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Kommentare zu:
"Homophobie steckt in unseren Knochen"


#1 GulliverAnonym
#3 TimonAnonym
  • 09.09.2018, 13:58h
  • "So hat er es zumindest suggeriert, aber auch Sahra Wagenknecht hat sich ähnlich geäußert."

    Da muss ich zustimmen. Leider ist es gerade in SPD und Linkspartei besonders verbreitet, Rechte der Arbeiter und Gewerkschaften an erster Stelle zu sehen (die entsprechenden Funktionäre, die selbst davon profitieren sind in diesen Parteien ja auch besonders stark) während Grundrechte als nachrangiges Luxusproblem gesehen werden, das zugunsten des ersteren verhandelbar ist.

    Das erkennt man ja ganz deutlich an der aktuellen Politik der SPD:
    Die geben immer wieder LGBTI-Versprechen auf, um Arbeiterrechte vermeintlich zu stärken. Das sowas wie der Mindestlohn eine Mogelpackung ist, ist egal. Hauptsache man hat auf dem Papier einen Erfolg.

    Und im Zweifel wird die SPD sowas immer über LGBTI-Rechte oder andere Grundrechte stellen.

    Und die Linke ist auch nicht besser:
    Die reden z.B. gerne von Klimaschutz. Aber beim Thema Kohleausstieg sind z B. seine Wähler wichtiger als das Klima.

    SPD und Linke wissen, wer ihre Stammwähler sind. Und die stellen sie über LGBTI, über Grundrechte und über das Klima.
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#4 michael008
  • 09.09.2018, 14:17h
  • Antwort auf #3 von Timon
  • Dafür haben die immer bürgerlicher werdenden Grünen mittlerweile deutliche Scheuklappen für soziale Probleme entwickelt.
    Von gewissen homophoben Bürgermeistern wollen wir auch lieber nicht sprechen.
    Da bleibt nicht mehr so viel zum wählen....
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#5 TimonAnonym
  • 09.09.2018, 14:30h
  • Antwort auf #4 von michael008
  • Da hast Du leider recht.

    Ich bin schon so weit, dass ich aus Protest die Partei Mensch übernehmen
    Umwelt Tierschutz wähle. Die werden sicher nicht ins Parlament kommen, aber das ist ein Zeichen.

    Sowas ärgert die anderen Parteien viel mehr als wenn man nicht wählen geht, weil es konkrete Folgen für die Partei-Finanzierung hat.
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#6 ursus
#7 ursus
  • 09.09.2018, 16:03h
  • Antwort auf #1 von Gulliver
  • "Wann und wo hat Dieter Nuhr Schwulenwitze gerissen?"

    hier gibt's einen lesenswerten artikel, in dem johannes kram einen nuhr-auftritt fachgerecht filetiert:

    www.nollendorfblog.de/?p=3576

    "In den wenigen Minuten, in denen er so tut, als ob er die Russen wegen ihrer Homophobie auslachen würde, um die Homos auszulachen, hat er sieben Gags gerissen, die darauf beruhen, dass schwuler Sex lustig ist, fünf über Analverkehr, drei Lacher hat er sich über die Lächerlichkeit von Tunten abgeholt, und einen darüber, dass auch Bisexuelle dauernd Sex haben."
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#8 jochenProfil
  • 10.09.2018, 13:35hmünchen
  • Zu den vielen richtigen Punkten die in dem Beitrag angesprochen werden, scheint mir ein wichtiger zu fehlen. AUFKLÄRUNG!

    Denn offenbar muss Aufklärung immer wieder, nach einer gewissen Zeit (neue Generation), von Neuem beginnen.

    Ich habe oft den Eindruck, dass bei vielen Heteros (auch den liberalen) , die oft unausgesprochene Angst besteht , Menschen könnten homosexuell GEMACHT werden, wenn man zu liberal gegenüber der Homosexualität ist. Weiter käme es zu einer Schrumpfung der Bevölkerung , wenn dann immer mehr Menschen Homos werden. ...usw..

    Die Tatsache , dass Bevölkerungsentwiicklung unabhängig von Homosexualität ist ,muss wieder häufiger gesagt werden.
    Ebenso die Tatsache, dass es Homosexualtiät auch in der Natur (bei Tieren) gibt.
    Dass keine Ziivilisation, Kultur, Gesellschaften, Tierarten, jemals ausgestorben sind auf Grund von Homosexualtiät.

