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Polen

Stettin: Homo-Hasser terrorisieren CSD-Stand

Zwei Wochen vor dem ersten CSD im westpolnischen Stettin attackierte eine Gruppe von Homo-Hassern die Regenbogendekoration eines LGBTI-Stand. Nun suchen die Aktivisten die Chaoten mit einem Video.


Die Straße, nachdem die Chaoten dort gewütet hatten (Bild: Lambda Warszawa)

Mehrere unbekannte Männer haben am Sonntag in Stettin (Szczecin), der Hauptstadt von Westpommern, aggressiv mit ihren Füßen auf Dekorationen der LGBTI-Organisation Lambda Szczecin eingetreten und Passanten bedroht. Die LGBTI-Aktivisten hatten mit anderen Bürgerrechtlern einen Stand und ein Picknick organisiert, mit denen sie auch für den ersten CSD in Stettin Werbung machten, der in zwei Wochen stattfinden soll.

Bei der familienfreundlichen Veranstaltung sollte in lockerer Atmosphäre für Minderheitenrechte geworben werden – es wurden unter anderem Zuckerwatte und Limonade kostenlos verteilt. Gegen 14 Uhr seien dann die Chaoten laut fluchend aufgetaucht und hätten die Dekoration in Regenbogenfarben in der Straße zerstört, beklagt Lamda.

Vereins-Sprecherin Alicja Ilnicka erklärte, die Männer seien nicht an einem Dialog interessiert gewesen. Auf Fragen hätten sie lediglich mit homophoben Beleidigungen reagiert. "Sie haben uns gesagt, dass Stettin uns nicht will", so Illnicka gegenüber TVN24. Drei der Täter seien auf regenbogenfarbene Schirme und Flaggen zugelaufen und hätten gezielt auf diesen herumgetrampelt und sie zerrissen. "Ich hatte Angst", so Illnicka. Mindestens ein Anwohner habe von seinem Fenster aus den Chaoten zugejubelt und ihnen zugerufen: "Bravo, ihr Helden!" Viele andere Passanten, die an Informationen interessiert gewesen seien, hätten die Flucht ergriffen. Als die Polizei gekommen sei, seien die Täter schon nicht mehr auffindbar gewesen.

LBGTI-Aktivisten hoffen nun, mit einem Video die Täter zu finden. Allerdings drohten ihnen bei Ermittlungen wegen Rowdytums nur geringe Strafen. Bei polnischen Gerichten würde sich die homophobe Intention so gut wie nie strafverschärfend auswirken, so Ilnicka.

"Narodowi patrioci" zniszczyli t?czowy piknik organizowany na ulicach Szczecina przez Lambda Szczecin. Poznajecie ich?…

Gepostet von Artyku? Osiemnasty am Sonntag, 2. September 2018
Facebook / Artykul Osiemnasty

Regierung in Warschau heizt homophobe Stimmung an

Die Stimmung gegen Homosexuelle und CSDs wird derzeit in Polen von der rechtspopulistischen Regierung angeheizt. Erst Mitte August bezeichnete Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak etwa den CSD in Posen als "Sodomiten-Parade" (queer.de berichtete). LGBTI-Aktivisten halten diese Rhetorik für gefährlich, da sie von Homo-Hassern als Freibrief für Gewalt gegen sexuelle Minderheiten aufgefasst werden könne. Auch in Posen hatte es einen Gegenprotest von Nationalisten gegeben.

Der erste CSD in der 400.000 Einwohner zählenden Großstadt Stettin (1. Marsz Równości w Szczecinie) ist für den 15. September geplant. Die Organisatoren von Lambda Szczecin erklärten, dass die Polizei die Sicherheit der Teilnehmer garantiert habe. Gegen das Event seien mehrere Protestaktionen konservativer und rechtsradikaler Gruppierungen angekündigt.

