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Interview

"Wir leben doch nicht mehr in der Steinzeit"

Jürgen Pendl und Jürgen Kiehtreiber wurden bei Pink Lake in Pörtschach zum "Pink Wedding Pärchen" gekürt. Sie verstehen sich als Botschafter für die Ehe für alle in Österreich.


Das Wiener Paar Jürgen Pendl und Jürgen Kiehtreiber wirbt für gleiche Rechte in Österreich – und für die Schönheit des Wörthersees (Bild: Pink Wedding by Petra Nestelberger)

Ihr wurdet Ende August beim LGBTI-Festival Pink Lake in Pörtschach zum ersten "Pink Wedding Pärchen" gewählt. Was hat es mit diesem Wettbewerb auf sich?

Jürgen Pendl: Die Grundidee entstand u.a. durch die Agentur Glückwärts Wedding & Events in Kooperation mit Wörthersee Tourismus. Unter dem Motto "Pink Wedding – Verliebt, verlobt, verheiratet – Der Alles-ist-möglich-See" wurde zum ersten Mal das "Pink Wedding Pärchen" gesucht, sowohl ein schwules als auch lesbisches Paar.

Jürgen Kiehtreiber: Der Wettbewerb greift zum einen die politische Situation in Österreich nach dem Urteil des Verfassungsgerichtshofs auf, der ja die Öffnung der Ehe im kommenden Jahr anordnete. Zum anderen haben sich in den letzten elf Jahren viele Paare bei Pink Lake kennengelernt. Die Veranstalter wünschen sich natürlich, dass man dann auch am wunderschönen Wörthersee heiratet.

Warum habt Ihr teilgenommen?

Jürgen Pendl: Wir beide fanden die Aktion sehr lustig, und da wir für jeden Spaß zu haben sind, haben wir mitgemacht. Wir hatten nie gedacht, dass wir gewinnen würden, da wirklich viele tolle Paare mitgemacht haben – unser Endergebnis mit 60 Prozent der Stimmen hat uns wirklich überwältigt.

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Wie lange seid Ihr denn schon zusammen?

Jürgen Kiehtreiber: Wir beide sind jetzt seit vier Jahren zusammen.

Wie habt Ihr Euch kennengelernt?

Jürgen Pendl: Durch einen eigentlich nicht so tollen Umstand kam es zu unserer ersten Begegnung. Meinem Vater ging es gesundheitlich nicht gut. Daher bin ich mit ihm in eine Wiener Arztpraxis gefahren, um ihn durchchecken zu lassen. Und da war er plötzlich: der freundliche, süße und blonde Krankenpfleger Jürgen Kiehtreiber, der uns betreute. Ins Gespräch gekommen, Nummern ausgetauscht, anfänglich geschrieben, dann getroffen – so kam es zu unserem Kennenlernen.

Was sind die Aufgaben des "Pink Wedding Pärchens"?

Jürgen Kiehtreiber: Wir haben im Herbst ein großes Fotoshooting am Wörthersee und werden u.a. die Werbegesichter 2019 für Pink Lake und die Region rund um den Wörthersee. Ein Jahr lang werden wir zudem als Botschafter für die Ehe für alle auftreten. Viele Pressetermine warten schon auf uns, und ebenso werden wir auf vielen Prides persönlich vor Ort sein.

Wart Ihr das erste Mal bei Pink Lake?

Jürgen Pendl: Nein, das waren wir nicht – ich bin schon seit dem Start von Pink Lake vor elf Jahren immer mit dabei und habe die Anfänge und die grandiose Entwicklung miterleben und mitgestalten dürfen. Als Moderator durfte ich Pink Lake schon mehrfach moderieren. Jürgen war bislang nun dreimal bei Pink Lake, aber mit Sicherheit folgen viele weitere Besuche.

Direktlink | Entspannung und Spaß unter Gleichgesinnten: Szenen vom Pink Lake Beach 2018

Eure Eindrücke vom Festival?

Jürgen Pendl: Es ist toll zu sehen, wie sich diese Veranstaltung in den Jahren entwickelt hat und ein fixer Bestandteil der Community geworden ist. Uns gefällt am meisten die lockere, entspannte Atmosphäre. Die atemberaubende Kulisse des Wörthersees bietet dabei die ideale Kulisse fürs Urlaubsfeeling. Und nicht nur auf den grandiosen Partys an den Abenden lernt man immer neue, tolle Menschen kennen.

Die rechte österreichische Regierung streitet trotz des Urteils des Verfassungsgerichtshofs noch immer über die Ehe für alle…

Jürgen Kiehtreiber: Ich verstehe es persönlich nicht, warum unsere Regierung noch immer dagegen ist, dass homosexuelle Paare gleichgestellt werden. Warum sie immer noch prüfen will. Der Verfassungsgerichtshof hat sich diesbezüglich geäußert, und das sollte auch endlich umgesetzt werden.

