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USA

Nach Mobbing in Schule: Neunjähriger Schwuler begeht Selbstmord

Kurz nach dem Schulbeginn outete sich der Viertklässler Jamel Myles – und wurde dann von seinen Mitschülern so sehr gemobbt, dass er keinen Ausweg mehr sah.


Jamel Myles, hier auf Facebook-Bildern zu sehen, nahm sich vergangene Woche das Leben

Ein neunjähriger Junge aus dem amerikanischen Denver hat sich vergangenen Donnerstag das Leben genommen, nachdem er nach seinem Coming-out in der Schule gehänselt worden war. Leia Pierce, die Mutter des Grundschülers Jamel Myles, hat den Fall jetzt gegenüber US-Medien öffentlich gemacht.

Pierce sagte dem Nachrichtensender CNN, dass sich ihr Sohn ihr gegenüber während der Sommerferien bei einer Fahrt im Auto geoutet habe. "Er hat so angsterfüllt ausgesehen, als er es mir erzählt hat. Er sagte: 'Mama, ich bin schwul.' Ich dachte erst, er macht einen Witz, deshalb habe ich beim Fahren auf die Rückbank geguckt, auf der er gesessen hat. Er saß dort eingeigelt und verängstigt. Ich sagte nur: 'Ich hab dich immer noch lieb.'"

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Die Mutter erzählte weiter, Jamel sei "stolz" auf seine Homosexualität gewesen und habe seinen Mitschülern im neuen Schuljahr davon erzählen wollen. Vier Tage nach dem ersten Schultag sei er tot gewesen. "Ich bin traurig, dass er nach dem Mobbing nicht zu mir gekommen ist und gedacht hat, dass diese Tat seine einzige Option war", so Pierce weiter.

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Mutter fordert Konsequenzen

Leia Pierce machte Mobbing für den Tod ihres Sohnes verantwortlich. Laut der älteren Schwester hätten Mitschüler an der Joe-Shoemaker-Grundschule Jamel nach seinem Coming-out aufgefordert, sich zu töten. Die Mutter habe erst nach dem Selbstmord des Jungen von diesem Mobbing erfahren. Sie hoffe nun, dass die Tragödie dazu führen werde, dass Schulen Mobbing endlich bekämpfen und die Eltern der Täter zur Rechenschaft gezogen werden. "Die Eltern bringen ihrem Kind entweder bei, sich so zu verhalten, oder sie mobben es selbst", sagte Pierce.

Im Schulbezirk reagierte man bestürzt auf den Selbstmord des Viertklässlers. "Denver Public Schools" (DPS) schickte einen Brief an alle Eltern, in denen der Tod als "unerwarteter Verlust für unsere Schulgemeinschaft" bezeichnet wurde. Nun arbeite man an Strategien, um einen solchen Fall in Zukunft zu verhindern.

Laut aktuellen Studien haben homo- und bisexuelle Jugendliche ein erhöhtes Suizid-Risiko (queer.de berichtete). Dass sexuelle Minderheiten mehr Suizidversuche unternehmen, liegt laut einer australischen Studie nicht an ihrer sexuellen Orientierung, sondern an der Homophobie ihrer Mitmenschen (queer.de berichtete).

Für Kinder und Jugendliche, die in Deutschland Schwierigkeiten rund um ihr Coming-out haben, gibt es zahlreiche LGBT-Jugendgruppen und -zentren, die ebenso Beratung bieten wie Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinnten. Auch mehrere Webseiten, etwa dbna (Du bist nicht allein) oder die des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda, richten sich gezielt an junge Schwule und Lesben. Eine generelle Notfall-Seelsorge für Jugendliche mit Suizidgedanken ist unter den kostenlosen Nummern 116 111 oder 0800 111 0 333 zu erreichen. (dk)



#1 BreezeAnonym
  • 28.08.2018, 17:04h
  • Der arme Junge und die arme Mutter, deren Leben nun für immer unerträglich sein wird. Ich wünschte, das Kind hätte die Kraft gehabt, das Mobbing offen anzusprechen. Vielleicht war die Schule zu konservativ? Man hätte den armen Jungen einfach in eine andere Schule schicken können. Doch selbst das hätte vielleicht nicht helfen können, da solche (!) Kinder überall sind und da die meisten Kinder nun einmal die mentale Reflexion ihrer unaufgeklärten Eltern sind..und wie bekanntlich können Kinder grausam sein..nehmen kein Blatt vor den Mund...schrecklich...
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#2 BalinaAnonym
  • 28.08.2018, 17:59h
  • Mir blutet das Herz! So lange sich Kinder und Jugendliche noch das Leben nehmen, weil sie schwul sind, so lange ist der Kampf für gleiche Rechte und Akzeptanz nicht vorbei. Und allen anderen Usern hier im Forum sollte dieser Fall eine Warnung sein, denen, die die Rückwärtsgewandheit der Gesellschaft nicht erkennen. Sei es AfD, katholische Kirche oder sonstige Strömungen, deren Verhalten treibt Menschen in den Tod und das müssen wir konsequent bekämpfen. Wehret den Anfängen!
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#3 Homonklin44Profil
  • 28.08.2018, 18:18hTauroa Point
  • Das ist so traurig.