Die LGBTI-Organisation Lambda Warszawa kündigte als Reaktion auf den Übergriff auf ihrer Facebook-Seite an, Ende September Selbstverteidigungskurse auch in der Region Stettin durchzuführen. (dk)



#1 DmleAnonym
  • 03.09.2018, 16:53h
  • "Regierung in Warschau heizt homophobe Stimmung an"

    Schlimm genug, dass sowas überhaupt in die EU aufgenommen wurde. Die hetzen ja auch gegen die EU - aber das Geld nehmen sie gerne...

    Dann soll die EU jetzt auch dafür sorgen, dass da europäische Grundrechte geachtet werden.
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#2 michael008
  • 03.09.2018, 17:15h
  • Antwort auf #1 von Dmle
  • Ich verstehe Deinen und unser aller Ärger über diese Idioten aber Deine Rhetorik gegenüber Polen ist unangebracht. Die Polen sind nicht "SOWAS" sondern unsere Nachbarn, die unter dem deutschen Faschismus unsäglich gelitten haben und dass sie in die EU aufgenommen wurden war nach all dem absolut nachvollziehbar.
    Leider haben die polnischen Wähler in der Mehrheit für eine nationalistische, rechtskonservative und homophobe Regierung gestimmt.
    Die EU hat aufgrund ihrer ( m.E. veralteten ) vertraglichen Situation aber kaum Möglichkeit Polen wegen Ihrer Regierungspolitik zu sanktionieren.
    Zumal Sanktionen nur einstimmig beschlossen werden können. Und vor dieser Einstimmigkeit steht mindestens Orbans Ungarn.
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#3 Alice
  • 03.09.2018, 20:53h
  • Antwort auf #1 von Dmle
  • Öch nö, nicht schon wieder diese rechten Töne!
    Die EU steht für eine modernere LSBTI-freundlichere gerechtere Gesellschaft und stützt und schützt somit jede*n von uns LGBTI in jedem Mitgliedstaat der EU.
    Was die EU beschließen kann bzw einfordern sollte ist, dass Mitgliedstaaten logischer Weise die Werte der EU nach innen wie außen zu vertreten haben.
    Doch zurück zur EU und "nur" den offenen Grenzen:
    LGBTi können z.B. frei Reisen, etwa zu LSBTI-Veranstaltungen überall in der EU: Kein Ausreisevisum in dem man den "heimischen" Behörden zu erklären hat was, warum und wo man hin möchte. So kann auch jede*r EU Bürger*in z.B. nach Stettin reisen, ohne ein Visum beantragen zu müssen etc. pp.
    CSDs können sich gegenseitig besuchen: CSD-Partnerschaften ey.
    "Die Veranstalter*innen des CSD ... haben 7 Busse für einen günstigen Sparpreis organisiert, die nach Stettin fahren. Wer mitfahren möchte zum Preis von eppes melde sich bis zum ... bei ... ."
    Wer von uns reist nicht gern und lernt andere LSBTI kennen? Und damit vielleicht eine Möglichkeit Polen besser (evtl. von Insidern geführt) und (LSBTI-)Menschen kennen zu lernen. Wie sind die Clubs in Polen? Was macht man so als LSBTI "dort"? Wie und wo lebt man?
    Welch eine Chance! - Für uns alle!
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#4 Ith_Anonym
  • 03.09.2018, 21:10h
  • Antwort auf #3 von Alice
  • lol

    Die LGBTI-Freiheit, die du von der EU garantiert siehst, besteht also darin, dass man hätte hinfahren können, um beim Vandalismus live dabei zu sein? ^^

    Glaub mal nicht, dass die Strafverfolgung seitens der polnischen Justiz annähernd so mild aussehen würde, wenn du da nen Haufen straßenkampferfahrener LGBTI-Kampfsportler hingestellt hättest, die das pöbelnde und zerstörende Volk fachgerecht und körperlich daran gehindert hätten, sich auszutoben.
    Das wär zwar Selbstverteidigung gewesen, wo der Staat am Schutz nicht interessiert ist, aber die Überschriften von prügelnden Homos statt prügelnden Homo-Hassern würd ich echt mal gerne sehen.