Jürgen Pendl: Ich kann mich Jürgen da nur anschließen. Die Ehe für alle ist längst überfällig, wir leben ja nicht mehr in der Steinzeit. Die Zeiten haben sich geändert, viele Länder haben dies auch schon erkannt – nur in Österreich mahlen die Mühlen etwas langsamer. Daher machen wir uns als "Pink Wedding Pärchen" nicht nur für den Wörthersee, sondern auch für gleiche Rechte stark.



#1 FOX NewsAnonym
  • 12.09.2018, 20:17h
  • In der Steinzeit hat es sicher niemanden interessiert ob ein Jäger mit einem anderen Jäger zusammen war oder mit einer Sammlerin. Das kam alles erst viel später. Bei den Affen ist es auch egal, wenn 2 Männchen miteinander rum machen ... nur der Mensch hat damit Probleme. Man sollte sich mehr am Tierreich orientieren. Tiere benötigen keine Götter um glücklich zu sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 JürgenAnonym
  • 12.09.2018, 20:54h
  • Antwort auf #1 von FOX News
  • Ja du hast nicht so unrecht - der Mensch könnte generell vieles von der Tierwelt lernen!
    Aber das tun wir leider nicht - daher muss man auch kämpfen um Rechte um Gleichberechtigung etc...
    Das können wir nur gemeinsam !!
    Wir sind viele und wir haben genauso Rechte und es sollte egal sein ob Homosexuell- Heterosexuell- Transgender
    Wir sind alle eines Menschen!!

    Jürgen
  • Antworten » | Direktlink »
#3 jochenProfil
  • 12.09.2018, 22:12hmünchen
  • "Sie verstehen sich als Botschafter für die Ehe für alle in Österreich."...

    Ich hoffe aber nicht in diesem Aufzug...
    das wirkt leider total lächerlich und ist meines Erachtens für Repräsentanten nicht geeignet.

    Hoffe es ist nur eine unglückliche Fotoauswahl.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 JürgenAnonym
  • 12.09.2018, 23:14h
  • Antwort auf #3 von jochen
  • Lieber Jochen

    Das war für das Casting und das sollte auf lustig schrill etc.. gemacht werden.
    Ein wenig Spaß soll ja auch dabei sein - das darfst du nicht so eng sehen.
    Und wenn es Aufsehen erregt dann hat es schon mal was gebracht.
    Wir wollen auch Aufmerksam machen und ev provozieren - so kommt man ins Gespräch - und jede Kritik ob positiv oder negativ ist prima - Hauptsache es wird darüber geredet und das Thena Ehe für alle in den Vordergrund gerückt !!!!

    Aber keine Angst - wir haben demnächst ein großes Fotoshooting in normalen eleganten Klanotten und dann wird es für dich nicht mehr lächerlich sein !!
    Queer de wird nach dem Shooting die Fotos veröffentlichen und zeigen wer die Personen dahinter sind !

    Lg

    Jürgen & Jürgen
  • Antworten » | Direktlink »
#5 MN-BAnonym
  • 13.09.2018, 10:12h
  • Antwort auf #3 von jochen
  • Wenn Schwule "zu schrill" sind um "repräsentieren" zu können, dann in wessen Augen? Für die Heteros, die Angst vor uns wilden, verrückten, lustvollen Homos haben?
    Mein erster Gedanke war der selbe wie deiner, Jochen. Aber das ist nichts als internalisierte Homophobie. Wenn zwei Menschen so aussehen wie auf dem Bild ist das kein Grund, ihnen Rechte nicht zu geben oder sie nicht ernst zu nehmen, jede*r kann tun und lassen was sie oder er möchte, wenn zwei sich gerne extravagant kleiden und sich darüber freuen, ist das doch wunderbar, sie tun niemandem etwas zu leide damit.
    Wir selbst sollten auch mal lernen, damit klar zu kommen - und es von der Hetero-Mehrheit einfordern!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Jürgen und JürgenAnonym
  • 13.09.2018, 14:06h
  • Antwort auf #5 von MN-B
  • Hallo

    Du sprichst uns aus der Seele !!
    Wir denken auch das sich jeder so geben sollte und geben kann wie er möchte !
    Und wenn sich jemand Schrill präsentieren möchte und auch so heiraten möchte warum nicht !!
    Das gilt aber auch für Heteros !!

    Wir können Euch aber allen versichern das wir natürlich in der Funktion als Wedding Botschafter und unseren Einsatz für die Ehe für alle nicht in diesen schrillen Klanotten umherlaufen !!!

    Auch unser nächstes Shooting wird mit schönen eleganten Klamotten stattfinden !!

    Das schrille sollte einfach lustig sein - Spaß machen und natürlich auch Aufmerksamkeit auf sich ziehen !!!!

    Lg

    Jürgen und Jürgeb
  • Antworten » | Direktlink »