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Auszeichnung des Völklinger Kreises

Siemens AG und Hannover erhalten Max-Spohr-Preis

Der Berufsverband für schwule Führungskräfte und Selbständige zeichnet in diesem Jahr das im Dax notierte Traditionsunternehmen Siemens und die niedersächsische Landeshauptstadt aus.


Die 1847 in Berlin gegründete Firma Siemens AG wird für ihr vorbildliches Diversity Management geehrt (Bild: surber / flickr)

Der deutsche Technologiekonzern Siemens AG und die Landeshauptstadt Hannover werden mit dem diesjährigen Max-Spohr-Preis für ihr Engagement für Diversity Management geehrt. Das gab der Völklinger Kreis e. V., der Berufsverband für schwule Führungskräfte und Selbständige, am Dienstag bekannt. Unter Diversity Management versteht man, die individuelle Verschiedenheit der Mitarbeiter einer Firma nicht nur zu tolerieren, sondern ihr eine positive Wertschätzung entgegenzubringen.

Die Preise werden am Dienstagabend unter der Schirmherrschaft von Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) im Berliner Palais Kulturbrauerei feierlich vergeben.

Mit dem Max-Spohr-Preis werden seit 2001 Arbeitgeber für herausragenden Einsatz für lesbische, schwule, bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Mitarbeiter ausgezeichnet. Seit 2010 erhalten alle zwei Jahre jeweils zwei Firmen oder öffentliche Arbeitgeber den Preis.

Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) erklärte, die Auszeichnung sei für seine Stadt eine große Ehre, vor allem sporne sie zu weiteren Fortschritten an: "Als zukunftsorientierte Metropole müssen Aspekte wie Vielfalt und Nachhaltigkeit selbstverständlicher Teil unserer wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Stadtentwicklung sein." Vor rund vier Jahren hatte queer.de dem OB den Homo-Orden verliehen, weil der Sozialdemokrat, anders als sein grüner Amtskollege in Stuttgart, mit Regenbogenfahnen ein Zeichen gegen eine homophobe Demonstration in seiner Stadt gesetzt hatte.

Siemens: Diversity hilft Unternehmen und Gesellschaft

Siemens-Vorstandsmitglied Janina Kugel zeigte sich erfreut, dass ihre Firma mit dem Preis geehrt werde: "Wir wollen ein Umfeld schaffen, in dem jeder Mensch er/sie selbst sein kann. Es sind unsere Kolleginnen und Kollegen, die das möglich machen: So ist der Max-Spohr-Preis eine Auszeichnung für alle unsere über 370.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Diversity und Inklusion jeden Tag weltweit und Kultur-übergreifend gestalten." Diversity stärke die Innovationskraft und den wirtschaftlichen Erfolg von Siemens, so Kugel. "Davon profitieren wir als Unternehmen – und viel wichtiger noch: unsere gesamte Gesellschaft profitiert davon."

Der Völklinger Kreis gab auch bekannt, dass mit dem Essener Industriekonzern thyssenkrupp AG und der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf zwei weitere Arbeitgeber die Jury beeindruckt und für eine knappe Entscheidung gesorgt hätten.

Außerdem werde der neu gestiftete, erstmals vergebene Sonderpreis der Jury an die saarländische Kommunalpolitikerin und Frauenrechtlerin Marlies Krämer (Die Linke) vergeben. Die 80-Jährige wurde in den letzten Monaten deutschlandweit bekannt, weil sie von ihrer Sparkasse nicht als "Kunde", sondern als "Kundin" angesprochen werden wollte. Obgleich sie vor dem Landgericht Saarbrücken und später vor den Bundesgerichtshof Niederlagen einstecken musste, lenkte sie Aufmerksamkeit auf Sexismus in der deutschen Sprache und brachte eine Diskussion in Gang. (dk)

Direktlink | Bericht über Marlies Krämer, die den ersten Sonderpreis des Völklinger Kreises erhält

Bisherige Preisträger des Max-Spohr-Preises

2001: Ford
2002: Deutsche Bank
2004: Deutsche Bahn (DB Mobility Service)
2006: VW Bank (VW Financial Services)
2008: SAP
2010: IBM Deutschland
2010: Commerzbank
2012: Deutsche Telekom
2012: Stadt München
2014: Daimler
2014: Stadt Dortmund
2016: Ernst & Young
2016: Berliner Verkehrsbetriebe
2018: Siemens
2018: Stadt Hannover