Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31821

Bennungen

Denkmal-Stiftung fördert "Homoheiler" mit 15.000 Euro

Die Gesellschaft für Lebensorientierung (Leo) will das Gebäude sanieren, in dem ihre "Umpolungs"-Seminare stattfinden. Dafür bekommt der Verein jetzt Fördergelder von einer Stiftung, deren Schirmherr der Bundespräsident ist.


Im "Birkenhof" in Bennungen veranstaltet der Verein für Lebensorientierung (Leo e.V.) Seminare, in denen für die "Heilung" von Lesben und Schwulen geworben wird (Bild: Olaf Meister / wikipedia)

Eigentlich war klar, dass dieser Verein keine Unterstützung bekommen darf, wenn er Homosexualität "heilen" möchte. Die Gesellschaft für Lebensorientierung e.V. (Leo) aus dem Südharz in Sachsen-Anhalt bietet Seminare an, in denen gelehrt wird, das Homosexualität veränderbar sei. Diese sogenannten Konversionstherapien wurden öffentlich durch den Landkreis Mansfeld-Südharz und die Landesregierung in Magdeburg verurteilt. Kürzlich sagte gar Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), solche Angebote seien "Körperverletzung" (queer.de berichtete).

Trotzdem bekommt der Verein jetzt wieder finanzielle Unterstützung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gab am Samstag in einer Pressemitteilung bekannt, dem Verein 15.000 Euro auszuzahlen. Der entsprechende Fördervertrag erreiche in diesen Tagen Elisabeth Ritter vom Leo e.V., heißt es darin. Mit dem Geld solle die Fassadensanierung der Straßenseiten des "Birkenhofs" finanziert werden — jenes Gebäude, in dem die umstrittenen Seminare stattfinden. Nach eigenen Angaben erwarb Leo den "Birkenhof" in den Neunzigerjahren. Die Denkmal-Stiftung weißt explizit darauf hin, dass der Birkenhof "für therapeutische Kinder-, Jugend- und Familienarbeit genutzt" werde.

- Werbung - Video (60s): KLM – Wir sind eine Airline

Stiftung fördert Verein trotz der Berichte zu "Homoheilung"

Wie diese "therapeutische" Arbeit tatsächlich aussieht, ist seit 2014 bekannt. Wie das MDR-Magazin "Fakt" damals berichtete, lehrt der Vereinsvorsitzende Bernhard Ritter (CDU) in den Seminaren, Homosexualität müsse "geheilt" werden. Dies wurde durch geleakte Seminarunterlagen im April dieses Jahres bestätigt (queer.de berichtete). Zuletzt hatte der Verein verkündet, Homosexualität aus seinen Seminarunterlagen entfernt zu haben. Entsprechende Beweise blieben jedoch aus. Gleichzeitig hatte Ritter zugegeben, Homosexuelle im Rahmen seiner Vereinsarbeit "umgepolt" zu haben. "Ja, es gibt einige, deren sexuelle Orientierung beeinflusst wurde und die nun nicht mehr homosexuelle Gefühle hegen", sagte er im Juli dieses Jahres der Mitteldeutschen Zeitung (queer.de berichtete).

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) will trotz all dieser Berichte nun Fördergelder überweisen. Auf Nachfrage meinte Thomas Mertz, Sprecher der Stiftung, die Kritik an der Förderung sei ein "Missverständnis", da die DSD nur "bedrohte Baudenkmale" fördere. "Dabei tut es nichts zur Sache, wer der Eigentümer dieser Kulturschätze ist, es können Kommunen, Kirchengemeinden, Vereine, Privatpersonen usw. sein", so Mertz. Zu den Berichten zu "Konversionstherapien" in dem Gebäude des Leo e.V. wollte er sich nicht äußern.

Bundespräsident Steinmeier ist Schirmherr der Denkmal-Stiftung


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier entschuldigte sich im Juni für die Verfolgung von Lesben und Schwulen in Deutschland

Brisant: Die Denkmal-Stiftung hat einen prominenten Schirmherren, den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Dieser hatte die LGBTI-Community zuletzt mit einer bewegenden Rede für vergangenes Unrecht um Vergebung gebeten (queer.de berichtete). Für diesen wichtigen Schritt hin zur Wiedergutmachung staatlicher Verfolgung von Homosexuellen hatte er den Homo-Orden dieses Portals erhalten (queer.de berichtete).

