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Modedesigner

Harald Glööckler: Die Kirche ist "mittelalterlich" und "menschenverachtend"

Der Modesdesigner beschäftigt sich in einem neuen Buch mit den Kirchen – und erklärt auch, warum er als gläubiger Mensch aus der evangelischen Kirche ausgetreten ist.


Harald Glööckler spricht statt über Mode über den Glauben (Bild: Gregor Tatschl / flickr)

Bislang ist der "Prince of Pompöös" nicht gerade für tiefgreifende religiöse Abhandlungen bekannt. Doch nach seinem im letzten Jahr erschienen Ratgeber mit dem unchristlichen Titel "Fuck you, Brain" beschäftigt sich der schwule Modedesigner Harald Glööckler nun mit der Zukunft der christlichen Religion und ihren Vertretern auf Erden – in der soeben erschienenen 200-seitigen Abhandlung "Kirche, öffne dich! Hat die Kirche noch Zukunft?: Was sich ändern muss". In Interviews berichtet der aus der evangelischen Kirche ausgetretene 53-Jährige, warum er sich mit dem Thema beschäftigt.

Gegenüber dem österreichischen "Kurier" bestätigte Glööckler, dass ihn das Thema Kirche schon länger unter den Nägeln gebrannt habe. Schon als er in einem kleinen Ort in Baden-Württemberg direkt neben einem evangelischen Gotteshaus aufgewachsen sei, habe ihm die Kirche "keinen Halt" gegeben. Beim Anblick des blutenden Jesu am Kreuz habe er sich "schlecht und schuldig" gefühlt: "Man sagte mir, er sei für meine Sünden gestorben. Aber was für Sünden soll ein Kind haben?"

Bei der Vorstellung des Buches in Berlin hatte Glööckler auch gesagt, dass ihn mit dem blutenden Jesus nichts verband, weil sein Vater zu Hause seine Mutter verprügelte und diese Gewalt weder andere Kirchenmitglieder noch den Pfarrer interessiert habe.

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Kirche brachte "viel Leid über homosexuelle und deren Familien"


Das 200-seitige Buch ist überall im Buchhandel erhältlich (Bild: adeo Verlag)

Insbesondere mit der katholischen Kirche hat Glööckler Probleme, vor allem wegen deren Haltung zu Homosexualität: "Das ist so mittelalterlich, dass es einem die Sprache verschlägt", sagte er zum "Kurier". "Die Kirche hat durch ihre Einstellung viel Leid über Homosexuelle und deren Familien gebracht. Wenn eine mächtige Institution signalisiert, dass eine Lebensart nicht akzeptabel oder sogar krankhaft ist, schürt sie Verurteilungen." Gegenüber evangelisch.de fügte er mit Blick auf beiden Kirchen an: "Es ist unfassbar und unglaublich, dass eine Institution, welche die beste und heiligste aller Botschaften vertritt und in Gottes und Jesu Namen Menschen Beistand leisten und seelsorgerlich zur Seite stehen sollte, ihren Auftrag mit Füßen tritt und sich immer wieder offensichtlich derart unprofessionell und menschenverachtend benimmt."

Auch mit seiner Ex-Kirche geht er hart ins Gericht: Er habe sich in den "teilweise sehr konservativen bis spießigen Gottesdiensten" in der evangelischen Kirche gelangweilt, statt inspiriert zu werden, sagte Glööckler. Sein Tipp: "Die Kirche sollte sich wieder mehr ihrer seelsorgerlichen Pflichten besinnen und mehr für die Menschen da sein, ihre Nähe suchen und sich ihrer Sorgen und Nöte annehmen und nicht mit erhobenem Zeigefinger Menschen beurteilen oder sogar verurteilen."

Evangelische Pfarrerin: Absolution gegen Finanzierung des Kirchendachs

Immerhin erklärte der Star-Designer, dass die evangelische Kirche "fortschrittlicher denkt und handelt als die katholische Kirche". Allerdings sei das von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich. Manche evangelische Gemeinden würden "noch immer rückschrittlich denken und handeln". Im Gespräch mit evangelisch.de zeigte er sich besonders irritiert, weil ihn eine Pfarrerin in seinem Wohnort Kirchheim an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz) anlässlich des Geburtstags seines mit ihm seit 2015 verpartnerten Partners anrief, um ihn zu verurteilen, weil er öffentlich gesagt habe, er fühle sich protestantisch. Sie hatte neben dem Wiedereintritt in die evangelische Kirche eine besondere Idee, wie er sein Seelenheil retten könne: "Ich könnte Buße tun und bereuen, wenn ich das neue Kirchendach bezahle, womit Sie mir dann sozusagen die Absolution erteilen würde."

Dennoch betonte Glööckler stets, dass er an den christlichen Gott glaube. Er habe auch die Bibel komplett durchgelesen und bete bei Schlafstörungen das Vaterunser. Seinen Glauben beschrieb er so: "Gott ist eine allgegenwärtige Energie, die uns durch unser Leben begleitet, egal in welcher Lebensform, ob Mensch oder Tier, Mann oder Frau, lesbisch oder schwul … et cetera. Wenn Gott allmächtig ist, wovon wir ausgehen, ist er in allem und jedem, denn sonst wäre er nicht allmächtig. Gott ist der Kitt, welcher die Erde zusammenhält."

