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Trauung homosexueller Paare

Ein Jahr Ehe für alle – und die evangelische Kirche diskutiert noch immer

Im Sommer 2017 beschloss der Bundestag, die Ehe für Lesben und Schwule zu öffnen. Bei einer Tagung in Loccum diskutierten evangelische Theologen aus ganz Deutschland darüber, was das für die Kirche bedeutet.


Trauung unter der Regenbogenfahne: Nur einige evangelische Landeskirchen behandeln homo- und heterosexuelle Paare gleich (Bild: David Haug)

Ein Jahr nach dem Beschluss des Bundestages zur "Ehe für alle" denkt die hannoversche Landeskirche über ein vertieftes und erneuertes Bild der Ehe nach. "Viele Menschen fragen: Wo geht es hin mit der evangelischen Ehe und was ist ihr Kennzeichen?", sagte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister am Wochenende bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum bei Nienburg dem epd. "In der Vielfalt der Lebensformen ist es wichtig, sich immer wieder darauf zu verständigen, in welchem Rahmen diese unterschiedlichen Formen gelebt werden." Es gehe darum, "Leitplanken" für Ehe und Familie zu finden.


Landesbischof Ralf Meister hatte die Ehe für alle im vergangenen Jahr als Stärkung der Institution begrüßt (Bild: Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers)

Der Bundestag hatte im Sommer 2017 beschlossen, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Dies werfe viele Grundsatzfragen auf, sagte Meister. Er hoffe, dass die Akzeptanz für gleichgeschlechtliche Paare weiter wachse. "Zugleich wünsche ich mir, dass Menschen, die verbindlich zusammenleben wollen, das Geschenk eines Traugottesdienstes annehmen und sich der Kostbarkeit des Segens Gottes bewusst sind."

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Trauungen für Heteros, für Homos nur Segnungen

In der größten deutschen Landeskirche zwischen Hann. Münden und der Nordseeküste wurden im vergangenen Jahr 5.835 Paare evangelisch getraut. Hinzu kommt eine nicht näher bezifferte Zahl von Segnungen homosexueller Paare. Die Akzeptanz dafür sei in den vergangenen Jahren in der evangelischen Landeskirche erheblich gestiegen, sagte der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Arend de Vries.

Die Landeskirche hatte 2014 einen liturgischen Text für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare vorgelegt (queer.de berichtete). Doch inzwischen habe sich die Situation weiter verändert, sagte de Vries. "Damals kamen Paare in eingetragenen Lebenspartnerschaften. Jetzt kommen Menschen, die die Ehe geschlossen haben." Die Kirche müsse sich nun auf einen einheitlichen Umgang mit Segnung und Trauung verständigen.

An der Tagung nahmen leitende Theologen aus ganz Deutschland teil. Einige deutsche Landeskirchen haben bereits beschlossen, die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare mit der traditionellen Trauung gleichzustellen. Allerdings seien die Beschlusslagen in den 20 Landeskirchen sehr unterschiedlich, sagte der Vizepräsident im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Horst Gorski. "Nicht alle werden diese Schritte im selben Tempo machen, und das muss man auch akzeptieren." (epd)



#1 KetzerAnonym
  • 01.09.2018, 16:34h
  • Wie kostbar ist er denn, der Segen "Gottes"? So wertvoll wie ein kleines Steak?

    Aber ist schon klar: man muss natürlich akzeptieren, dass die Landeskirchen da so ihre Schwierigkeiten haben.

    Mann kann natürlich sich (und vor allem Anderen) das Leben auch künstlich schwer machen.

    www.kirchenaustritt.de/
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#2 Ralph
  • 01.09.2018, 18:30h
  • Die Kirchen der diversen Konfessionen akzeptieren mehrheitlich nicht mehr die Ehe, wie der Staat sie definiert. Vielleicht ist es einfach an der Zeit für die Kirchen, eine neue Begrifflichkeit zu finden. Wer in der Ehe etwas anderes sieht als das, was gesetzlich nun mal als Ehe festgelegt ist, sollte aufhören, das, was er vom geltenden Recht abweichend darunter versteht, als Ehe zu bezeichnen. Man könnte die kirchlich geschlossenen Gemeinschaften ja als "kirchlich registrierte Partnerschaften" oder als "christliche Paargemeinschaften" oder so was in der Art führen. Dann wären die Kirchen auch nicht mehr an den gesetzlichen Ehebegriff gebunden und somit berechtigt, von ihm abzuweichen. Das, was kirchlicherseits in einer religiösen Zeremonie geschlossen wird, ist nun mal nicht Ehe. Eine Ausnahme ist natürlich für diejenigen Kirchen zu machen, die die Ehe weiter anerkennen, so wie das BGB sie festlegt.
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#3 Patroklos
#4 monchichiAnonym
  • 01.09.2018, 18:56h
  • Tja ..vielleicht sollte man einfach darüber nachdenken mal die allgemeine homophobie zu eliminieren und gleichgeschlechtliche liebe als das was sie ist zu sehen..nähmlich total normal und integrativer bestandteil der menschlichen sexuellen matrix.
    Dann bräuchte man auch keine ehe für alle als künstliche existenz berechtigung für genau diese..
    Aber ach ja.....eure religion basiert ja genau auf der homophobie als glaubens fundament.
    Tja scheiss situation..was nun?
    Aber danke..ohne euch hätte es ehe für alle ja nie gegeben!!
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#5 sanscapote
  • 01.09.2018, 19:35h
  • Das sagt alles:
    Ehezeremonie für die Heteros.
    Segnung für Lesben und Schwule.

    Menschen 1. und 2. Klasse.

    Kirchenaustritt kann da nur die Lösung sein.
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#6 DomiAnonym
  • 01.09.2018, 20:28h
  • Nach meinen Wissensstand wird in der ev Kirche eh nur eine weltliche Ehe gesegnet selbst wenn sie sich das Ja-Wort geben. (Luther: Die Ehe ist ein weltlich Ding.) Im Gegensatz zur kath Kirche wo man eine kirchliche Ehe eingeht sprich getraut wird.
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#7 CrioAnonym
#8 Danny387Profil
  • 01.09.2018, 21:22hMannheim
  • Antwort auf #5 von sanscapote
  • Hast du den Artikel nicht gelesen? MANCHE Landeskirchen unterteilen zwar tatsächlich in Menschen 1. und 2. Klasse. ANDERE Landeskirchen aber haben Gleichstellung hergestellt. Du kannst natürlich gerne aus der Kirche austreten, aber für die, die noch drin sind, lohnt es sich gerade in dieser Zeit, drin zu bleiben und für die Gleichstellung in ALLEN Landeskirchen zu kämpfen. JETZT ist es schon viel leichter als noch vor 10 Jahren.
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#9 TheDadProfil
  • 02.09.2018, 00:31hHannover
  • Antwort auf #8 von Danny387
  • ""aber für die, die noch drin sind, lohnt es sich gerade in dieser Zeit, drin zu bleiben und für die Gleichstellung in ALLEN Landeskirchen zu kämpfen.""..

    Als wenn man von außen dort gar nichts tun könnte..

    Viel schlimmer ist hier aber der Begriff "lohnt es sich", denn Mitglied einer Organisation zu bleiben die in den vergangenen Jahrhunderten so viele Menschenleben auf dem "Gewissen" hat, ist gar keine Frage des "ob es sich lohnt"..

    Da "argumentiert" man auf dem Niveau eines Sizilianers, der sich einen Austritt aus der Cosa Nostra nur auf dem Weg über den Sarg vorstellen kann..
    Obskurer geht es nicht..
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#10 WojtekAnonym