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VfL Wolfsburg

Fußballer lehnt Regenbogen-Kapitänsbinde aus "christlicher Überzeugung" ab

Josip Brekalo will nicht hinter einer Akzeptanz-Kampagne seines Vereins stehen, weil dies seinem Glauben widerspreche.


Brekalo wurde in der Saison 2015/16 mit Dinamo Zagreb kroatischer Meister und kam dann nach Wolfsburg, das ihn im letzten Jahr zeitweise nach Stuttgart verliehen hatte (Bild: josip_brekalo / instagram)

Die Ankündigung des VfL Wolfsburg, dass in dieser Saison die Kapitäne aller Mannschaften mit einer Kapitänsbinde in Regenbogenfarben zu Spielen auflaufen sollen, um ein "klar sichtbares Zeichen gegen Ausgrenzung und für Vielfalt im Fußball" zu setzen (queer.de berichtete), hat zu ablehnenden Reaktionen des Stürmers Josip Brekalo geführt.

Zunächst waren am Freitag Screenshots aufgetaucht, in der der Kroate zwei negative Reaktionen auf die Ankündigung des Vereins mit einem "Like" versehen hatte. So meinte ein Nutzer bei Instagram: "Sieht echt scheisse aus. Der arme Joshua" – gemeint war der abgebildete Kapitän Josuha Guilavogui mit der Binde in den Farben der Regenbogenflagge, ein Symbol der queeren Community und der Akzeptanz ihr gegenüber. Der andere Kommentar, der Brekalo gefiel, zeigte schlicht einige kotzende Smileys.

Twitter / gsusminor

Gegenüber Medienvertretern sprach der 20-Jährige am Samtag von Fehlfunktionen seines Smartphones – und zeigte ein Screenshot-Video, dass sein Handy beim Öffnen von Fenstern und zufälligen Liken von Einträgen ohne sein Zutun zeigen soll. Die Likes hat er inzwischen rückgängig gemacht.

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Ablehnung aus religiösen Gründen

"Ich würde solche negativen Kommentare nie liken, weil ich alle Menschen und ihre Art zu leben respektiere", so Brekalo in einer Stellungnahme. "Trotzdem muss ich aber auch sagen, dass ich nicht vollständig hinter dieser Aktion stehen kann, denn es widerspricht meiner christlichen Überzeugung."

Der Katholik betonte, dass er "sehr religiös erzogen worden" sei. "Wenn jemand eine andere Art zu leben bevorzugt, dann ist das okay für mich, weil das seine Sache ist. Aber ein spezielles Symbol für die Einstellung anderer Leute muss und möchte ich nicht tragen."

Der Spieler der kroatischen U-21-Mannschaft ist in seinem Kanal bei Instagram noch nicht auf die Aufregung um seine Ablehnung der Regenbogen-Kapitänsbinde eingegangen. Einige Nutzer kommentierten allerdings sein dort zuletzt veröffentlichtes Bild, um ihn zu kritisieren – oder zu unterstützen. "Ich denke genau wie Josip und da sollten die Anderen unsere Religion und Einstellung dazu auch akzeptieren", meinte eine Nutzerin; "deine konservative Einstellung finde ich klasse", lobte ein anderer Nutzer.

Geplantes Ziel: Gemeinsam Vorbild sein

Am Samstag war Kapitän Guilavogui erstmals für den VfL mit der Regenbogen-Binde augelaufen, Wolfsburg gewann das Spiel gegen Schalke 2:1. "Wir Fußballer sind Vorbilder und wollen mit dem Regenbogen zeigen, dass bei uns im Stadion und im Verein alle willkommen sind", hatte er am Freitag bei der Vorstellung der Regenbogenbinden-Aktion gesagt.

"Es ist egal, welche Hautfarbe oder welches Geschlecht du hast, wen du liebst, ob du ein körperliches Handicap hast oder welchen Glauben du hast – Fußball ist für alle da", so der aus Frankreich stammende Spieler mit guineischen Wurzeln. "Dafür steht der Regenbogen und wir als Team stehen hinter dieser Botschaft." Worte, die von Brekalos Äußerungen überschattet wurden.

Twitter / koencasteels | VfL-Torwart Koen Casteels mit der Regenbogenkapitänsbinde – der Belgier hatte sie vom verletzt ausgewechselten Guilavogui übernommen

Vom Verein ist geplant, dass alle Kapitäne aller VfL-Mannschaften die Binde in dieser Saison tragen, von den Bundesliga-Profis bis hin zur U 10. Bei den Frauen läuft Nilla Fischer bereits seit März 2017 mit dem Symbol auf, sie hatte den Wunsch an den Verein herangetragen (queer.de berichtete). "Wir stehen als Verein für eine tolerante Gesellschaft", sagte Geschäftsführer Jörg Schmadtke am Freitag. (nb)



#1 stephan
  • 26.08.2018, 18:39h
  • "... denn es widerspricht meiner christlichen Überzeugung."