    MIr scheint dieser Irrglauben ist wieder viel zu oft bei Menschen vorhanden. Aber Realität und Fakten sollten wieder die Oberhand bekommen:
    Eben mehr Aufklärung.
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#9 EthanAnonym
  • 10.09.2018, 14:13h
  • Antwort auf #5 von Timon
  • Ein weiteres Argument für mehr direkte Demokratie.

    Denn bei Parteien geht es früher oder später immer um Parteiinteeeesen, Wahltaktik, Parteidisziplin und Macht.

    Es gibt auch keinen Grund, weshalb ein kleiner Teil Menschen mehr Macht als alle anderen hat. Auch nicht, wenn sie gewählt wurden, zumal sie oft genug nicht das tun, was sie versprochen haben, weshalb sie also gewählt wurden.
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#10 EthanAnonym
  • 10.09.2018, 14:31h
  • Antwort auf #6 von ursus
  • Diese Zweifel habe ich auch.

    Die letzten Mitglieder mit Anstand und Gewissen haben die SPD doch spätestens verlassen, als die SPD-geführte Bundesregierung unter ihrem Kanzler Gerhard Schröder z.B :

    - Hartz IV und Riester-Rente eingeführt hat, um die Vermögenssteuer abzuschaffen und den Spitzensteuersatz um 9 Prozentpunkte zu senken

    - den Immobilienmarkt für Heuschrecken-Investoren geöffnet hat, was zu den explodierenden Mieten geführt hat

    - einen funktionierenden Arbeitsmarkt mit Leiharbeit, Zeitarbeit, Aufstockern, Praktikanten, Schein-Selbständigen, etc. kaputt gemacht hat

    - etc etc etc

    Nein, wer ein Gewissen hat, ist längst nicht mehr in der SPD...
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#11 berliner_bärchenAnonym
  • 10.09.2018, 14:32h
  • Wie recht doch Johannes Kram mit seiner Analyse hat, dass Homophobie sozusagen zur DNA der Gesellschaft gehört.
    Gerade habe ich im der, von mir eigentlich geschätzten Wochenzeitung "Der Freitag" einen lesenswerten Essay über die Verrohung am Beispiel Chemnitz gelesen (
    www.freitag.de/autoren/mladen-gladic/der-wut-eine-luft).
    Als ich die Kommentare gelesen habe, hat es mir allerdings den Magen umgedreht. Ich zitiere aus dem Kommentar:

    "...Und unter dem nicht nur - aber besonders - in Berlin ausgeprägten "schwul rulez!"-Paradigma (hier bis in die Plattformauswahl) gerinnen die zwangsläufigen bis nötigen Affekte/verkümmert die wichtige Affektivität/ zum gezierten Getänzel der Affektiertheiten bis zur manchmal stillen, aber deshalb nicht unwirksamen Bösartigkeit ...".

    Hier wird der Eindruck erweckt, dass die Schwulenlobby am Erstarken der Rechten schuld ist, da sie außer zu schwulem Getänzel und sich selbst zu feiern zu nichts fähig ist. Eine homophobe Unverschämtheit. Ich wäre euch dankbar, wenn ihr den Kommentar kommentieren könntet oder dem Freitag mal klar macht, was für eine homophobe Scheiße dort in den Kommentaren veröffentlicht wird. Danke.
  • Antworten » | Direktlink »
#12 EthanAnonym
#13 jochenProfil
  • 10.09.2018, 15:55hmünchen
  • Antwort auf #12 von Ethan
  • Das käme aber dann einer Zensur der Zeitung gegenüber Lesermeinungen nahe.

    Jedoch neben der, meiner Meinung zu verstärkenden öffentliche Aufklärung über Homosexualität , muss man manchmal auch einfach hinnehmen , dass es eben Menschen gibt die schlichtweg keine Homosexuellen mögen, oder Finanzbeamte nicht mögen, Bayern, Schnauzbarträger, ...usw..

    ...und manchmal denkt man es ist Homophobie, aber ist schlichtweg Antipathie... soll auch vorkommen...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #12 springen »
#14 FabriceAnonym
  • 10.09.2018, 16:57h
  • Antwort auf #13 von jochen
  • Hetze ist keine Meinung.

