Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31908

Polizeibericht

Berlin: Mann an Haltestelle homophob beschimpft und geschlagen

Zu der Hasskriminalität kam es am frühen Samstagabend an einer Tram-Haltestelle in Mitte – fast zeitgleich fand ein "Tuntenspaziergang" gegen Gewalt statt.


Die Berliner Polizei macht mögliche homo- und transphobe Hintergründe von Taten gezielt öffentlich (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

In Berlin ist es am Samstag nach Angaben der Polizei zu einem "Fall von Hasskriminalität" gegen einen Mann gekommen. Wie der Polizeibericht vom Sonntag vermerkt, habe gegen 18.50 Uhr ein 35-Jähriger die Polizei zur Tramhaltestelle in der Karl-Liebknecht-Straße alarmiert, nachdem er von einem Mann homophob beschimpft worden sein soll.

Der Beschimpfte habe dann den Mann angesprochen und nach seinen Personalien gefragt. Daraufhin soll ihm der Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Nach den bisherigen Ermittlungen stieg der Tatverdächtige dann in eine Straßenbahn der Linie M4, der Angegriffene folgte ihm. An der Haltestelle in der Straße Am Friedrichshain verließen die beiden Männer die Tram. Dort trafen die hinzugerufenen Polizisten den 35-Jährigen und den Tatverdächtigen an und nahmen die Personalien auf.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der 52-jährige Tatverdächtige, der angab, sich von dem 35-Jährigen bedrängt gefühlt zu haben, entlassen. Die weiteren Ermittlungen hat, wie bei vermuteten Hassverbrechen üblich, der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernommen. Der Angegriffene hatte leichte Gesichtsverletzungen erlitten und verzichtete auf eine ärztliche Behandlung.

- Werbung - Video (60s): KLM – Wir sind eine Airline

Mehr LGBTI-feindliche Gewalttaten gemeldet

Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Laut einer vorläufigen Statistik der Berliner Polizei kam es im letzten Jahr in der ganzen Stadt zu insgesamt 164 angezeigten Taten im Bereich "sexuelle Orientierung"; die Statistik umfasst unter anderem auch Beleidigungen und Propagandadelikte. Im Vorjahr waren es ebenfalls 164 Vorfälle, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46). Untersuchungen der Fälle zeigten sehr unterschiedliche Motive. Das Anti-Gewalt-Projekt Maneo meldete für 2017 insgesamt 324 Fälle mit homo- oder transphobem Hintergrund, ein Anstieg von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr (queer.de berichtete).

Die Tatorte lagen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Schöneberg und Neukölln. In Mitte hatte am Samstagabend ein "Tuntenspaziergang" vom Bahnhof Friedrichstraße zum Bode-Museum stattgefunden, um wie bei einer ersten Tour im Mai durch Neukölln ein Zeichen für Sichtbarkeit und Akzeptanz sowie gegen Gewalt zu setzen.



#1 NoahAnonym
  • 09.09.2018, 11:30h
  • Jeder weitere Vorfall dieser Art macht die Untätigkeit unserer schwarz-roten Bundesregierung unerträglicher...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Patroklos
#3 AuntieBioticEhemaliges Profil
  • 09.09.2018, 12:46h
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht.

    Deshalb hören wir so viel aus Berlin.
    Wann verstehst DU das endlich?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 SoSoAnonym
#5 TimonAnonym
  • 09.09.2018, 12:58h
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • Für die verfehlte Sozialpolitik, Integrationspolitik, fehlende rechtliche Gleichstellung, schärfere Gesetze gegen Hassverbrechen, etc. ist der Bund zuständig, also Union und SPD.

    Das sieht man auch daran, dass es in anderen Bundesländern auch nicht besser ist. Nur dass Berlin dankenswerterweise als einziges Bundesland LGBTI-feindliche Verbrechen separat ausweist. Versuche von Grünen und Linkspartei, das deutschlandweit zu machen, scheitern immer wieder an der Bundesregierung, also auch wieder an Union und SPD.

    Wann kapierst DU das endlich?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Gerlinde24Profil
  • 09.09.2018, 14:43hBerlin
  • Typisch diese tumben Täter. Zuerst zuschlagen (verbal oder körperlich), und sich dann damit zu rechtfertigen zu versuchen, man habe sich von der anderen Person "bedrängt" gefühlt! Dazu ein eigenes Erlebnis:

    Meine geschlechtsangleichende OP war schon lange Geschichte. Ich saß im Wartehäuschen einer Bushaltestelle in Charlottenburg, als ein Mann sich neben mich setze. Er sprach russisch in sein Handy. Dann sah er mich, sagte etwas auf Russisch zu mir, was ich nicht verstand. Höflich bat ich ihm, es mir auf Deutsch zu sagen. Seine Reaktion, er sagte "Schwuchtelsau" zu mir (das einzige Wort, was ich in seiner Schimpf-Kanonade verstehen konnte), und schlug mir ins Gesicht.
    Ich hab den Typ nicht angezeigt, weil er danach verschwunden war. Anscheinend fühlte er sich von mir auch "bedrängt"!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Gerlinde24Profil
#9 TheDadProfil
  • 09.09.2018, 14:49hHannover
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • Homo-und Trans*-feindliche Übergriffe sind als gesamtgesellschaftliche Verwerfung KEIN singuläres "Berliner Problem", und schon allein deshalb Aufgabe der Bundesregierung !

    Was Dich dann ob Deiner Ignoranz zum Teil dieses Problems macht !
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Patroklos