Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31898

Legendärer Entertainer

Alfred Biolek: "Ich habe keine Angst vor dem Tod"

Der schwule TV-Koch und Entertainer berichtet, dass seine Kräfte nachlassen und er wohl keinen Fernsehauftritt mehr machen wird.


Alfred Biolek (in einem Bild aus dem Jahr 2009) ist durch Kultsendungen wie "Bio's Bahnhof", "Boulevard Bio" oder "alfredissimo!" bekannt (Bild: Franz Richter / wikipedia)

Der 84-jährige Talkmaster Alfred Biolek hat in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung erklärt, er fürchte sich nicht vor seinen Lebensende: "Ich habe keine Angst vor dem Tod. Wenn er kommt, dann kommt er. Und in meinem Alter darf der Tod auch zu mir kommen", so der 1934 in der damaligen Tschechoslowakei geborene Wahl-Kölner. Er wisse noch nicht, was nach dem Tod komme oder "ob überhaupt etwas danach kommt, obwohl ich gläubig bin".

In dem Interview erklärte er, dass er sein Alter spüre. So könne er nicht mehr selbstständig kochen. Auch mit dem Fernsehen habe er abgeschlossen: "Fernsehen kommt ja nicht mehr in Frage für mich. Ich gucke keine ganzen Sendungen mehr, ich schalte nur hin und her." Da er noch aktiv sein wolle, habe der Hobbykoch das Buch "Die Rezepte meines Lebens" aktualisiert. Es wird am Samstag im Tre Torri Verlag erscheinen (480 Seiten, 29,90 Euro).

Pläne mache er heute aber nicht mehr. "Ich würde heute keine Verträge unterschreiben für das nächste Jahr. In meinem Alter fährt man auf Sicht. Ich akzeptiere, dass meine Kräfte nachlassen", so Biolek.

- Werbung - Video (60s): KLM – Wir sind eine Airline

Das neue Buch von Alfred Biolek erscheint am Samstag (Bild: Tre Torri Verlag)

Biolek ist bereits seit den Sechzigerjahren im deutschen TV zu sehen, in Sendungen wie "Bio's Bahnhof" oder "Boulevard Bio". Seine Leidenschaft fürs Kochen zelebrierte er – lange vor TV-Köchen wie Tim Mälzer oder Steffen Henssler – in der WDR-Sendung "alfredissimo!", die zwischen 1994 und 2007 zu sehen war.

Seine Homosexualität wurde erst in den Neunzigerjahren bekannt: 1991 erklärte Schwulenaktivist Rosa von Praunheim in der RTL-Krawallshow "Der heiße Stuhl": "Hape Kerkeling ist stockschwul, Alfred Biolek auch". Biolek wollte die Äußerungen zunächst nicht kommentieren. Erst viel später erklärte er in einem Interview: "Das Outing war, als hätte ich einen Schlag bekommen. Der Schlag tat weh".

Gleichzeitig war er Praunheim aber auch dankbar. Es habe sich "eine Verspannung gelöst", so Biolek. Seine Homosexualität habe er aber nie versteckt, sondern lediglich nicht öffentlich gelebt. So erklärte er, dass er die Presse nie auf eine falsche Fährte locken wollte, indem er etwa mit einer Alibi-Frau auf einen Ball gegangen wäre. (cw)



Biolek: Outing war "schmerzhafter Schlag"

In der ARD-Porträtreihe "Höchstpersönlich" zieht Alfred Biolek seine Lebensbilanz: "Wenn der Tod morgen käme, wäre es auch nicht so schlecht."
#1 LotiAnonym
  • 07.09.2018, 13:35h
  • Wenn Herr Biolek so unverfänglich über den Tod referiert, wünsche ich ihm den bestaussehensten Gefatter Tod, jung, knackig und ergeben. So wie ich ihn mir auch vorstelle. Herr Biolek, mögen Sie uns noch lange erhalten bleiben.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 AuntieBioticEhemaliges Profil
  • 07.09.2018, 14:05h
  • Intelligent, charmant, einfühlsam.
    Eine herausragende Persönlichkeit.

