Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31869

Hamburg

Queeres Filmfestival erhält Max-Brauer-Preis

Die Lesbisch Schwulen Filmtage erhalten als "gesellschaftliches, engagiertes Forum für alle Film- und Kulturinteressierten" den mit 20.000 Euro dotierten Preis.


Seit 1990 begeistern die Lesbisch Schwulen Filmtage die queeren Hamburger

  • 4. September 2018, 13:01h, noch kein Kommentar

Für ihr langjähriges kulturelles Engagement in Hamburg sind die Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg am Sonntag im St.-Pauli-Theater mit dem Max-Brauer-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird jedes Jahr an Einrichtungen oder Vereine vergeben, die sich in Hamburg um das kulturelle, wissenschaftliche oder gesellschaftliche Leben verdient gemacht haben. Das queere Filmfestival findet bereits seit 1990 statt und zog jährlich zuletzt 15.000 Menschen an.

"Mit den Lesbisch Schwulen Filmtagen Hamburg ehren wir eine aus Hamburg nicht mehr wegzudenkende Institution, die seit nunmehr fast drei Jahrzehnten gesellschaftliches, engagiertes Forum für alle Film- und Kulturinteressierten auch gegen den Mainstream bildet und Vielfalt mitgestaltet", erklärte Sabine Rossbach, Direktorin des NDR-Landesfunkhaus Hamburg und Vorsitzende des unabhängigen Kuratoriums.

Vor 400 geladenen Gästen wies die Filmschaffende Monika Treut auf das von Anfang an ausgewogene Verhältnis von Männern und Frauen im Organisationsteam hin — eine Seltenheit bei LGBTIQ-Festivals. Im Gegensatz zu den amerikanischen Flaggschiffen der queeren Filmfestivals stehe in Hamburg der antikommerzielle und gemeinschaftliche Aspekt im Vordergrund: "Dieses Gefühl, das wir haben, wenn wir hier im Oktober ins Kino gehen und die Community treffen und diskutieren — das ist einfach großartig, was das Festival und das Team leistet!", so Treut.


Das Team der Lesbisch Schwulen Filmtage bei der Preisverleihung im St.-Pauli-Theater (Bild: LSF)

- Werbung - Video (60s): KLM – Wir sind eine Airline

Nur durch die Verankerung in der Community hätten sich die Filmtage so lange erhalten können, ergänzte Wieland Speck, Mitbegründer des Teddy Award der Berlinale. Schon bei der ersten Ausgabe der Filmtage 1990 war Speck dabei gewesen – damals zeigte er pornografische Kurzfilme. Wichtig sei das Bewusstsein für die verschiedenen Segmente, die sich unter dem Begriff queer versammeln.

Bei den Filmtagen werden gleichberechtigt Preise in den Segmenten lesbisch, schwul und transident verliehen. Damit würden die Filmtage die Sichtbarkeit einer großen Bandbreite queeren Filmschaffens in Deutschland und in anderen Ländern fördern.

Die Organisatoren des Filmfestivals erklärten, der Preis sei eine große Anerkennung ihrer Arbeit, die einerseits von der Hamburger Kulturbehörde gefördert wird, sich andererseits aus Spenden und Ticketverkäufen finanziert. Die nächsten Filmtage werden am 16. Oktober mit "Rafiki" eröffnet, einem bewegenden Film über die Liebe zwischen zwei Frauen. Im Produktionsland Kenia wird Homosexualität verfolgt, der Film darf dort nicht gezeigt werden. Die 29. Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg finden vom 16. bis 21. Oktober 2018 auf Kampnagel, im Metropolis Kino, im Passage Kino, im 3001 Kino, im B-Movie und in der Roten Flora statt. Der Vorverkauf beginnt am 29. September. (pm/cw)