    Wie wenig muss man wohl gelernt und begriffen haben, wenn eine 'religiöse' Überzeugung einem Menschen verbietet, für gleiche Freiheits- und Menschenrechte für alle Menschen einzustehen?

    "Es ist egal, welche Hautfarbe oder welches Geschlecht du hast, wen du liebst, ob du ein körperliches Handicap hast oder welchen Glauben du hast Fußball ist für alle da" ... und auch alles andere in unserer Gesellschaft und unserem Land! Einfach mit dem Fußball aufhören, wenn einem die Religion verbietet, für gleiche Rechte für alle Menschen einzustehen!
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#2 TimonAnonym
  • 26.08.2018, 18:46h
  • Wenn er seinen "Glauben" (der offenbar Hass über Liebe stellt) über seinen Verein und über die Solidarität zu seinen Mannschafts-Kameraden stellt, ist er vielleicht auf seinem Posten falsch.
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#3 MarkusMZAnonym
  • 26.08.2018, 20:18h
  • Hey,
    nur weil er nicht FÜR etwas zu begeistern ist, muß er ja nicht gleich DAGEGEN oder gar homophob sein.

    Also was soll der Scheiß, jemanden zur Solidarität "zwingen" zu wollen. Sollen sie sich's aussuchen dürfen, ob sie mit Regenbogen- oder normaler Kapitänsbinde auflaufen. Dann wär's wenigstens (vielleicht) ein stück weit ehrlicher ...
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#4 TheoAnonym
  • 26.08.2018, 20:42h
  • ""Ich denke genau wie Josip und da sollten die Anderen unsere Religion und Einstellung dazu auch akzeptieren", meinte eine Nutzerin"

    Wie war das nochmal? Wofür steht die Regenbogenarmbinde? Ach ja... Akzeptanz...
    Finde den Fehler, Nutzerin...
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#5 SachseAnonym
  • 26.08.2018, 21:14h
  • Antwort auf #1 von stephan
  • "Wie wenig muss man wohl gelernt und begriffen haben, wenn eine 'religiöse' Überzeugung einem Menschen verbietet, für gleiche Freiheits- und Menschenrechte für alle Menschen einzustehen? "

    Er hat LGBTQs nicht ihre Freiheits- und Menschenrechte aberkannt, er will nur keine Regenbogenbinde tragen aufgrund seines Glaubens. Ich bin kein Christ und möchte kein Kreuz tragen, deswegen bin ich nicht gegen Christen.
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#6 Patroklos
  • 26.08.2018, 21:19h
  • Am besten den Typen dauerhaft auf die Ersatzbank verbannen oder ihm nahelegen, sich nach einem anderen Verein umzusehen.
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#7 easykeyProfil
  • 26.08.2018, 21:40hLudwigsburg
  • Wenn Herr Brekalo der von seinem Arbeitgeber vorgesehenen Linie nicht folgen möchte, dann steht es ihm selbstverständlich frei, sich über kurz oder lang einen anderen Arbeitgeber zu suchen.
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#8 monchichiAnonym
  • 26.08.2018, 21:41h
  • Der junge hat das recht abzulehnen falls im jemand gleichgeschlechtlichen sex anbietet aber er hat kein recht homphobie durch christlichen faschismus zu fördern.Sowas gehört sanktioniert.
    Jegliches relativieren von homophobie,wie auch in einigen kommentaren hier ist einfach zum kotzen.
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#9 TheDadProfil
  • 26.08.2018, 22:03hHannover
  • Antwort auf #3 von MarkusMZ
  • Hey,
    nur weil er nicht FÜR etwas zu begeistern ist, muß er ja nicht gleich DAGEGEN oder gar homophob sein.

    Also was soll der Scheiß, jemanden zur Solidarität "zwingen" zu wollen. Sollen sie sich's aussuchen dürfen, ob sie mit Regenbogen- oder normaler Kapitänsbinde auflaufen. Dann wär's wenigstens (vielleicht) ein stück weit ehrlicher ...""..

    Es gibt eine einfache Lösung für dieses "Problem" :

    Mit der Einstellung wird er niemals Mannschaftskapitän, denn dazu reichen seine intellektuellen Leistungen einfach nicht aus..

    Ansonsten :
    Wenn ein Spieler aus welchen Gründen auch immer es ablehnt sich an einer gemeinsamen Kampagne aller Spieler aller Vereine der 1.Bundesliga zu beteiligen, dann verletzt er seinen Vertrag, und wird gekündigt..
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#10 stephan
  • 26.08.2018, 22:19h
  • Antwort auf #5 von Sachse
  • Da gibt es wesentliche Unterschiede: Wer ein Kreuz trägt, bekennt sich in der Regel zum Christsein! Die Regenbogenarmbinde wurde hier explizit als Symbol dafür eingeführt, dass Minderheiten gesellschaftlich akzeptiert werden. Wer das aber ablehnt, weil seine Religion dagegen steht, hat berechtigterweise in dieser Gesellschaft ein großes Problem und das soll er auch gerne haben!
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