    Hätte er es doch für sich behalten und damit gewartet, bis er älter wird. Gegen ein Mobbing-Kollektiv ist man an Schulen machtlos, oft ausgeliefert, auch wenn man denkt, sowas müsste sich längst geändert haben, es sind doch 40 Jahre ins Land gegangen.
    Selbstmordgedanken als Kind ... das kann dann emotional schnell überwältigend werden, zusammen mit Ängsten. Wer weiß ob die Mobber ihn eklatant bedrohten oder mit Absichten zum Quälen oder Umbringen- Wenn dann keiner hinter ihm stand, und er keine Aussicht mehr sah - die können ihn so eingeschüchtert haben, und ihm Lügen über seine Mum erzählt haben, wer weiß. Darüber, dass sie ihn jetzt auch hasse, oder sonst sowas. Je nach angeschlagenem Selbstwert und Widerstandskraft kann man Jemand mit entsprechendem Einwirken (nicht nur Kinder) völlig ins Aus schubsen.
    Das mit dem Hänseln scheint auch andere Dimensionen angenommen zu haben, als früher.
    Früher wurde man zwar auch verprügelt, eingeschüchtert und ins Klo getunkt/angepinkelt/in Gräben geworfen ect., aber nach einiger Zeit wurde ihnen das langweilig und sie hörten damit wieder auf.

    Da muss an den Schulen noch viel geschehen, bis so etwas möglichst nicht mehr passieren muss.

    Farewell young Angel
    :(
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#4 TimonAnonym
  • 28.08.2018, 18:23h
  • Schlimm.

    Armer kleiner Mann.

    Egal, wie sich Deine Sexualität noch entwickelt hätte: Du wirst fehlen.

    Du wirst niemals vergessen werden... Hättest Du doch gewartet - es wäre irgendwann besser geworden.

    Wie konnte man nur so einer jungen, verletzlichen Seele so etwas antun?
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#5 TimonAnonym
  • 28.08.2018, 18:26h
  • PS:
    Wenn jemand sich fragt, ob man auch in Grundschulen schon (altersgerechte) Aufklärung braucht - hier ist der Beweis.

    Aber die Homohasser gehen sogar über Kinderleichen.
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#6 YannickAnonym
  • 28.08.2018, 19:00h
  • Er hat so angsterfüllt ausgesehen, als er es mir erzählt hat.
    -

    Ich wünsche mir eine Gesellschaft, wo Menschen jeden Alters nicht mehr Angst haben müssen, sie selbst zu sein.

    -
    hätten Mitschüler an der Joe-Shoemaker-Grundschule Jamel nach seinem Coming-out aufgefordert, sich zu töten.

    Was ist das nur für eine perverse Gesellschaft, die schon Kinder so sehr mit Hass erfüllt und sie zu solchen Aufforderungen zur Tötung bringt...

    Was muss dieser arme Junge nur durchgemacht haben?!
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#7 Alexander_FAnonym
  • 28.08.2018, 19:14h
  • Es ist schon wirklich unfassbar, dass sowas passiert, und dass das mittlerweile schon in dem Alter anfängt.

    Dabei muss ich mich aber ganz ehrlich auch fragen, wie das mit neun Jahren schon so ein Thema sein kann. Weder ich noch meine Klassenkameraden damals kaum, was das Wort "schwul" überhaupt heißt, geschweige denn, dass ich so sein könnte.

    Zugegeben, das war in den 90ern, ist also lange her, aber dieser Vorfall wirft schon einige Fragen auf. Was bei denen, die den Jungen in den Selbstmord getrieben haben, zuhause am Essenstisch wohl gesprochen wird, will ich aber auch lieber nicht wissen.
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#8 daVinci6667
  • 28.08.2018, 19:31h
  • (Jamel sei "stolz" auf seine Homosexualität gewesen und habe seinen Mitschülern im neuen Schuljahr davon erzählen wollen.)

    Lieber Jamel du warst völlig zurecht stolz darauf, hast überhaupt nichts falsch gemacht und bist vollkommen in Ordnung so wie du bist. In Gedanken umarme ich Dich wenn ich darf. Mein Herz blutet. Du konntest in so einem jungen Alter nicht abschätzen was bisherige Freunde an der Schule nach einem Outing dir schlimmes antun können und ein Mobbing mit dir selbst anrichten kann.

    Ich wusste erst mit 13 über mich Bescheid und das anschliessende Mobbing an der Schule in den frühen 80ern war schrecklich. Ich wollte auch mein Leben beenden, wusste zwischen 13 und 15 zweimal keinen Ausweg mehr, doch dieser Junge war NEUN! Wie soll ein noch viel jüngerer Junge mit extremen homophoben Mobbing klarkommen?

    Es stellt sich die Frage wie Eltern und vor allem die Schulen mit den immer früheren Outings der Kinder umgehen sollen.

    Abzuraten zu sagen was ein Kind über sich denkt und wie es sich fühlt halte ich für vollkommen falsch. Gleichzeitig darf es einfach nie, nie nie nie wieder in einer solchen Katastrophe enden.

    Da wird nur frühzeitige Aufklärung helfen. Man kann nicht früh genug beginnen Kindern zu erklären das mache eben lieber mit dem eigenen, manche mit dem anderen Geschlecht zusammen sind. Mit Sexualität hat das wenig zu tun. Es geht um Respekt dass beigebracht werden muss.

    RIP mein kleiner Engel
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#9 TheDadProfil
#10 goldsteinerProfil
  • 29.08.2018, 00:00hNeusäß
  • Es ist entsetzlich. Keine Mutter verdient den Schmerz, das eigene Kind zu Grabe tragen zu müssen. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.
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