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USA

Schulaufgabe: Rettest du den Homo oder den Juden?

Entsetzen über eine Hausaufgabe für Mittelschüler aus Ohio: Die Schüler mussten entscheiden, wen sie leben und wen sie sterben lassen.


Die Hausaufgabe eines Lehrers aus Ohio führte zu scharfer Kritik (Bild: Mark Bonica / flickr)

Eine bizarre Hausaufgabe für Schüler der Roberts Middle School in Cuyahoga Falls (US-Bundesstaat Ohio) sorgt derzeit in sozialen Netzwerken für Kopfschütteln und Proteste. Die Fünft- bis Achtklässler sollten entscheiden, welche Menschen sie in einem hypothetischen Szenario retten würden und wer sterben müsste.

Konkret wurden die Schüler gefragt, wer am letzten Tag vor der Zerstörung der Erde in ein Raumschiff zu einem anderen Planeten reisen darf und wer zurückbleiben muss – und damit zum Tode verurteilt wird. Dabei wurden die Menschen unter anderem nach ihrer Rasse und ihrer sexuellen Orientierung unterteilt. Die Überschrift des Tests lautete "Wen zurücklassen".

In der Hausaufgabe wurden zwölf Personen genannt, von denen man nur acht retten konnte:

1. Ein Buchhalter mit einem Drogenproblem
2. Ein militanter afro-amerikanischer Medizinstudent
3. Eine 33-jährige Indianerin in leitender Position, die kein Englisch spricht
4. Die schwangere Frau des Buchhalters
5. Ein bekannter Romanautor mit einer körperlichen Behinderung
6. Eine 21-jährige muslimische Studentin aus dem Ausland
7. Ein hispanischer Pfarrer, der sich gegen Homosexualität ausspricht
8. Ein weiblicher Filmstar, der Opfer eines sexuelles Übergriffs wurde
9. Ein rassistischer und bewaffneter Polizist, der beschuldigt wurde, übermäßig Gewalt angewandt zu haben
10. Ein homosexueller Mann, ein Profi-Athlet
11. Ein asiatischer Waisenjunge (12 Jahre alt)
12. Ein 60-jähriger jüdischer Verwaltungsbediensteter einer Universität


Das Originaldokument, das an die Schüler verteilt worden war

Vor einer Woche hatte Stadtrat Adam Miller die Liste auf Facebook veröffentlicht und erklärt, der verantwortliche Lehrer habe damit Vielfalt fördern wollen. Allerdings sei er davon überzeugt, dass das Projekt das Gegenteil erreiche und in Wirklichkeit Vorurteile fördere.

In den (sozialen) Medien machte das Thema schnell die Runde. Die Lokalnachrichten berichteten ausführlich über den Fall.

Und die Schule handelte: Auf der offiziellen Schul-Website entschuldigte sich Schuldirektor Todd Nichols für die Aufgabe. Diese sei nicht alters- und zielgerecht. Man werde in Zukunft bei Gedankenexperimenten, die die Vielfalt fördern sollen, besser aufpassen. (dk)



#1 Peter-L-HHAnonym
  • 30.08.2018, 17:57h
  • Die Logik in der USA ist schon bemerkenswert. Statt Waffen zu verbieten um dass keiner Stirbt bzw. verletzt wird sollen die Lehrer in denn Schulen Waffen tragen bzw. beisiech führen. " Logik des US-Präsidenten " . Denn ist dieses wieder eine Logik die keine Logik ist..
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#2 LorenProfil
#3 CatoAnonym
  • 30.08.2018, 19:30h
  • Wobei diese Aufgabe auch gut gelöst werden kann und nicht als "Homo oder Jude". Zuerst fallen der homofeindliche Pfarrer (7.) (Religion ist eh überbewertet) und der rassistische Polizisit (9.) weg. Dann wird eine Rangliste erstellt und die Person mit dem Drogenproblem (1.) hätte wohl ohne Drogen suizidiale Gedanken -> verschwendeter Platz, diese Person mitzunehmen. Seine Frau würde wohl nicht ohne ihn mitkommen wollen (4.) oder wenn sie mitkommen will, dann hätten militante Personen (2.) bei mir das nachsehen. Alle anderen könnten mit...
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#4 AuntieBiotic
  • 30.08.2018, 20:12h
  • Antwort auf #3 von Cato
  • "die Person mit dem Drogenproblem (1.) hätte wohl ohne Drogen suizidiale Gedanken -> verschwendeter Platz, diese Person mitzunehmen"

    Du sprichst Dich hier jetzt nicht allen Ernstes für eine Herabstufung von Menschen mit Drogenproblemen oder suizidalen Gedanken als Menschen zweiter Klasse aus, denen es ohnehin nicht zu helfen lohnt?

    Ich fasse es gerade nicht.

