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Nach Weltfamilientag

Papst: Homosexuelle Kinder zum Psychiater bringen

Auf seiner Rückreise aus Dublin betonte Franziskus, Eltern sollten Schwule und Lesben nicht verstoßen. Man müsse aber sehen, in welchem Alter sich die "homosexuellen Tendenzen (...) manifestieren".


Papst Franziskus am Samstag in Dublin mit dem schwulen Regierungschef Irlands, Leo Varadkar (Bild: Leo Varadkar / twitter)

Papst Franziskus hat sich am Sonntagabend auf seiner Rückreise vom katholischen Weltfamilientag in Dublin erneut zum Thema Homosexualität geäußert, nachdem er von einem italienischen Journalisten gefragt wurde, was er einem Vater sagen würde, dessen Sohn schwul ist.

"Es hat immer Homosexuelle gegeben, Menschen mit homosexuellen Neigungen, immer", so der Papst. "Soziologen sagen – ich weiß nicht, ob es stimmt – dass in Zeiten von epochalen Änderungen einige soziale, ethische Phänomene zunehmen; das wäre eines davon. Das ist die Meinung einiger Soziologen."

Eltern von Kindern mit "dieser Tendenz" würde er sagen: "Erst beten, beten! Nicht verdammen. Den Dialog suchen, verstehen, dem Sohn oder der Tochter Platz schaffen, um sich auszudrücken." Weiter meinte der Papst, dass man auch auf das Alter schauen müsse. "Eine Sache ist, wenn es sich [die Homosexualität] in einem Kind zeigt. Es gibt viele Dinge, die man mit der Psychiatrie machen kann, um zu sehen, wie die Dinge sind. Etwas anderes ist es, wenn es sich ab dem Alter von 20 Jahren manifestiert."

Zugleich warnte der Papst davor, das Thema zu verschweigen. "Einen Sohn oder eine Tochter mit homosexuellen Tendenzen zu ignorieren, ist ein Mangel an Vaterschaft und Mutterschaft. Du bist mein Sohn, du bist meine Tochter, so wie du bist!" Wenn Eltern dem nicht gewachsen seien, sollten sie Hilfe suchen, aber mit dem Kind im Dialog bleiben. "Denn ein Sohn und eine Tochter haben ein Recht auf Familie und darauf, nicht aus dieser Familie gejagt zu werden. Das ist eine ernste Herausforderung."

Twitter / tictoc | Massenmedien weltweit stürzten sich vor allem auf positiv empfundene Aspekte der Papstaussagen zu homosexuellen Kindern. Andere verwiesen deutlich auf die Psychiatrie-Aussagen

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Turbulenter Weltfamilientag in Dulin

Beim mehrtägigen Weltfamilientag selbst war der Papst nicht auf das Thema eingegangen, obwohl sich bei einem Treffen mit dem irischen Premier Leo Varadkar die Gelegenheit dazu geboten hatte. Bei gemeinsamen Ansprachen im Schloss von Dublin war der schwule Politiker am Samstag sogar auf die Frage eingegangen.

"Wir haben in unserem Parlament und per Referendum abgestimmt, um unsere Gesetze zu modernisieren", betonte Varadkar, "im Verständnis, dass Ehen nicht immer funktionieren, dass Frauen ihre eigenen Entscheidungen treffen sollten, und dass Familien in vielen Formen kommen, einschließlich derjenigen, die von einem Großelternteil, Alleinerziehenden oder gleichgeschlechtlichen oder geschiedenen Eltern angeführt werden". Der Politiker, der auch deutliche Worte zum Skandal um Missbrauch durch Priester verlor, traf sich später für rund zehn Minuten allein mit dem Papst und hatte angekündigt, dabei auch über LGBTI reden zu wollen. Als der letzte Papst Irland besuchte, Johannes Paul II. im Jahr 1979, war Homosexualität noch verboten; gerade in den letzten Jahren hatte das einst streng katholische Land viele gesellschaftliche Fortschritte gemacht.