    Es ist ganz normal, dass echte Qualitätsmedien nicht jeden extremistischen Scheiss verbreitet. Diese Spinner können das ja gerne anderswo verbreiten, aber Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass jedes Medium alles publizieren muss.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #13 springen »
#15 LarsAnonym
  • 10.09.2018, 17:08h
  • "Wenn wir uns selbst nicht als gleichwertig fühlen können: Wie sollen es dann die anderen tun?"

    Ein Schlüsselsatz, dem der Autor ansonsten aber zu wenig nachgeht, wie ich finde.

    Ich weiß auch nicht, ob es vorrangig um das "Gefühl" von Gleichwertigkeit gehen sollte. Geht es nicht eher um das Bewusstsein, gleichwertig zu "sein", gerade auch in Situationen, wo einem andere das (noch) absprechen?
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#16 berliner_bärchenAnonym
  • 10.09.2018, 17:25h
  • ...tja, ich hätte wohl auf Ethan hören sollen. Statt dessen habe ich mich auf eine Diskussion mit dem - und ich bleibe dabei - homophoben Sack eingelassen. Es wurde immer schlimmer.

    Hier eine kleine Leseprobe: "...Und "homophob" bin ich sicher nicht, sonst hätte ich als Hetero nicht unter Schwulen gelebt (-> "Eastend" in Münster ...) ...scheißegal was aus den sozialen Fragen wird, deren Bewegung(en) zunächst die Gleichstellung, - von der die heutige Über-Stellung erst ihren Ausgang nehmen konnte...
    Weil ich seit Jahr und Tag mit Schwulen rede, lebe, arbeite usw. kann ich sagen, dass es nur wenige Gruppen gibt, die noch machthöriger, anpassungsbereiter, affektiv gehemmter, konservativer bis rechter und an Sozialfragen i. e. S. desinteressierter sind als diese,"

    Und das geht so weiter. Falls ihr euch das in Gänze antun wollt, noch mal ein Link zum Artikel (
    www.freitag.de/autoren/mladen-gladic/der-wut-eine-luft#comme
    nts

    ) - der erste hat nicht funktioniert - die Kommentare sind ganz am Seitenende zu lesen, also runterscrollen. Das geht, glaube ich, über eine persönliche Aversion gegen das von mir Geschriebene hinaus; der Kommentar strotzt von üblen Vorurteilen.
  • Antworten » | Direktlink »
#17 Homonklin44Profil
  • 10.09.2018, 18:15hTauroa Point
  • ""Wenn wir uns selbst nicht als gleichwertig fühlen können: Wie sollen es dann die anderen tun?""

    Leider kann man das in unserer Gesellschaft an vielen Orten immer noch umgedreht sehen : *Wenn uns andere nicht als gleichwertig akzeptieren können, wie sollten wir es dann spüren?"

    Oder Bestätigung dafür erhalten, Rückversicherung darum? Mit der Erweiterung des GG um den Passus "sexuelle Identität/Orientierung", wegen denen niemand diskriminiert werden dürfe, hätten wir zum Beispiel eine solche Basis, auf die wir uns berufen können.

    Das Problem mit dem generellen Homophobieverdacht könnte allerdings zum Bumerang werden. Es staucht auch noch das Leid, das Homophobie verursacht, wo sie brachial und vehement auftritt, wenn man sie allen und jedem ankreidet, selbst in den nur gewähntesten Zusammenhängen und umständlichen Herandeutungen. Es wird wohl nicht gelingen, jemals die Sprache von sämtlichen Begriffen zu "reinigen", die möglicherweise irgendwie AUCH homophob verstanden und gelesen werden können. Denn ab einem gewissen Agitationsfaktor können das alle Begriffe und Zusammenhänge sein. Soll über Schwule nie wieder gelacht werden dürfen, oder sollen nur nicht Schwule nie mehr dumme Witze machen?
    Darf man umgekehrt als Schwuler keine Witze über mutmaßliche Heteros machen? Also Bully Herbig als Eitatei wie verkappte Schrankschwester bezeichnen oder diesen rotlippig blassen Nachrichten-Menschen, dessen Namen man, selbst seit Lord Voldemort aus Hogwarts verschwand, hier nicht mehr aussprechen darf ?

