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Nachruf

Eingeseift von drei Schwulen

Zum Tod des Schauspielers Burt Reynolds. Zwei seiner Rollen stehen mit Homosexualität in Verbindung


Burt Reynolds im Film "Silent Movie": Der Hollywood-Star ist am Donnerstag im Alter von 82 Jahren gestorben
  • Von Erwin In het Panhuis
    7. September 2018, 07:36h, 5 Kommentare

Seinen Durchbruch als Filmschauspieler schaffte Burt Reynolds mit dem Film "Beim Sterben ist jeder der erste" (1972). Beliebt war er aber auch als Talkshow-Gast und als Aktmodell (Cosmopolitan-Cover von April 1972). Bis in die Achtzigerjahre hinein feierte er mit eher anspruchslosen Actionkomödien große Erfolge und war einer der bekanntesten Hollywood-Schauspieler seiner Zeit.

Zwei seiner Rollen stehen mit Homosexualität in Verbindung. Zum einen ist dies seine Rolle im Actiondrama "Beim Sterben ist jeder der erste" (1972), der bei vielen Fans bis heute einen gewissen Kultstatus genießt. Das liegt neben dem Darsteller Burt Reynolds auch daran, dass eine Banjo-Szene aus dem Film oft zitiert wird und der Film das Genre der "Backwoods"-Filme begründete. Bekannt wurde der Film auch deshalb, weil mit rund fünf Minuten ausführlich die Vergewaltigung eines Manns gezeigt wird.


Vergewaltigungsszene aus "Beim Sterben ist jeder der erste"

Burt Reynolds verkörpert hier dessen Freund, der ihn aus dieser Situation befreit. Aufgrund der Länge und damit Präsenz wird diese Filmszene manchmal (fälschlicherweise) als älteste Filmszene über die Vergewaltigung eines Mannes angesehen. Während der Vergewaltigung wird das Opfer gezwungen, wie ein Schwein zu quieken, was viele Zuschauer als lustig empfanden. Mit dem Satz "Paddle faster i can hear a Pig Squealing" gibt es rund um die Vergewaltigung diverse Merchandising-Produkte wie T-Shirts zu kaufen. Das ist ähnlich befremdlich, wie die "lustigen" Videos von Jugendlichen, die diese Vergewaltigung nachstellen und bis heute bei Youtube veröffentlichen.

Direktlink | Die Vergewaltigung im Film

Reynolds konnte sich selbst auf die Schippe nehmen

Einige Jahre später ist Burt Reynolds in Mel Brooks' Stummfilmkomödie "Silent Movie" (1976) zu sehen. Er parodiert sich selbst als einen Filmstar, der sich narzistisch im Spiegel betrachtet. In dieser Situation ist er jedoch nicht alleine, sondern plötzlich fangen drei schwule Männer an, ihn zärtlich einzuseifen. Wir haben es hier mit einem ziemlich tiefen Griff in die Klischeekiste zu tun: Der lüsterne Blick der Schwulen, die herunterfallende Seife und am Ende der verzweifelte "Hilfe!"-Ruf von Reynolds.

Das ist, gerade aus heutiger Sicht, zwar kein großes emanzipatorisches Kino, aber – Gedanken an eine politische Korrektheit mal kurz zur Seite geschoben – auch durchaus komisch. Zumindest kann die Szene verdeutlichen, dass sich Reynolds auch einfach mal selbst auf die Schippe nehmen konnte. Eine solche Stärke hat nicht jeder Schauspieler.

Klar, dass Reynolds mit seinem hyper-maskulinen Erscheinungsbild nicht nur auf Frauen wirkte. Der "How I met your Mother"-Star Neil Patrick Harris betont sogar, dass er sich durch einen Kuss von Burt Reynolds bei gemeinsamen Dreharbeiten seiner Homosexualität bewusst wurde – nachzulesen in seinem Buch "Choose Your Own Autobiography".

Neil Patrick Harris musste sich nie verbiegen, aber wie bei allen anderen älteren Hollywood-Stars stellt sich auch bei Burt Reynolds die Frage, ob er für seine Karriere wohl Kompromisse irgendwelcher Art bei seinem Privatleben machen musste. Als der "Spiegel" 1985 auf die Angst der großen Hollywood-Stars vor Aids hinwies, verwiesen sie auch auf Burt Reynolds, der wie viele seiner Kollegen immer wieder beteuern musste, weder schwul zu sein noch Aids zu haben. Man kann nur hoffen, dass Reynolds' Privatleben und sein öffentliches Bild nicht so weit auseinanderklafften wie bei seinem schwulen Kollegen Rock Hudson.



#1 Patroklos
#2 LotiAnonym
#3 Gay Cowboy SongAnonym
#4 Michael MüllerAnonym
  • 07.09.2018, 17:35h
  • Leider falsch recherchiert. Die drei einseifenden Männer sind nicht schwul, sondern wollen, dass Reynolds in ihrem Film mitspielt und haben sich in seine Villa gestohlen.
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#5 Homonklin44Profil
  • 07.09.2018, 18:07hTauroa Point
  • Ciao Bandit, danke für die coolen und witzigen Filme. T'was a jolly time. Grüß den Schneemann. C'ya on the eternal highway. "OldMuthafucka" over and out.

    Diese Szene aus dem Flußfahrt-Film fand ich eher schlimm, verstörend. Mit Schwulsein brachte ich das nicht in Zusammenhang, eher mit Missbrauch und Gewalt.
    Habe aber eine Weile gerätselt, als es um "weiche Lippen" oder so ähnlich ging. Nichts weiter dazu gedacht, als dass diese ingezüchteten Bushed-in-Geeks sowieso alle einen an der Waffel haben müssten. Wie der Junge mit dem Banjo. Kann zwar hervorragend spielen aber sonst wohl nix. Hat das Klischee über US-Waldmenschen ganz schön befördert.
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