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Hilfe, die homophobe Oma kommt!

In der Webserie "Straight Family" vernascht Lara eine fremde Frau auf dem Zugklo, während Bruder Leo die Familienkneipe in eine Gay-Bar verwandelt. Dumm nur, dass sich ihre reaktionäre Großmutter Magda angesagt hat.


Lesbischer Quickie im ICE: Lara vergnügt sich auf der Fahrt zu ihrer Familie, die von ihrer Homosexualität noch nichts weiß (Bild: funk)
  • Von Peter Fuchs
    13. September 2018, 02:35h, noch kein Kommentar

Queere Webserien sind in den USA gang und gäbe. Die Auswahl ist groß, die Qualität oft niedrig. Doch es gibt Ausreißer nach oben. Zum Beispiel schaffte die schwule Dramedy "EastSiders" eine Emmy-Nominierung und die Ausstrahlung bei Netflix. Nun nehmen sich auch die alten Tanten ARD und ZDF dieses Genres an und zeigen auf funk, ihrem Onlineportal für junge Menschen, "Straight Family".

Es fängt gut an: Lara kehrt von einem Neuseeland-Aufenthalt heim und verzieht sich im ICE mit einer schönen Fremden auf die Bordtoilette. Anonym geht's zur Sache. Hat man mit Frauen auch noch nicht gesehen. Akzent gesetzt.

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Der schwule Bruder kocht psychedelische Drogen

Zuhause wissen sie noch nichts von Laras Homosexualität. Hat ihnen auch gerade noch gefehlt. Mutti trauert um den verstorbenen Vati und quält eine spanische Austauschschülerin mit ihrer Überfürsorglichkeit. Bruder Leo brennt illegal halluzinogenen Schnaps im Keller der Familienkneipe, übrigens mit seinem Lover Mehmet.


Die rassistische und homophobe Oma Magda will ihren Geburtstag ein letztes Mal gemütlich in ihrer alten Kneipe feiern (Bild: funk)

Zusammen haben sie die Kneipe auch zu einer queeren Bar umgemodelt, klassisch schön mit Michelangelos David und goldenen Penissen. Das alles bauen sie aber hektisch ab, weil die homophobe Oma zu Besuch kommt. Sie ist die Kneipenbesitzerin, und enterbt werden will keiner. Das kann nicht gut gehen, tut es auch nicht.

In fünf Folgen von maximal zehn Minuten entfaltet sich ein Kammerspiel, das über komödiantische und bizarre Wege den Begriff Familie dekonstruiert. Auch werden ernste Themen verhandelt: Coming-out, Homophobie, Rassismus, Drogen. Nach jeder Folge fragt eine Person aus dem durchwegs sympathischen Cast das Publikum direkt nach persönlichen Erfahrungen. "Hey Leute, schreibt das doch mal in die Kommentare." Das ist lieb gemeint, wirkt aber betulich.

Die Idee zur Webserie stammt aus dem Writer's Room der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Sieben Autor*innen und vier Regisseur*innen realisierten die Webserie in Teilstücken. So erklärt sich die Unwucht mancher Erzählstränge und das etwas abrupte Ende. Dadurch möchte man aber wissen, wie es mit dieser Familie weiter geht. Das ist doch schön.

Playlist-Direktlink | Youtube-Playlist mit den fünf Folgen von "Straight Family"

Infos zur Serie

Straight Family. Webserie. Deutschland 2018. Darsteller*innen: Ben Münchow, Luise Helm, Valentina Sauca, Us Conradi, Armin Wahedi, Adriana Jacome, Jörg Westphal