    Dieser andere Bräse-Knilch, Nuhr, hat sich ja bloß die dämlichsten aller blöden Klischees zusammen gekratzt und darüber publikumseierkitzelnd abgelästert. Ob das jetzt unter TV-Durchschnitts-IQ gängig ist, oder auf den Verfall dieses Mediums hinweist, oder auf die allmähliche Deutungsdemenz des medialen Begriffs von "intelligent", darüber lässt sich streiten.
    Macel Reich-Ranici hatte bereits mal da drauf hingewiesen, inzwischen hat sich da ja nur einiges um Sphärentiefen verschlechtert. Wahrscheinlich war es eher Ausnützen eines Abhängigkeitsverhältnisses, also Nuhr ist abghängig vom Sender, der Quote und seiner Lohnauszahlung, und solange das läuft, wird in solchen Sendungen doch jeder durch den Kakao gezogen. Weil die was andweres gar nicht mehr können. Satire, das war mal, der bessere Dieter ist leider im Lebensabend angekommen, und dem gönnt man die Ruhe gern.
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#18 antosProfil
  • 10.09.2018, 19:39hBonn
  • Antwort auf #16 von berliner_bärchen
  • Ärgere dich nicht zu sehr, das ist offensichtlich nur einer der vielen Nerds, die sich selbst gern online veröffentlicht lesen. Denen gehts meist am End nur um Selbstgenuss und nie wirklich um ein Thema; die affektierte und nicht auf Verständigung angelegte Schreibweise zeigt das schon an. Durchatmen - abhaken.
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#19 berliner_bärchenAnonym
#20 TheDadProfil
  • 10.09.2018, 22:01hHannover
  • Antwort auf #15 von Lars
  • ""Geht es nicht eher um das Bewusstsein, gleichwertig zu "sein", gerade auch in Situationen, wo einem andere das (noch) absprechen?""..

    Könnte man diese Bewußtsein denn auch wirklich entwickeln wenn man sich freiwillig unter die Knute einer "Religion" begibt, die einen Zeitlebens als minderwertig in die hinteren Kirchenbänke verbannt ?

    Oder wenn einen die eigene Familie bedroht ?

    Oder einem die Mitschüler aufgeregt erzählen wieder einmal irgendwo aufgeschnappt zu haben,
    "dieser Ronaldo ist ja schwul, igittigitt" ?
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#21 TheDadProfil
#22 TheDadProfil
  • 10.09.2018, 22:38hHannover
  • Antwort auf #9 von Ethan
  • Direkte Demokratie ersetzt kein Parlament !

    ""Es gibt auch keinen Grund, weshalb ein kleiner Teil Menschen mehr Macht als alle anderen hat.""..

    Weil man sie dazu wählt die eigenen Interessen zu vertreten..

    Wer das nicht will, dem steht es übrigens auch frei den Arsch selbst aus dem Sessel zu wuppen..
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#23 Ith__Ehemaliges Profil
  • 11.09.2018, 15:22h
  • Hm, naja. Zumindest kann man ja an vielen Stellen "homo" einfach durch "trans*" ersetzen und hat aufwandslos einen Text, der größtenteils immer noch funktioniert und wenigstens ebenso zutrifft.

    Dass ich das selbst gedanklich vornehmen muss, weil ansonsten die Frage verbleibt, ob ich mich als schwuler Transmann angesprochen fühlen soll, würde mich wohl weniger stören, wenn nicht gegenüber der Heteronormativität der Anspruch gestellt würde, sich mal aus eigenem Antrieb mehr um Solidarität und Inklusion zu bemühen.
    Als Trans*-Person verbleibt wie so oft die Frage: Warum sollte man (solidarisch und inklusiv bezgülich einer Gruppe sein), wenn aus einer intersektionellen Perspektive allzu deutlich ist, dass die betroffene Gruppe selbst diese Qualitäten vermissen lässt?