Twitter / campaignforleo

Der Papst war bei dem Besuch mehrfach auf die Missbrauchsskandale eingegangen; er bat um Vergebung und traf sich mit Opfern. Am Wochenende erhob Erzbischof Carlo Maria Vigano, früherer Vatikan-Botschafter in den USA, zugleich den Vorwurf, Franziskus habe früh vom mutmaßlichen Missbrauch durch den US-Kardinal Theodore McCarrick gewusst und Sanktionen gegen diesen verhindert. Im Flugzeug nahm der Papst dazu keine direkte Stellungnahme; einige Stimmen werten die mit Rücktrittsforderungen gepickten Vorwürfe vorsichtig als Intrige.

Im Vorfeld und am Rande des Weltfamilientags hatten mehrere prominente Vertreter der Kirche versucht, den Missbrauchsskandal als Problem einer "homosexuellen Subkultur" innerhalb der Priesterschaft darzustellen (queer.de berichtete). So meinte auch der Churer Weihbischof Marian Eleganti, der Skandal "hängt mit Homosexualität zusammen", die er nicht "als ebenso wertvolle Variante der Schöpfung" ansehe wie die heterosexuelle Ehe (siehe Nachfolge-Bericht).

Im Rahmen eines offiziellen Programmpunktes beim Weltfamilientag hatte ein amerikanischer Jesuitenpriester, James Martin, einen 10-Punkte-Plan zum respektvollen Umgang mit LGBT vorgestellt – der Vortrag, der als solcher ein Novum darstellt und zugleich nicht mehr als eine einzelne Rede ohne Konsequenzen ist, fand reges Interesse und durfte stattfinden, obwohl erzkatholische Gruppen eine Petition dagegen gestartet hatten (queer.de berichtete).

Twitter / JamesMartinSJ

Dem Global Network of Rainbow Catholics, einer Vereinigung von Gruppen homosexueller Katholiken, war von den Organisatoren des alle drei Jahre in unterschiedlichen Städten stattfindenden Weltfamilientags zugleich ein Infostand verweigert worden, auch wurden Bilder gleichgeschlechtlicher Paare aus offiziellen Broschüren zu dem Event nachträglich durch andere Bilder ersetzt.

Twitter / ScotCuthbertson | Der Papst wurde in Dublin auch mit Regenbogenflaggen empfangen – "ein Zeichen, wie sich Irland in nur wenigen Jahren verändert hat", kommentiert dieser Twitter-Nutzer

 Update  20.05h: Vatikan zieht Aussagen zur Psychiatrie zurück
Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte eine Papst-Sprecherin, die Aussage habe den Gedankengang des Papstes verfälscht. Mehr in diesem Artikel.



#1 niccinicciAnonym
  • 27.08.2018, 10:37h
  • im prinzip hat der papst durchweg schöne bzw. richtige worte gesagt. naja, und ein gut ausgebildeter psychiater kann dann gleich die stressgeplagten eltern betreuen, die wegen ihres sorgenkindes hilfe suchen.
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#2 Rick ThornAnonym
  • 27.08.2018, 10:42h
  • Da ist er absolut hinter dem Mond. Homosexualität ist keine Neigung, sondern eine angeborene, unveränderbare Eigenschaft.

    Davon abgesehen...bei Kindern dürfte da wenig erkennbar sein. Frühest möglicher Zeitpunkt ab der Pubertät.
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#3 EkelAnonym
#4 FinnAnonym
  • 27.08.2018, 11:01h
  • Da sieht man wieder mal, dass der neue Papst kein bisschen besser als die bisherigen ist.

    Der ist nur beim Marketing raffinierter...

