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Gelebte Konsenskultur

Mehr Lust für alle!

Zum Fetischtreffen Folsom Europe in Berlin zeigt das Schwule Museum die Ausstellung "Proudly Perverted – ein Blick in die FrauenLesbenTrans*Inter* BDSM Community".


Durch ein feministisches Selbstverständnis und den Ausschluss von Cis-Männern schuf die Szene für sich sichere Räume, in denen FrauenLesbenTrans*Inter* BDSMer*innen abseits der angeblichen Norm ihre Lust ausleben können (Bild: Venusadori / SMU)
  • 5. September 2018, 14:01h, noch kein Kommentar

"Die FLT*I* BDSM Community ist lustig, laut, offen, warmherzig und zugewandt", meint das Schwule Museum. "Sie ist auch versaut, direkt, unverblümt und heftig. Es geht zur Sache und zwar sehr, denn was eine*r will, wird klar benannt und einvernehmlich umgesetzt." Als erste Ausstellung in Deutschland und vielleicht sogar in Europa widmet sich "Proudly Perverted – ein Blick in die FrauenLesbenTrans*Inter* BDSM Community" dieser international vernetzten Szene.

Eingebettet in das "Jahr der Frau_en" wirft die Ausstellung einen Blick auf den Teil der Community, "der in den Neunzigerjahren von FrauenLesben und SMerinnen aufgebaut wurde und in dieser Tradition bis heute besteht". "Proudly Perverted" ist in Zusammenarbeit mit Frauen, Lesben, Trans* und Inter* entstanden, die sich als Teil der Community verstehen und ihre Sicht auf BDSM in der Ausstellung zeigen. Es geht um BDSM-Identitäten, das Spielen miteinander und Lernen voneinander sowie die Community als Ganzes.

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Werte und Wissen von BDSMer*innen vorgestellt


Poster zur Ausstellung, die am Mittwochabend eröffnet wird

Dabei werden sowohl Freude und Begeisterung als auch Wissen und Werte dieser Gemeinschaft vermittelt. Es kommen zudem Auseinandersetzungen zur Sprache, die ebenfalls zur Szene gehören. 33 Personen werden individuell vorgestellt und über 70 durch Exponate und Interviewausschnitte präsentiert. Sie kommen aus Deutschland, Österreich, Großbritannien, Schweden, Portugal, den USA und vielen anderen Ländern.

Die Praktiken, Umgangsformen und Veranstaltungsformate der FLT*I*-BDSM-Community unterscheiden sich in vielen Bereichen von denen anderer BDSM-Szenen. Begehren wird jenseits klassischer Erwartungen und Geschlechternormen ausgelebt und durchkreuzt damit sexistische und heteronormative Vorstellungen von Lust. Einvernehmen im intimen Kontakt wird gemeinsam ausgehandelt und dieser Konsens immer wieder neu hergestellt. Die eigenen Grenzen und die anderer zu achten ist zentral und macht eine Sexualität möglich, die selbstbestimmt und gleichzeitig offen gegenüber Neuem auf Entdeckungsreise gehen kann. Dies zu lernen und anderen beizubringen, hat die Community perfektioniert – mit Workshops, durch gemeinsame Veranstaltungen und natürlich gemeinsames Spielen.

Die Ausstellung will zu besserem Sex inspirieren


Die Ausstellung im Schwulen Museum ist in vier Bereiche zu Identität, Spielen, Lernen und Community aufgeteilt (Bild: Mika Wisskirchen / SMU)

Die wenigsten Menschen außerhalb der Community wissen jedoch, was in der FLT*I*-BDSM Szene passiert. Deshalb wird ein Teil dieser Welt in der Ausstellung im Schwulen Museum vorgestellt. Zielgruppe für "Proudly Perverted" sind nicht nur BDSMer*innen oder Menschen aus der FLT*I*-Szene, sondern alle, die sich für eine offene, feministische und konsensuale Sexualität interessieren.

Die FLT*I*-BDSM-Community zeigt, wie viel Lust möglich ist, wenn das eigene Begehren ohne innere und äußere Abwertung erkannt, kommuniziert und ausgehandelt werden kann. Die Umgangsformen und Techniken, die diese Community dafür entwickelt hat, sind für alle spannend, egal wie sie ihre Sexualität definieren. Die Ausstellung möchte gelebte Konsenskultur sichtbar machen und zu besserem Sex für alle inspirieren. (cw/pm)

Infos zur Ausstellung

Proudly Perverted – ein Blick in die FrauenLesbenTrans*Inter* BDSM Community. Ausstellung vom 06.09. bis 04.11.2018 im Schwulen Museum, Lützowstr. 73, 10785 Berlin. Vernissage am 05.09. um 19 Uhr. Eintritt nur für Besucher ab 18 Jahren. Öffnungszeiten: So, Mo, Mi, Fr 14-18 Uhr, Do 14-20 Uhr, Sa 14-19 Uhr, Di geschlossen.