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Trotz Widerstands der Kirche

Chile stärkt Rechte von trans Menschen

Der Senat stimmte am Dienstag für ein Gesetz, das es Menschen ab 14 Jahren erlaubt, auch ohne chirurgische Operationen ihr Geschlecht und ihren Namen zu ändern.


Der Oscar für den chilenischen Film "Eine fantastische Frau", in dem Daniela Vega eine transsexuelle Kellnerin spielt, hatte dem Gesetz neuen Auftrieb gegeben (Bild: Piffl Medien)

In Chile hat der Senat den von der katholischen Kirche kritisierten Gesetzentwurf zur geschlechtlichen Identität gebilligt. 26 von 40 Senatoren stimmten am Dienstagabend (Ortszeit) für die Initiative, die es Menschen erlaubt, ihr rechtliches Geschlecht und ihren Namen zu ändern.

Das Gesetz soll demnach für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren gelten. Die von der Opposition geforderte Regelung, nach der auch Kinder unter 14 Jahren die Einträge anpassen können, kam nicht zustande. Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, muss das Abgeordnetenhaus noch zustimmen.

Jahrelange Beratung im Kongress

Die konservative Regierung von Präsident Sebastián Piñera sprach von einem "historischen Schritt". Die LGBTI-Vereinigung Movilh begrüßte die Entscheidung. Sie betonte aber zugleich, es bleibe ein "bittersüßer Beigeschmack", da Kinder unter 14 Jahren außen vor blieben.

Ein erster Gesetzentwurf zur Stärkung der Rechte von trans Menschen war noch in der Legislaturperiode von Ex-Präsidentin Michelle Bachelet eingebracht und jahrelang im Kongress beraten worden. Der Oscar für den Film "Eine fantastische Frau", in dem es um eine junge Transsexuelle geht, hatte dem Thema kurz vor der Amtseinführung von Piñera im März neuen Auftrieb gegeben. Im Mai hatte zudem das Oberste Gericht entschieden, dass Erwachsene ihren Namen und ihr Geschlecht auf dem Standesamt auch ohne chirurgische Operationen ändern können.

Die katholische Kirche hatte sich gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen. Ricardo Kardinal Ezzati, der Erzbischof von Santiago de Chile, verglich dabei trans Menschen sogar mit Haustieren: "Man muss die Dinge beim Namen nennen: Wenn ich einer Katze den Namen eines Hundes gebe, beginnt sie nicht, ein Hund zu sein", begründete der 76-Jährige seine Ablehnung im April in einem Interview (queer.de berichtete). (epd/cw)



#1 YannickAnonym
  • 05.09.2018, 09:00h
  • "der Erzbischof von Santiago de Chile, verglich dabei trans Menschen sogar mit Haustiere"

    Hat die Kirche überhaupt noch irgendwas mit Glauben zu tun oder geht es nur noch um Hetze gegen alle, die sich nicht bedingungslos unterwerfen?!

    Gut, dass Chile nicht auf diese vom Hass zerfressenen Hetzer hört.
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#2 KarolinaAnonym
  • 05.09.2018, 19:00h
  • Nun, inhaltlich gibt der Artikel nicht viel her. Wesentliche Informationen sind:

    - nicht, dass keine chirurgischen Maßnahmen nötig sind (wenn das heute noch *NEU* in irgendeiner Gesetzgebung auftaucht, dann wäre das eine Nachricht wert, nicht andersrum)
    - nicht, dass die Kirche dagegen hetzt (ist ja nichts neues, gerade in einem katholischen Land wie eigentlich ganz Südamerika)

    Sondern:

    - dass es ein Verwaltungsvorgang ist. Das heißt *keine* Fremdbestimmung durch Ärzte (Attest oder Gutachten)
    - auch für Kinder unter 18 braucht es keine Ärzte, zumindest nicht vom Gesetz her, allerdings ein Familiengericht und mind. ein zustimmender Elternteil

    Damit ist das Gesetz sehr nah an anderen neuen Gesetzgebungen, die zwar nicht allen, aber den meisten Menschen das ermöglichen, was man unter Sebstbestimmung versteht.

    Und damit ist noch ein Land signifikant weiter als Deutschland.

    Aber es fehlt ja noch die finale Zustimmung, auch in Portugal hat das Veto des Präsidenten noch für Einschränkungen auf der Zielgerade gesort.

    In Deutschland ist man aber noch weit von Abstimmungen entfernt, dort liegt noch nicht mal ein Gesetzesvorschlag auf dem Tisch, nein, hier wird groß verkündet, dass man sich vor 2022 nicht mal damit beschäftigen möchte.

    Dass die nächsten Monate nichts passieren würde, soviel hat sich ja schon angedeutet, aber die Erklärung, die hier vor wenigen Tagen reinkam, hat dem Fass den Boden ausgeschlagen. Entsetzen bei "Betroffenen"? Ich hab noch keine Welle der Empörung gesehen, nicht mal der BVT oder LSVD haben ein Statement dazu rausgegeben. Höh?

    Div. andere Ministerinnen, die angeblich dafür sind, haben sich zuletzt auf Twitter mit dem verfassungsfeindlichen Gesetz von Horsti selbst gelobt, obwohl sie angeblich dagegen sind. Ja was denn nun?

    Zum Vergleich: In Frankreich hat der Umweltminister hingeschmissen, weil er auf ähnliche Weise immer übergangen würde. (und sich nicht mit faulen Lösungen der anderen geschmückt) Rücktrittsforderungen? Hmm. Ach, wo denke ich hin... in Deutschland geht das ja "anders". Wie nur?
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#3 Ith_Anonym
  • 06.09.2018, 10:58h
  • Selbst wenn es am Ende keine Zustimmung geben sollte - allein schon, dass es da Politiker gibt, die öffentlich drüber reden, und dass nicht bloß hin und wieder eine Einzelperson den Weg bis zum Verfassungsgericht gehen muss, das sich dann auch nur zähneknirschend, widerwillig und bei Weitem nicht immer wohlwollend damit auseinandersetzt, offenbart da schon eine gesamtgesellschaftliche Lage, auf die man von Deutschland aus betrachtet bloß neidisch sein kann.

    Dass sich nach der im stillen Kämnerlein von der CSU diktierten Minimallösung zum dritten Geschlecht bei uns überhaupt nochmal was tut, braucht man hierzulande ja nicht erwarten.

    Aber wie das halt so ist, ehe ein erzkonservativer Mensch sich aus der Politik verabschiedet u seine AfD-Freunde mitnimmt, muss man eben auf die Sache mit der Demokratie verzichten und einfach mal tun, was der sagt. Ob darunter andere am Ende leiden müssen, interessiert schließlich keine Sau.
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