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Homophobie

Kirche von Nigeria: Homo­sexuelle "vergiften" Gesellschaft

Vor den Präsidentschaftswahlen äußern einige Kandidaten Zweifel, ob die Verfolgung Homosexueller in Ordnung geht. Die einflussreiche anglikanische Kirche hat dagegen keine Zweifel.


Primas Nicholas Okoh glaubt, dass böse Mächte aus dem Westen die nigerianische Jugend verschwulen wollen

  • 5. September 2018, 13:13h 20 3 Min.

Der anglikanische Erzbischof Nicholas Okoh, der Primas (Vorsitzende) der Church of Nigeria, erhebt schwere Vorwürfe gegen Schwule und Lesben: Im Rahmen der nationalen Debatte um Homosexualität erklärte der 65-Jährige gegenüber der Nachrichtenagentur NAN, die gleichgeschlechtliche Liebe würde die nigerianische Gesellschaft "nachweislich vergiften". Homosexualität trage zum "Verfall von gesellschaftlichen Werten und Kulturen" bei. Schuld an der Entwicklung sei der Einfluss des Westens, so der anglikanische Würdenträger, dessen eigene Kirche auf Missionierung durch die Engländer zurückgeht.

"Homosexualität hält den Fortschritt einer Nation auf", so Okoh weiter. Er machte Satellitenfernsehen für die Entwicklung verantwortlich, da damit westliche Werte nach Nigeria getragen werden würden: "Unsere Jugend wird jetzt von internationalen Medien hinters Licht geführt, indem ihr Werte gezeigt werden, die mit unserer Kultur und den Lehren unserer Religion nichts zu tun haben." Außerdem trage die Urbanisierung dazu bei, dass junge Menschen nicht mehr den Lehren ihrer "Ahnen, Eltern oder Häuptlinge" folgen würden.

Homosexuelle Handlungen können im bevölkerungsreichsten Land Afrikas nach einem "Unzuchts"-Paragrafen aus britischer Kolonialzeit mit bis zu 14 Jahren Haft belegt werden. Nach einer auch von anglikanischer und katholischer Kirche eingeforderten Strafverschärfung aus dem Jahr 2014 können auch gleichgeschlechtliche Küsse, die Teilnahme an einer gleichgeschlechtlichen Hochzeitszeremonie, die Arbeit für LGBTI-Organisationen oder der aktive Besuch von "Gay Clubs" entsprechend mit je nach Vergehen zehn oder 14 Jahren Haft bestraft werden (queer.de berichtete).

Immer wieder kommt es zu spektakulären Massenfestnahmen von mutmaßlichen Homosexuellen – vor zwei Wochen wurden etwa 57 Männer in Arrest genommen, die in einem Hotel "schwule Initiationsriten durchgeführt" haben sollen (queer.de berichtete)

Wahlkampf um Homosexuelle

Eine große Mehrheit der Nigerianer steht laut Umfragen hinter der Verfolgung Homosexueller. Das Thema kommt im gegenwärtigen Präsidentenwahlkampf immer wieder in die Schlagzeilen – allerdings sind die Reformbestrebungen eher gering: So erklärte der Kandidat Donald Duke, der frühere Gouverneur des Bundesstaates Cross River, vergangene Woche in einer Talkshow, dass er zwar homosexuelle Gefühle nicht verstehe, diese aber nicht länger unter Strafe stellen wolle. Nach scharfer Kritik zog er seine Aussage später zurück und erklärte in einem sozialen Netzwerk: "Homosexualität ist eine Straftat in Nigeria und das soll so bleiben."

Präsidentschaftskandidatin Eunice Atuejide, die Gründerin und Chefin der National Interest Party, zeigte sich in einer Web-Talkshow offen dafür, das Verbot von Homosexualität abzuschaffen. Gleichgeschlechtliche Liebe sei zwar "unmoralisch", aber "keine Straftat", so Atuejide.

Diese Woche trat erstmals auch ein schwules Ehepaar im nigerianischen Fernsehen auf. Der 43-jährige LGBTI-Aktivist Bisi Alimi ließ sich mit seinem britischen Ehemann Anthony Davis, mit dem er gemeinsam in London lebt, in der Satiresendung "The Report Card" interviewen, eine Art nigerianische Version der "Heute-Show". (dk)

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-w-

#1 stephan
  • 05.09.2018, 16:07h
  • "Homosexualität hält den Fortschritt einer Nation auf" Da müsste man ja wirklich lachen, wenn das Thema für viele Menschen nicht so ernst wäre! Was den gesellschaftlichen Fortschritt weltweit aufhält, sind doch seit Jahrhunderten die Religionen und die lustig gekleideten Witzfiguren an deren Spitzen! Und Gift verspritzen und gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aufhetzen, können die Religionen ebenfalls ... und sie tun es ohne Unterlass! ... Besonders beschämend und dumm ist es, wenn Menschen selber sicherlich Diskriminierungserfahrungen durchgemacht haben, dann aber gegen andere Minderheiten hetzen. Peinlich und dumm! ... Sollen die LGBTIs nun auch gegen hetzenden und wenig einsichtigen Schwarzen auf dem afrikanischen Kontinent hetzen? ... So dumm sind vermutlich aber nur Religioten!
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#2 TimonAnonym
  • 05.09.2018, 16:45h
  • Wie kann Liebe die Gesellschaft vergiften?

    Es ist nur der Hass, die Hetze, die Bevormundung und die Unterdrückung der diversen "Religionen", die die Menschen vergiftet, ihre Gehirne verdummt und ihre Herzen mit Hass erfüllt.
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#3 monchichiAnonym
  • 05.09.2018, 18:24h
  • ". Homosexualität trage zum "Verfall von gesellschaftlichen Werten und Kulturen" bei. Schuld an der Entwicklung sei der Einfluss des Westens, so der anglikanische Würdenträger, dessen eigene Kirche auf Missionierung durch die Engländer zurückgeht"

    Ich liebe solche argumentationen weiss der gescheite doch das es das christentum war das gegen die eliten des alten roms rebellierte und es zum fall brachte..ja und natürlich und es war NERO der ganz rom anzündete!!
    Ähnlich wie heute trumputin und co..wo wird die erste atombombe fallen? Und natürlich wird sie schwul sein!!
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