    Die Katholen werden sich NIEMALS ändern...
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#5 stephan
  • 27.08.2018, 11:05h
  • Wieso meint eine Theologe überhaupt, bei Fragen der Homosexualität kompetent zu sein. Nachdem sich die Kirche in anderen Fragen über die Natur so oft irrte (bei Galilei hat die Rehabilitierung, das Eingeständnis der Kirche 359 Jahre gedauert), glauben die Dummschwätzer bei Fragen der menschlichen Beschaffenheit und Psyche ein neues Betätigungsfeld zu haben. Das aber ist einfach lächerlich, wie die Aussagen des Papstes belegen ... falls jemand noch Belege dafür braucht!
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#6 tychiProfil
  • 27.08.2018, 11:09hIrgendwo im Nirgendwo
  • Nur ein Wolf im Schafspelz!

    Langsam zeigt Jorge Bergoglio, der sich als Oberhaupt der katholischen Religionsgemeinschaft den Namen Franziskus gab, sein wahres Gesicht:

    1.) Der Mann ist nur eine grosse PR-Show: Er lullt die Menschen mit symbolischen Gesten und Worthülsen ein; Taten folgen keine.

    2.) Der Mann deckt fehlbare Kirchenoberen in USA, in Chile; wohl auch in vielen anderen Staaten.

    3.) Der Mann ignoriert systematisch wissenschaftliche Erkenntnisse (in Bezug auf Homosexuelle, Frauen, Familie/Scheidung, Krankheiten) und bringt dadurch andere Menschenleben in Gefahr (soviel zur angeblichen christlichen Nächstenliebe).

    4.) Der Mann propagiert nach wie vor, dass man sich bei Missbrauchverdacht an den kirchlichen (!) Oberen (Bischof) wenden sollte. Er nimmt also billigend weiteren Missbrauch und deren Vertuschung in Kauf (vgl. FAZ.net 27.8.), ja fördert diese vermutlich damit sogar.

    5.) Der Mann reagiert auf Missbrauch und deren Vertuschung erst nach dem der öffentliche Druck zu gross geworden ist; sonst wird geschwiegen, vertuscht und hinausgezögert (z.B. Fall Barbarin Frankreich).
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#7 Julian SAnonym
#8 TimonAnonym
  • 27.08.2018, 12:33h
  • Immer nur hetzen und Hass schüren. Anders können die ihre Schäfchen nicht mehr auf Linie halten.

    Und anders können die auch nicht mehr von ihren diversen Verbrechen ablenken.
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#9 Homonklin44Profil
  • 27.08.2018, 13:16hTauroa Point
  • Meistens gibt es da zwar diverse Übersetzungen von dem, was der Obergardinenknilch so vom Stapel lässt, aber bei der Form hat er gewissermaßen bewiesen, dass er ein ziemlich weltferner, einfältiger Esel zu sein scheint.

    Die Idee von sich manifestierenden "Neigungen" ist so etwa Blödsinn, wie sich Hautfarben "manifestieren". Auch mit der Psychiatrie muss er doch an seiner Stelle vorsichtig bleiben, denn die schaut auf religiösen Wahn und Stimmen hören, in mentalen Parallelwelten unterwegs sein und von fremdbestimmtem Lenken zu fantasieren, nicht gerade positiv, sondern steckt das in den Bereich Wahnstörungen oder zum paranoid-Schizoiden hin.

    Homo-Kinder sind Homo ab Genese, und in der Pubertät werden die meisten dann noch sexuell. Der Oberlattenseppvertreter würde im Ernst Kinder zum Psychiater schleppen, weil die mit 5 oder 6 von einem gleichgeschlechtlichen Bussifreund träumen.

    Christen und faschistoide Fantasien...wieder einmal mehr entlarvt diese Konfession ihre widerliche Fratze.
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#10 YannickAnonym
  • 27.08.2018, 13:38h
  • Antwort auf #1 von niccinicci
  • Nein, er hat unterstellt, dass Homosexualität ein Makel oder gar eine Krankheit sei, die man heilen müsse.

    Damit widerspricht er nicht nur wissenschaftlichen Fakten, sondern er spielt auch selbsternannten Homoheilern in die Hände, die Menschen Schuldgefühle eintrichtern und ihnen massiv schaden oder sie gar in den Selbstmord treiben.
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