    Danke, Bio, für viele, viele angenehme TV-Stunden.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 JoeBAnonym
#4 Homonklin44Profil
  • 07.09.2018, 17:31hTauroa Point
  • Auch wenn ich ihn eher am Rande wahrnahm - seis dem Desinteresse am Fernsehen geschuldet - blieb er als liebenswerter Mensch in Mutti's Wahlprogrammen aus Besuchszeiten vertraut.
    So kann man ihm auch Kräfte zuwünschen, damit das noch eine Weile hält, bevor Freund Hein mit der letzten Pulle hoffentlich vorzüglichem Wein vorbei kommt.
    Er hat eine Menge Menschen begeistert und unterhalten, und sicher so Einige zur Wertschätzung von gutem Speisen angeregt.

    Das mit dem Fremd-Outing fand ich auch nicht richtig, auch wenn ich Rosa Von Praunheim ansonsten schätze. Es kann einem nicht alles an jedem Menschen zusagen. Es wäre auch erstaunlich, und man müsste sich fragen, ob man nur wenige Facetten überhaupt betrachtet.

    Zum weiteren Verweilen herzlich eingeladen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 stephan
  • 07.09.2018, 18:07h
  • Auch wenn Herr Dr. Biolek von seiner eigentlichen Ausbildung Jurist ist, habe ich ihn immer für einen anständigen und klugen - vielleicht manchmal sogar weisen - Menschen gehalten. Dazu passt sehr gut, dass er sich über den Tod keine Sorgen macht und einfach in jeder Beziehung realistisch ist, was Geist, Körper und Seele angeht! Nichts genaues weiß man nicht! ...

    Und ich finde sehr, sehr sympathisch, dass er durchaus gesehen hat, wie entkrampfend und heilsam ein Outing sein kann, auch wenn es leider nicht freiwillig war! Dies schon allein ist eine Leistung, denn viele Menschen hätten im Groll auf Rosa verharrt! Wie schön, dass Alfred Biolek es so erleben durfte und heute ganz entspannt sein kann und darf!

    Ich wünsche Alfred Biolek von ganzem Herzen weiterhin gute Tage, wenig Schmerzen und Klagen über die Alterwehwehchen und noch viele Momente, in dem er trotz des hohen Alters glücklich sein darf!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 NoahAnonym
  • 07.09.2018, 19:04h
  • Alfred Biolek ist noch einer der letzten Vertreter eines Fernsehens, wo auch Unterhaltung und Niveau sich nicht ausschlossen. Er hatte immer Stil und Niveau und stand für Qualität.

    Auch wenn er langsam das Alter spürt, wünsche ich ihm und allen anderen Senioren noch viele schöne Stunden.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Ralph
  • 08.09.2018, 12:01h
  • Dass Zwangsouting gar nicht die immer befürchteten negativen Konsequenzen hat, zeigen Beispiele wie Alfred Biolek, Hape Kerkeling und Patrick Lindner. Peinlich war es immer nur bei Leuten wie Guido Westerwelle oder Rudolph Moshammer, von denen "es" alle wussten und die trotzdem ernsthaft glaubten, ihre lächerlichen Versteckspielchen werden in der Öffentlichkeit geglaubt. Dass Westerwelle als Politiker immer jedermanns Witzfigur war, dürfte nicht zuletzt daran gelegen haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 marcocharlottenburgAnonym
  • 08.09.2018, 18:02h
  • Antwort auf #5 von stephan
  • Da hat aber jemand Vorurteile gegen einen Berufsstand und Verallgemeinerungen sind eh ganz toll. Darf ich fragen, was du beruflich machst, nur damit auch ich mein Weltbild geraderücken kann ;-).
  • Antworten » | Direktlink »