LGBTIQ* gezeigt haben, zeigen, jeden Tag im Leben wieder, um dieser braunen Brut Paroli zu bieten, wo immer die auch auftauchen. Sowas macht stolz auch aus der Ferne. So viele grade junge Leute zu sehen, die sich von diesem braun-ideologischen Niedergangsmist nicht beeindrucken lassen, sondern zur Wirklichkeit stehen, die Vielfalt an der Natur menschlichen Seins ist. Super gemacht, beispielhaft, nachahmenswert!
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#6 stephan
  • 26.08.2018, 18:27h
  • Tatsächlich müssen wir wohl - ob gerne oder nicht, ob Sonne oder Regen - wieder vermehrt zu den CSDs und PRIDE-Veranstaltungen gehen, damit die rechten Menschenrechtsverächter begreifen, dass sie nur ein verschwindend kleiner Kehricht aus der Straßenrinne sind ...
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#7 TimonAnonym
  • 26.08.2018, 18:48h
  • Klassisches Eigentor der ewiggestrigen Fanatiker. Sie haben das genaue Gegenteil erreicht.
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#8 MaenneAnonym
#9 Alexander_FAnonym
  • 27.08.2018, 13:58h
  • Es erstaunt mich sehr, dass diese Gruppierung in Darmstadt demonstriert haben will, das für ihresgleichen soweit ich weiß ein recht hartes Pflaster ist. Gibt es dafür irgendwelche Bestätigungen? Es fällt mir nämlich sehr schwer, das zu glauben, wiewohl auch der Darmstädter CSD keine allzu große Veranstaltung ist.
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