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Trotz Widerstands der Kirche
Chile stärkt Rechte von trans Menschen
Der Senat stimmte am Dienstag für ein Gesetz, das es Menschen ab 14 Jahren erlaubt, auch ohne chirurgische Operationen ihr Geschlecht und ihren Namen zu ändern.

Der Oscar für den chilenischen Film "Eine fantastische Frau", in dem Daniela Vega eine transsexuelle Kellnerin spielt, hatte dem Gesetz neuen Auftrieb gegeben (Bild: Piffl Medien)
- 5. September 2018, 06:37h 2 Min.
In Chile hat der Senat den von der katholischen Kirche kritisierten Gesetzentwurf zur geschlechtlichen Identität gebilligt. 26 von 40 Senatoren stimmten am Dienstagabend (Ortszeit) für die Initiative, die es Menschen erlaubt, ihr rechtliches Geschlecht und ihren Namen zu ändern.
Das Gesetz soll demnach für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren gelten. Die von der Opposition geforderte Regelung, nach der auch Kinder unter 14 Jahren die Einträge anpassen können, kam nicht zustande. Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, muss das Abgeordnetenhaus noch zustimmen.
Jahrelange Beratung im Kongress
Die konservative Regierung von Präsident Sebastián Piñera sprach von einem "historischen Schritt". Die LGBTI-Vereinigung Movilh begrüßte die Entscheidung. Sie betonte aber zugleich, es bleibe ein "bittersüßer Beigeschmack", da Kinder unter 14 Jahren außen vor blieben.
Ein erster Gesetzentwurf zur Stärkung der Rechte von trans Menschen war noch in der Legislaturperiode von Ex-Präsidentin Michelle Bachelet eingebracht und jahrelang im Kongress beraten worden. Der Oscar für den Film "Eine fantastische Frau", in dem es um eine junge Transsexuelle geht, hatte dem Thema kurz vor der Amtseinführung von Piñera im März neuen Auftrieb gegeben. Im Mai hatte zudem das Oberste Gericht entschieden, dass Erwachsene ihren Namen und ihr Geschlecht auf dem Standesamt auch ohne chirurgische Operationen ändern können.
Die katholische Kirche hatte sich gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen. Ricardo Kardinal Ezzati, der Erzbischof von Santiago de Chile, verglich dabei trans Menschen sogar mit Haustieren: "Man muss die Dinge beim Namen nennen: Wenn ich einer Katze den Namen eines Hundes gebe, beginnt sie nicht, ein Hund zu sein", begründete der 76-Jährige seine Ablehnung im April in einem Interview (queer.de berichtete). (epd/cw)















Hat die Kirche überhaupt noch irgendwas mit Glauben zu tun oder geht es nur noch um Hetze gegen alle, die sich nicht bedingungslos unterwerfen?!
Gut, dass Chile nicht auf diese vom Hass zerfressenen Hetzer hört.