Glööckler hatte 2012 für Schlagzeilen gesorgt, als er sich gegen Regenbogenfamilien aussprach und das mit seinen "konservativen Ansichten" begründete: "Ich finde es falsch, wenn zwei Männer oder zwei Frauen Kinder adoptieren", hatte der Modedesigner dem Magazin "In" gesagt. "Ein Kind braucht einen Vater und eine Mutter, es braucht beide Pole in seinem Leben, deshalb werde ich niemals Kinder adoptieren" (queer.de berichtete). (dk)



#1 KasparAnonym
  • 06.09.2018, 16:03h
  • "Evangelische Pfarrerin: Absolution gegen Finanzierung des Kirchendachs"

    Da zeigt sich wieder mal, dass die alle gleich sind, egal wie sie sich nennen. Es geht nur um Geld und sonst um nichts. Und für Kohle tun die alles und scheißen auf ihre "Überzeugungen".

    Ich frage mich, wie man noch auf diese Vereine mit ihren Märchen reinfallen kann...
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#2 OeOeOeAnonym
  • 06.09.2018, 17:28h
  • Über all die Jahre hat er sich seine Natürlichkeit bewahrt und wird mir mit seinem Buch eine wahre Inspiration sein.
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#3 Homonklin44Profil
  • 06.09.2018, 18:48hTauroa Point
  • Mag er ja mit der Idee richtig liegen, dasssich besonders die RKK mittelalterlich und menschenverachtend gebärdet. Das Glaubensgedöns haben die ihm aber offenbar doch erfolgreich eingetrichtert, was er vielleicht nicht ganz checkt, weil er sich aus Selbstverständnis an solchen Regeln entlang verhält und so denkt.

    Absolution wurde ja früher für jede erdenkliche Summe und Gelegenheit verkauft, da dran soll sich bereits Luther erzürnt haben. Weshalb sollte man sich aber Absolution erkaufen wollen? Wenn man doch nichts verbrochen hat, und wennschon man in der Glaubenswelt drin angeblich von diesem "Gott"
    geschaffen worden sein soll, und doch nicht nur von den eigenen Eltern, man in logischer Folgerung als Kunstwerk dieses Schöpfers sogar schwul und so perfekt sein müsste.
    Natürlich können die nicht logisch denken. Deshalb verachten sie Teile ihres "Schöpfers" angeblichem Werk.

    Die Pfarrerin müsste sich da ja erst mal selbst ins Gericht nehmen, und ihre Geldgier hinterfragen. Doch Geldgier scheint als primäres Motiv der Kirchen hoffähig zu sein. Immerhin ist ihr "Gott" einer der Teuersten überhaupt, und hat, wenn man nur die Priestergehälter und die Staatsleistungen jedes Jahr ohne Kirchensteuern als Beispiel nimmt, einen fürstlichen Stundenlohn.
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#4 easykeyProfil
  • 06.09.2018, 18:56hLudwigsburg
  • Der Aufmacher verspricht mehr als das Buch vermutlich leider halten wird.
    Vielleicht findet sich ja jemand, der nur die Mißstände und Ungeheuerlickeiten der letzten 100 Jahre dieser Mafiavereine aufzählt (inklusive deren Rolle im dritten Reich)...oder sogar noch Neues aufdeckt.
    Zur Einstimmung kann ich das Buch "Gott hat hoge Nebenkosten" von Eva Müller empfehlen.
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#5 Alexander_FAnonym
  • 06.09.2018, 22:16h
  • So spricht also jemand, der früher einmal dafür angeheuert wurde, ein neues Cover für die Evangelenbibel zu entwerfen.

    Nicht, dass ich seine Beobachtungen nicht teilen würde, aber sie sind auch nicht sonderlich neu und überraschend.

    Außerdem unterliegt er einem fundamentalen Trugschluss: die Kirche muss sich nicht öffnen. Sie muss vor allem ihrer Macht beraubt werden, die immer noch innehabt, ohne dass es dafür irgendeiner demokratische, moralische noch sonstige Berechtigung gäbe. Die Geschichte zeigt auch eindeutig, dass Religionen vor allem dann fortschrittlicher werden, wenn sie an ihren Platz gewiesen werden.
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#6 schwarzerkater
  • 06.09.2018, 23:06h
  • wen interessiert schon, was der gockel vor sich her brabbelt, dann auch noch in buchform. gehört für mich in die kategorie bohlen und becker. in den buchläden in der abteilung "fremdschämen" zu finden.
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#7 giliatt 2Anonym
  • 07.09.2018, 02:12h
  • Herr Glööckler ist meines Erachtens ein SPINNER.

    Er durfte mal das Cover für eine Sonderrausgabe der Bibel designen. Seitdem hat er anscheinend "Hallos" und meint, in die BILD-Zeitung lancieren zu müssen, göttliche Botschaften empfangen zu haben und will nun unbedingt mal - so sein letzter PR-Coup - mit dem Papst diskutieren. Das ist natürlich von A bis Ü vollkommener Käse.

    Schauen wir uns den Burschen mal an: Ja. er sieht inzwischen exakt so aus, wie der Zwilling von ALF, dem Ausserirdischen, der vom Planeten Melmac Botschaften empfängt. Nur streben tatsächlich weder ausserirdische noch göttliche Eingebungen in sein Hirn.
    Glööckler betreibt schlichtweg Marketing für seine teuren Billig-Plünnen. Und zwar auf allermeist schäbige und billige Weise.
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#8 DominikAnonym
#9 LotiAnonym