    Ja, klar, schwule Cis-Männer können nichts dafür, dass irgendwer auf die seltsame Idee gekommen ist, die Lesben, Bisexuellen und das Trans*-Thema mit in die Gender-/queer-/LGBTI-Suppe zu werfen. Nur, wenn ich Solidaritätsforderungen von jemandem lese, dessen Maximum an Solidarität mit mir darin besteht, das Thema lieber komplett und bewundernswert säuberlich auszuklammern, weil es einfach zu viel verlangt wäre, sich da hereinzuarbeiten, wenn man doch selbst nicht betroffen ist, das ist immer so ... ich weiß nicht - unpassend? Unehrlich? Inkonsequent?
    Wenn ich das richtig nachverfolgt habe, wurde nach der Gegendarstellung, in der zurecht bemängelt wurde, dass trans* zur Skandalisierung missbraucht wurde, nicht der Schluss gezogen, sich mit dem Thema soweit zu befassen, dass Betroffene sich künftig ernstgemeint und mitgedacht fühlen können. Zugute halten muss man, dass die Skandalisierung danach nicht mehr vorgekommen ist, soll heißen, Reflektion über die Beschwerde hat offenbar stattgefunden. Aber zu welchem Preis: Zumindest seither, wenn nicht auch vorher schon, erscheint als toter Fleck in diesem Blog. So ein Voldemort-Thema, das einfach nicht existiert.

    Bei dem konsequenten Desinteresse verbleibt halt die Frage, ob trans* soweit anerkannt würde, dass ich mich überhaupt mitgemeint fühlen darf, oder ob Damit-Befassen nicht das Eingeständnis enthielte, dass man mich in die Kategorie "Frau" verweisen würde, von wo aus ich zwar bitte solidarisch sein soll, als somit heteronormative Person, oder ob ich mich als Transmann mitgemeint fühlen soll, aber schon einsehen muss, dass ein Mitgedacht-Werden oder aktives Damit-Befassen nunmal einfach zu viel verlangt wäre, und ich doch bitte dankbar sein möge, zumindest nicht als Kristallisierungspunkt für Eskalation und Aufmerksamkeit herangezogen zu werden.

    Wenn die Sichtweise auf so etwas herauslaufen würde wie "selbstverständlich wäre das einfach zu viel verlangt, man kann sich nicht für jeden Minderheiten-Kram interessieren", müsste man sich jedenfalls die Frage gefallen lassen, wieso heteronormativ ausgerichtete Medien das denn dann bitte mit der Homosexualität anders halten sollen. Denn die Sinnhaftigkeit des Grundprinzips scheint man ja erstaunlich gut internalisiert zu haben.
    Wenn heteronormative Medien Homosexualität nicht thematisieren oder diskutieren, vielleicht sollte man dann als Homosexueller auch einfach dankbar sein, nicht als Skandal-Erzeuger dienen zu müssen. So leicht lässt sich die Perspektive umkehren. Auf einmal ist das nämlich dann keine Marginalisierung mehr, sondern dient einfach nur dem Schutz der Betroffenen, was diese bitte anerkennen mögen. Dass es zufällig die Sache für eine nicht-betroffenene Redaktion erleichtert, ist ein glücklicher Nebeneffekt, aber angegriffen soll sich davon bitte dann auch niemand fühlen.

    Es bleibt ein fader Beigeschmack dabei, wenn Solidarität gefordert wird, die in allererster Linie auf das "Nehmen" abzielt. Manche Menschen haben schon gefunden, dass es zuweilen helfen könnte, diesbezüglich mit gutem Beispiel voranzugehen.
    Man will ja immer gern glauben, dass die geforderte Solidarität natürlich beinhaltet, dass man zum Geben wenigstens so bereit sei, wie man gern nehmen möchte. Aber wie das so ist. Als marginalisierte Minderheit sind Selbstverständlichkeiten nunmal beileibe keine Selbstverständlichkeit. Umso wichtiger wäre hin und wieder ein Hauch von Evidenz.
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#24 LarsAnonym
  • 11.09.2018, 22:38h
  • Antwort auf #23 von Ith_
  • Danke für den Kommentar. Ich finde es immer problematisch,wenn man sich nur über die eigene Diskriminierung von außen definiert. Als ob man niemals in der anderen Position wäre (als Cis-Mann, als Weißer als Europäer etc.). Gleichwertig bedeutet für mich auch: Auch ich kann mich irren, auch ich kann - mehr oder minder bewusst- Leute diskriminieren und muss dafür zur Verantwortung gezogen werden können. Gleichwertigkeit heißt nicht: Ein besserer oder unfehlbarer Mensch sein zu müssen.
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