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Durchbruch

Freie Geschlechtswahl in Chile

Nach dem Senat stimmte am Mittwoch auch das chilenische Abgeordnetenhaus für ein Gesetz, nach dem Menschen ab 14 ihr rechtliches Geschlecht und ihren Namen unkompliziert auf dem Standesamt ändern können.


Demonstration mit Riesen-Ausweisen für das neue Gesetz: "Meine Identität, mein Recht"

  • 13. September 2018, 06:45h 51 2 Min.

In Chile hat der Kongress ein Gesetz zur geschlechtlichen Identität verabschiedet. Nach dem Senat stimmte am Mittwoch (Ortszeit) auch die große Mehrheit des Abgeordnetenhauses für die Neuregelung, wie die Zeitung "La Tercera" berichtete. Es gab 95 Ja- und 46 Nein-Stimmen.

Demnach können trans Menschen künftig ihren Geschlechtseintrag und ihren Namen auf dem Standesamt unkompliziert ändern. Das Gesetz gilt für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren. Sollte es keine Einwände vor dem Verfassungsgericht geben, wird das Gesetz in rund fünf Monaten in Kraft treten.

Innerhalb der Regierung von Präsident Sebastián Piñera ist die Neuregelung umstritten. Konservative Kräfte stimmten dagegen und kündigten Widerstand an. Menschenrechtsorganisationen und der LGBTI-Verband Movilh feierten die endgültige Verabschiedung des Entwurfes, der rund fünf Jahre im Parlament diskutiert worden war.

Verabschiedung gegen Widerstand der Kirche

Ein erster Gesetzentwurf zur Stärkung der Rechte von trans Menschen war noch in der Legislaturperiode von Ex-Präsidentin Michelle Bachelet eingebracht worden. Der Oscar für den Film "Eine fantastische Frau", in dem es um eine junge Transsexuelle geht, hatte dem Thema kurz vor der Amtseinführung von Piñera im März neuen Auftrieb gegeben. Im Mai hatte zudem das Oberste Gericht entschieden, dass Erwachsene ihren Namen und ihr rechtliches Geschlecht auf dem Standesamt auch ohne chirurgische Operationen ändern können.

Die katholische Kirche hatte sich vehement gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen. Ricardo Kardinal Ezzati, der Erzbischof von Santiago de Chile, verglich dabei trans Menschen sogar mit Haustieren: "Man muss die Dinge beim Namen nennen: Wenn ich einer Katze den Namen eines Hundes gebe, beginnt sie nicht, ein Hund zu sein", begründete der 76-Jährige seine Ablehnung im April in einem Interview (queer.de berichtete). (epd/cw)

-w-

#1 tychi
  • 13.09.2018, 09:55hIrgendwo im Nirgendwo
  • Würde die katholische Kirche mit gleichen Kräften und mit gleicher Motivation die Missbräuche in den eigenen Reihen bekämpfen, wie sie sich gegen LGBTI-Rechte stellt, dann wäre nicht nur die Welt ein besserer Ort, sondern so manchem Kind bliebe ein verpfuschtes Leben erspart.
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#2 ProtestAnonym
  • 13.09.2018, 12:02h
  • Antwort auf #1 von tychi
  • Die katholische Kirche ist aber nicht das Problem. Sie hat kein Stimm- und Mitspracherecht.

    Deswegen ist die Abstimmung auch ziemlich deutlich ausgegangen, unabhängig von der Gegenwehr der Kirche.

    Das Gesetz ist deutschland meilenweit voraus. Und dass in Deutschland sich nichts bewegt, liegt sicher an einigem - Regierung, Verbände, usw... aber mit Sicherheit am wenigsten an der Kirche!

    Auch in anderen erzkatholischen Ländern sind mittlerweile ähnliche Gesetzgebungen durch trotz massivster Gegenwehr der Kirche.

    Wenn ihr all die Energie, die ihr in die Kirche stecken würdet, in die Dinge stecken würdet, die WIRKLICH Relevanz besitzen, dann müsste sich Deutschland permanent von anderen überrunden lassen.

    Wirklich, wenn bei einem solche Artikel, das EINZIGE, was ihr dazu zu sagen habt, Gejammere über die Kirche ist, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Damit ist niemandem geholfen.

    ...

    Glückwunsch Chile!
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#3 TheDad
  • 13.09.2018, 12:14hHannover
  • Antwort auf #2 von Protest
  • ""Die katholische Kirche ist aber nicht das Problem. Sie hat kein Stimm- und Mitspracherecht.""..

    Natürlich ist sie das Problem !

    Denn sie beeinflußt die Haltungen der Menschen, die darüber abstimmen, und nimmt so Einfluß auf die gesellschaftliche Entwicklung..

    In Deiner Wahrnehmung hat sich diese "Kirche" längst zu einer irgendwie abstrakten Organisation gewandelt, die außerhalb dessen agiert, was Menschen in der Gesellschaft ausmachen..
    Doch das ist falsch..
    Denn "Kirche" ist auch immer das, was die Mitglieder daraus machen, und was sie sich von den Pfaffen und Kardinälen gefallen lassen..

    Und das ist in den meisten Ländern immer noch sehr viel, und genau deshalb bleibt "Kirche" dann auch das auslösende Fakt..
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