    ***

    Wie wäre es, solche Gedankenexperimente insgesamt als zutiefst unsolidarisch und Sozialdarwinismus fördernd abzulehnen?

    Wie kann man da überhaupt mitmachen?
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#5 daVinci6667
  • 30.08.2018, 20:20h
  • Zu allerletzt wird der gerettet der eine solch unmenschliche Frage stellt.

    Wen ich wirklich nur acht Personen retten könnte würde ich niemand von denen retten. Da kommt zuerst mein Mann, und meine engen schwulen Freunde. Doch zum Glück ist die Chance je vor so einer unlösbaren Entscheidung zu stehen eins zu einer Trilliarde, wenn überhaupt.
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#6 saltgay_nlProfil
  • 30.08.2018, 20:25hZutphen
  • Das ist eine Aufgabe zum klassischen "Dilemma". In der BRD werden diese Fragen u.a. in der Pädagogenausbildung und manchmal auch im Referendariat diskutiert. Natürlich sind die Beispiele dort nicht so plump wie an der US-amerikanischen Schule. Für Schüler und Schülerinnen der angegebenen Jahrgänge allerdings bedeuten sie eine Überforderung. Ich würde so etwas nicht im Unterricht behandeln wollen.

    Doch die Realität ist manchmal viel einfacher und direkt vor der Haustür zu finden. Nehmen wir die Mittelpunktsschule in Satzvey (Landkreis Euskirchen, NRW). In dieser Schule befindet sich sehr gut getarnt der Eingang zu einem ABC-Schutzraum, der einer ausgewählten Gruppe der Landesbank vorbehalten war, um im Falle des nuklearen 3. Weltkrieges dafür Sorge zu tragen, dass die D-Mark eine harte Währung bleibt. Für die Kinder der Schule war der Zutritt jedoch strengstens verboten. Man kann sich auch in dem umgebenden Wald gut verstecken.

    So lässt sich anhand dieses praxisnahen Beispieles zugleich etwas über die Wertschätzung von Kindern und über die Bedeutung der marktkonformen Demokratie lernen. Non scholae sed vitae discimus.
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#7 schwarzerkater
  • 30.08.2018, 20:45h
  • noch trauen sie sich in den usa nicht zu fragen, ob sie einen schwarzen retten würden ...

    allein die antwortmöglichkeiten, die dort in der schulaufgabe stehen, EKELHAFT und von mindestens einem kranken hirn ausgedacht und von vielen kranken hirnen durchgewunken und veröffentlicht.
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#8 Alice
  • 30.08.2018, 21:14h
  • Kinder haben im Allgemeinen ein gutes Gefühl für Unrecht.
    Die kommen dahinter, dass eine Auswahl aufgrund solcher Kriterien kein "Recht" schafft.
    Die Reaktion in den (Sozialen)Medien dürfte ihr übriges tun.
    Es kommt auch ganz darauf an, was der Lehrer daraus macht und wie es behandelt wird.
    Fragt man Storch und Co würde man wohl keine reflektierten Gedanken bekommen.
    Kinder zum Nachdenken zu provozieren ist eine gute Sache.
    Ich hätte es interessant gefunden wie man selbst und die anderen in meiner Klasse (im entsprechenden Jahrgang damals) reagiert hätten.
    Die Fragen wären teilweise zu modern gewesen, wil sagen ein* Lehrer*in hätte sich das Thematisieren von Homosexualität nicht erlaubt und die Diskussion über diese Fragen wäre ganz andes gelaufen. Derart: Wie kann man den Kindern etwas von Homosexualität erzählen. Die wissen nicht was das ist und sind noch zu klein für "sowas".
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#9 Patroklos
  • 30.08.2018, 21:17h
  • Ich hätte folgendermaßen entschieden:

    1. Ein 33-jähriger Indianer in leitender Position, der kein Englisch spricht

    2. Die schwangere Frau des Buchhalters

    3, Ein bekannter Romanautor mit einer körperlichen Behinderung

    4. Eine 21-jährige muslimische Studentin aus dem Ausland

    5. Ein weiblicher Filmstar, der Opfer eines sexuelles Übergriffs wurde

    6. Ein homosexueller Mann, ein Profi-Athlet

    7. Ein asiatischer Waisenjunge (12 Jahre alt)

    8. Ein 60-jähriger jüdischer Verwaltungsbediensteter einer Universität
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#10 TheDadProfil
  • 30.08.2018, 22:39hHannover
  • Antwort auf #9 von Patroklos
  • ""Ich hätte folgendermaßen entschieden:""..

    Was zu erwarten war, denn auch Du hast die Aufgabe nicht verstanden !

    Übrigens :

    ""In der Hausaufgabe wurden zwölf Personen genannt, von denen man nur acht retten konnte:""..

    Es werden 13 Menschen benannt..
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