    Das sollte man bloß deswegen lassen, weil dann die ganzen nicht-straßenkampferfahrenen Homos im Land damit rechnen müssen, dass es ihnen jetzt per Lynch-Justiz so richtig an den Kragen geht.
    Polen ist diesbezüglich einfach nicht viel besser als Russland.

    Und unter diesem Artikel hier zu behaupten, dass Polen diesbezüglich voll auf EU-Linie wäre, und als sei die EU in der Position, Polen die Diskriminierung zu untersagen, betrachte ich als einen blanken Hohn gegenüber den Geschädigten, über die hier berichtet wird.

    Die wissen ganz genau, dass die Polizei ganz genau gar nichts unternehmen wird, selbst wenn sie die Täter persönlich da abliefern würden.
    Und die Täter wissen das auch.
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#5 dellbronx51069Anonym
  • 03.09.2018, 21:50h
  • Antwort auf #2 von michael008
  • Polen und die anderen Ostländer sind aus wirtschaftlichen Gründen in die EU geholt worden als verlängerte Werkbank deutscher Firmen. Und nicht wegen des Überfalls auf Polen durch Nazideutschland. Unverständlich ist es daher ja auch warum die Polen sich dann eine Fascho Regierung wählen.
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#6 TheDadProfil
  • 03.09.2018, 22:10hHannover
  • Antwort auf #5 von dellbronx51069
  • ""Polen und die anderen Ostländer sind aus wirtschaftlichen Gründen in die EU geholt worden""..

    Hübsche "PEGIDA"- und "AFD"-Rhetorik..

    Doch hier wie dort ist sie schlichtweg FASLCH !

    Denn niemand hat irgendwelche Länder "in die EU geholt", diese Länder haben Aufnahme-Anträge gestellt..

    Das die in die EU drängenden Länder aus wirtschaftlichen Gründen auf die Wirtschaftspolitik anderer EU-Staaten eingehen, und sich als "verlängerte Werkbank" missbrauchen lassen, ist eine völlig andere Diskussion..

    Das ging übrigens vor den ehemaligen Ost-Block-Staaten
    (Obacht : Jogoslawien und damit seine Nachfolge-Staaten waren gar nicht im "Ost-Block" !)
    so, diese Erfahrung haben schon lange vorher auch Spanien, Portugal und Griechenland machen müssen..

    ""Unverständlich ist es daher ja auch warum die Polen sich dann eine Fascho Regierung wählen.""..

    Und wieder ein anderes Thema..

    Für dieses kurze Statement schon ein sehr umfangreiches Themen-Angebot..

    Tja..
    Warum wählt sich eine Bevölkerung eine solche Regierung ?
    Vielleicht weil sie von der RKK stark beeinflußt wurde ?
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#7 michael008
  • 03.09.2018, 22:24h
  • Antwort auf #6 von TheDad
  • "Vielleicht weil sie von der RKK stark beeinflußt wurde"
    Einmal das und weil sie vielleicht nach 60 Jahren Fremdbestimmung durch Deutschland und die Sowjetunion den Nationalismus noch nicht als das Übel begriffen haben, der er nunmal ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 TheDadProfil
  • 03.09.2018, 22:42hHannover
  • Antwort auf #7 von michael008
  • ""Einmal das und weil sie vielleicht nach 60 Jahren Fremdbestimmung durch Deutschland und die Sowjetunion den Nationalismus noch nicht als das Übel begriffen haben, der er nunmal ist.""..

    Exakt..
    Nationalistische Tendenzen und Gruppierungen gab und gibt es in allen Staaten..

    Schon zu Zeiten des Dritten Reiches gab es Polnische SS-Divisionen, ebenso Tschechische, Ukrainische und diverse andere aus anderen Staaten, inklusive einer "muslimischen SS-Division" aus den Balkan-Staaten..

    Der Schoß ist also nicht nur hier noch fruchtbar, aus dem diese Diktatur kroch, der Schoß in in vielen Staaten fruchtbar, wie man an Polen oder Ungarn sehen kann..
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#9 TimonAnonym
#10 Alex AndersAnonym