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Klassik

Musikalischer Grenzgänger: Víkingur Ólafsson

Auf seinem neuen Album "Johann Sebastian Bach" überzeugt und faszinierz der isländische Pianisten mit seiner sinnlichen Experimentierfreude.

  • 7. September 2018, 07:05h, noch kein Kommentar

Das neue Album "Johann Sebastian Bach" von Víkingur Ólafsson ist am 7. September 2018 erschienen

Auf seinem neuen Album "Johann Sebastian Bach" ergründet der isländische Pianist Víkingur Ólafsson Johann Sebastian Bach als Urquell der Musik. Seine Interpretation ist ein Ereignis – experimentierfreudig, innovativ und zeitlos

Víkingur Ólafsson ist ein musikalischer Freigeist mit Mission. Schon einmal hat der smarte Interpret die Klassikwelt aufhorchen lassen – das war Anfang 2017, als seine Einspielung der Solo-Klavieretüden von Philip Glass erschien und er in den Minimalstrukturen betörend durch Raum und Zeit wandelte. Auf Glass folgt nun Bach. Im September wird bei Deutsche Grammophon das zweite Album von Ólafsson erscheinen, sein Titel ist Bach und sein Inhalt die virtuose Verschmelzung von Originalwerken Johann Sebastian Bachs und Transkriptionen.

"Ohne Bach wäre alles nichts", sagt Víkingur Ólafsson. "Wenn Glass' Musik Minimal Music ist, dann ist Bach maximal."

Der Pianist hat das kontrapunktische Werk von Bach investigativ erforscht und bringt auf seinem Album die verschiedensten Facetten zum Vorschein. In Auszügen aus dem Wohltemperierten Klavier wie dem Präludium und der Fuge in e-Moll BWV 855 oder kontrapunktischen Kleinoden wie der Sinfonia Nr. 15 h-Moll BWV 801 setzt er Bach als "Meister der Kurzgeschichte" in Szene, während die verspielte Aria variata BWV 989 das architektonische Zentrum des Albums darstellt. Spannungsvoll ergänzt werden die Originalwerke etwa durch Rachmaninows Bearbeitung von Bachs Gavotte aus der Partita Nr. 3 für Violine E-Dur BWV 1006, Busonis Transkription des Chorals "Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ" oder eine faszinierende Bearbeitung der ersten Arie aus der Solo-Kantate für Altstimme "Widerstehe doch der Sünde" durch Ólafsson selbst. Wie schon bei Glass offenbart sich Ólafsson als hochintelligenter und innovativer Klangforscher, der sich den gängigen Kategorien behände entzieht und das klassische Genre neu definiert. Schlank und schnörkellos, gleichzeitig ungemein expressiv in seinem Spiel zieht der 34-Jährige in den Bann und fasziniert mit sinnlicher Experimentierfreude und suggestiver Dichte im Ausdruck.

Direktlink | Víkingur Ólafsson mit "Prelude & Fugue, BWV 855a – 1. Prelude No. 10 in B Minor"

Die Inspirationskraft von Bachs Musik ist überbordend. Davon zeugt auch ein weiteres Album des musikalischen Grenzgängers Ólafsson, das Ende 2018/Anfang 2019 bei Deutsche Grammophon erscheinen wird und atmosphärische Reworks von Komponisten wie Hans-Joachim Roedelius, Ben Frost, Peter Gregson und Valgeir Sigurðsson vereint, in denen Bachs Schöpfungen kunstvoll defragmentiert werden. Außerdem widmet Ólafsson seinem verstorbenen Kollegen und Freund Jóhann Jóhannsson darauf ein berührend intimes Gedenkstück.

"Bach trägt alles in sich: Eine perfekte Architektur und tiefe Emotionen", sagt Ólafsson. Bach ist ein Universum. Ólafsson lässt es neu erstrahlen. (cw/pm)

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