Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31824

Liberalisierung

Dänemark erlaubt Blutspenden von schwulen und bisexuellen Männern

Das nordische Land schafft das Blutspendeverbot für Männer, die Sex mit Männern haben, ab. Viele schwule und bisexuelle Männer müssen aber vier Monate lang sexfrei leben, bevor sie spenden dürfen.


Dämemark schafft sein Spende-Verbot für männliche Homosexuelle ab, will sie aber bislang nicht mit Heteros gleichstellen (Bild: flickr / Banc de Sang i Teixits / by 2.0)

In Dänemark soll Männern, die Sex mit Männern haben, künftig das Blutspenden gestattet sein. Das teilte Gesundheitsministerin Ellen Trane Nørby in einer Pressemitteilung mit. "Ich bin sehr zufrieden, dass wir ein Modell gefunden haben, um das dänische Blutspendesystem zu modernisieren und damit etwas für die Gleichbehandlung zu tun", so die Ministerin. Die Neuregelung soll im kommenden Jahr wirksam werden. Bislang war Männern, die gleichgeschlechtlichen Sex hatten, Blutspenden generell untersagt.

Homosexuelle Männer müssen künftig bei Blutspenden garantieren, dass sie in den vergangenen vier Monaten keine sexuelle Beziehungen gehabt haben. Nørby kündigte aber gegenüber der Tageszeitung "Politiken" an, dass diese Karenzzeit bei Männern mit einem permanenten und exklusiven Partner entfallen könne. "Wenn man in einer monogamen Beziehung lebt, soll die Blutbank sagen können, dass die viermonatige Quarantäne nicht notwendig ist. Denn dann liegt kein riskantes sexuelles Verhalten vor", so Nørby. Das bisherige Totalverbot sei eine Ungleichbehandlung aufgrund der sexuellen Orientierung gewesen – nun wolle Dänemark das tatsächliche Risikoverhalten bewerten.


Ellen Trane Nørby ist seit September 2016 Gesundheitsministerin in der liberalen Minderheitsregierung von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen (Bild: Ellen Trane Nørby / wikipedia)

Sex-Sperrfristen für homosexuelle Männer gibt es bereits in mehreren Ländern. Als Grund dafür wird die durchschnittlich höhere HIV-Rate in dieser Gruppe angegeben. In Deutschland beträgt diese Karenzzeit – wie auch in den Vereinigten Staaten, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Norwegen, Schweden und Finnland – ein Jahr.

Bei der Liberalisierung durch die Bundesärztekammer im vergangenen Jahr wurde diese lange Keuschheitsperiode von Aids-Hilfen und LGBTI-Aktivisten scharf kritisiert. Björn Beck von der Deutschen Aids-Hilfe erklärte damals: "Eine HIV-Infektion kann man heute sechs Wochen nach dem letzten Risiko sicher ausschließen. Diese Frist wäre nachvollziehbar. Eine Frist von einem Jahr schließt die meisten schwulen und bisexuellen Männer weiterhin unnötig von der Blutspende aus. Das ist nicht mehr als Kosmetik und eine Unverschämtheit" (queer.de berichtete). (dk)



#1 TamakAnonym
  • 29.08.2018, 15:45h
  • Unfassbar! 50% aller Neuansteckungen mit HIV finden in einer Beziehung statt, weil einer der Partner fremdgeht. Da von "risikoarmem Verhalten" zu sprechen, wenn man in einer Beziehung das Kondom weglässt, ist romantisierend und kurzsichtig.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Patroklos
  • 29.08.2018, 20:37h
  • Schon wieder so eine bescheuerte Prämisse! Ich hätte Dänemark für fortschrittlicher gehalten!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Homonklin44Profil
  • 29.08.2018, 23:19hTauroa Point
  • Mich würde interessieren, wie dieser Unterschied in der vermeintlichen oder tatsächlichen Inkubationszeit-Annahme zustande kommt, also ob MSM, die ihren HIV-Status nicht sicher kennen können, tatsächlich anders potenziell übertragungsfähig sind, als Heterosexuelle mit demselben Lebensmuster (promisk lebend ).
    Das wäre doch die einzige vernünftige Begründung für unterschiedliche Wartezeit-Vorgaben, oder verstehe ich das so falsch?

    Werden nicht sowieso alle Spender getestet?
  • Antworten » | Direktlink »