In der Rede betonte Steinmeier, dass die Gesellschaft in Bezug auf erneute Diskriminierung "wach bleiben" müsse. Die Sprecher des Bundespräsidenten ließen eine Anfrage, ob der Bundespräsident diesen Schritt der Stiftung unterstützt, bislang unbeantwortet.

Ein Wort in eigener Sache
Hinter gutem Journalismus stecken viel Zeit und harte Arbeit – doch allein aus den Werbeeinnahmen lässt sich ein Onlineportal wie queer.de nicht finanzieren. Mit einer Spende, u.a. per Paypal oder Überweisung, kannst Du unsere wichtige Arbeit für die LGBTI-Community sichern und stärken. Abonnenten bieten wir ein werbefreies Angebot. Jetzt queer.de unterstützen!


#1 marcocharlottenburgAnonym
  • 29.08.2018, 08:01h
  • Nun muss man aber auch mal die Kirche im Dorf lassen. Hier geht es um die Erhaltung eines denkmalgeschützten Gebäudes. Dafür sind die Gelder und nicht für die Förderung der Homoheiler!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 PBVBAnonym
#3 bennexAnonym
#4 alter schwedeAnonym
  • 29.08.2018, 09:03h
  • Ich spendiere eine Infotafel an der Vorderseite des Gebäudes:

    Frohlockungszentrum Bennungen

    PROF. DR. DR. H. MABUSE

    DR. DR. DR. B. RITTER / Facharzt für tektonische Organfindung und Schallwellenproktose

    Kohlsuppen- und Kartoffelpuffertherapien, Marienerscheinungsseminare,
    Reparaturgruppe für verrostete Rasenmäher,
    Lottoannahmestelle

    Alle Kassen
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Homonklin44Profil
#6 YannickAnonym
  • 29.08.2018, 09:23h
  • Sogar der Bundespräsident fördert diese homophoben Fanatiker und ihre Gehirnwäsche...

    In was für einer Bananenrepublik leben wir eigentlich?!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 AlexAnonym
  • 29.08.2018, 09:38h
  • Das zeigt eigentlich nur, dass es höchste Zeit ist, gesetzliche Fakten zu schaffen und diesen Unsinn als gemeingefährlich einzustufen und folgerichtig zu verbieten.

    Danach könnte man dann auch, wenn er trotzdem weitermacht, den Verein verbieten und das Gebäude enteignen. Und erst danach wäre es unproblematisch die Sanierungsarbeiten durchzuführen.

    Aber mit soviel Weitblick überfordert man den deutschen Amtsschimmel
  • Antworten » | Direktlink »
#8 stromboliProfil
  • 29.08.2018, 09:40hberlin
  • na schicken wir doch einen weckruf an den bundespräsidenten und an seine verschlafenen mitarbeiterInnen*.
    Zuzüglich die aufforderung, diese als renovierungshilfe getarnte unterstützung gefälligst unverzüglich rückgängig zu machen!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 stephan
  • 29.08.2018, 09:52h
  • Na, das geht ja mal gar nicht! Große Reden des Bedauerns schwingen und dann Schirmherr einer Stiftung sein, die Projekte fördert, die homosexuellen Menschen sehr schaden! Ja, da muss der Herr Steinmeier dringend aufgeweckt werden!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 tychiProfil
  • 29.08.2018, 09:58hIrgendwo im Nirgendwo
  • Ich kenne dieses Problem aus beruflicher Erfahrung. Ich sitze da nebenbei in einer Kommission, die Fördergelder für Jugendarbeit spricht. Man hat sehr wenig Spielraum, wenn ein Antrag die formellen und inhaltlichen Kriterien erfüllt. Denn bei der Einrichtung solcher Förderkredite gehen Kriterien wie Inklusion, Gendergerechtigkeit, etc. leider oft unter.

    Es gibt aber einige Tricks:
    - strenge formelle Prüfung (bei problematischen Anträgen)
    - Kommentierung eines bewilligten Antrags
    - unbequeme Rückfragen an den Antragsteller und Einforderung einer Stellungnahme
    - Bedenken in der Kommission zur Sprache bringen (schafft Awareness)
  • Antworten » | Direktlink »