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Verdächtiger festgenommen

Hessen: Offenbar islamistischer Anschlag auf Schwulenbar verhindert

Ein Teenager soll sich religiös radikalisiert und aus Rache für eine Vergewaltigung einen Sprengstoffanschlag auf eine Frankfurter Schwulenkneipe geplant haben. Der 17-Jährige sitzt hinter Gittern.


Der 17-jährige Verdächtige aus dem Wetteraukreis wollte offenbar eine "schwere staatsgefährdenden Gewalttat" verüben (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

Das hessische Landeskriminalamt hat offenbar einen islamistisch motivierten Bombenanschlag im Rhein-Main-Gebiet verhindert, der nach Angaben der "Bild"-Zeitung eine Moschee oder eine Schwulenbar in Frankfurt zum Ziel hatte. Der 17-jährige Verdächtige, der sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzt und sich im Internet radikalisiert haben soll, legte bereits ein Geständnis ab. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Donnerstag mit. Die Behörde sprach von der Planung einer "schweren staatsgefährdenden Gewalttat".

Der Verdächtige sei demnach bereits am Nachmittag des 1. September in der eine knappe Autostunde von Frankfurt entfernten Kleinstadt Florstadt in der Nähe seines Elternhauses gefasst worden. Einen Tag später ordnete ein Haftrichter Untersuchungshaft an. Laut dem Hessischen Rundfunk (hr) sei der Jugendliche unauffällig und in der Gemeinde integriert gewesen. Es habe keine Anzeichen auf eine Radikalisierung gegeben.

Anschlagsziel offenbar aus Rache ausgewählt

Den Anschlag auf die Schwulenbar habe der als psychisch labil geltende 17-Jährige offenbar aus Rache geplant. Laut "Bild" sagte der Teenager den Ermittlern, er sei vor drei Wochen von mehreren Männern vergewaltigt worden – dafür machte er offenbar alle Homosexuellen verantwortlich.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, der Festgenommene habe bereits mit den Vorbereitungen zum Bombenbau begonnen. Er habe sich eine Anleitung besorgt und versucht, im Internet Chemikalien zu bestellen. Er habe den Sprengstoff Triacetontriperoxid herstellen wollen. Die Polizei fand geringe Mengen des hochexplosiven Stoffes bei einer Hausdurchsuchung. Diese Menge habe aber (noch) nicht ausgereicht, einen Sprengsatz zu bauen.

Laut hr haben die Ermittlungen mehrere Monate gedauert. Auf die Spur des Verdächtigen sollen die hessischen Behörden nach einem Hinweis des Bundesamts für Verfassungsschutz gekommen sein. Dass der Fall erst knapp zwei Wochen nach der Festnahme des mutmaßlichen Terroristen öffentlich gemacht wurde, begründete die Staatsanwaltschaft mit ermittlungstaktischen Gründen. (dk)



#1 Alexander_FAnonym
  • 13.09.2018, 17:45h
  • Ein Glück, dass dieser arg verwirrte junge Mann nun in professionellen Händen ist. Und ein weiterer Beweis dafür, dass Religion die Symptome von posttraumatischen Belastungsstörungen etc. nur schlimmer machen kann.
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#2 LenorgewissenAnonym
  • 13.09.2018, 18:24h
  • Wenn der von Nationalsozialisten begründete, seit jeher offen rechtsextreme Verfassungsschutz, beteiligt an zahllosen Terroranschlägen und Desinformationskampagnen, sowie neuerdings von einem afd-Fanboy geleitet, etwas verkündet, ist nur eines sicher:
    Es ist mit Sicherheit ganz, ganz anders.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 13.09.2018, 18:56h
  • Antwort auf #2 von Lenorgewissen
  • Es war laut Meldung das hessische Landeskriminalamt, das dankenswerterweise die Anschlagspläne aufgedeckt hat, nicht irgendein Verfassungsschutzamt.

    Der decken auch eher selten was auf, die decken lieber Terroristen oder machen Politikberatung für Neofaschisten, die nicht als solche entdeckt werden wollen.
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#4 Matze831Anonym
  • 13.09.2018, 20:07h
  • Der Verdächtige soll einen Anschlag geplant haben, weil er vor drei Wochen vergewaltigt wurde, aber die Ermittlungen haben schon mehrere Monate gedauert. Wie passt das zusammen? Wenn der verdächtigte erst seit drei Wochen ein Motiv hat, wie kann davor schon ermittelt worden sein?
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#5 NikisAnonym
#6 SophiazukiAnonym
  • 13.09.2018, 23:44h
  • Das Motiv und die Angabe der 3 Wochen stammen von der BLÖD... einfach den Artikel auf hr lesen, dann wird auch klar: die Pissbacke wollte sich Sprengstroff mixen und hatte mehrere Ziele, u.a. wohl auch die Bar. Weiter machte er angeblich keine Angaben.
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#7 Gerlinde24Profil
  • 14.09.2018, 01:35hBerlin
  • Ich bezweifle die Vergewaltigung an, weil es eine Schutzbehauptung sein kann, vor sich oder anderen, um seine geplante Tat zu rechtfertigen. Warum laufen so viel Religioten und rechte Fanatiker frei rum?
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#8 habemus_plemplem
  • 14.09.2018, 09:54h
  • Ein Sprengstoffanschlag gegen eine Schwulenbar ist durch nichts zu rechtfertigen, insofern finde ich das Tatmotiv nachrangig. Wenn es tatsächlich eine Vergewaltigung gegeben hat, steht es ihm ja frei, Anzeige zu erstatten, und dann muss da auch ermittelt werden. Den Mut, es der Polizei zu erzählen, hat er ja bereits bewiesen. Ich wüsste aber nicht, warum ihm das vor Gericht irgend etwas bringen sollte, wenn er sich für den geplanten Anschlag verantworten muss.
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#9 Gartenzwerg-WatchAnonym
#10 YannickAnonym